Heimfeld: Wissens- und Sehenswertes Grün, musikalisch und multikulturell

Vielfalt in jeder Hinsicht – in Heimfeld findet sich alles: moderne Wohngebiete, alte Villenviertel, Industrie und viel Natur.

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Wissens- und Sehenswertes in Heimfeld

BezirkHarburg
Einwohner21.798*
Einwohner pro km²1.676*
Fläche11,7 km²*
Öffentlicher NahverkehrS-Bahn:
S3, S31 (Haltestelle: Heimfeld)

Ein buntes Viertel

Vor allem Familien, junge Kreative und viele Studenten fühlen sich in Heimfeld wohl, nicht zuletzt wegen der Nähe zur TU Hamburg-Harburg. Es gibt immer noch günstigen Wohnraum, aber auch schnieke Villen und das First-Class-Hotel Lindtner, in dem – zumeist zu besonderen Anlässen – auch die Heimfelder gerne brunchen oder feiern gehen.

Für die Nahversorgung sind einige Discounter vertreten, aber eben auch kleine Geschäfte jeglicher Couleur – vom russischen Supermarkt bis zum türkischen Gemüsehändler. Und genau diese Diversität macht das Quartier aus, das von den Stadtteilen Moorburg im Norden, Hausbruch im Westen, Harburg im Osten und Eißendorf im Süden umgeben wird.

Hier spielt die Musik

Abwechslungsreich geht es auch in musikalischer Hinsicht zu. Nicht zuletzt beim jährlichen Stadtteilfest rund um die Friedrich-Naumann-Straße. Organisiert vom Treffpunkthaus und mit tatkräftiger Unterstützung von Anwohnern und auch Firmen, wird seit über 20 Jahren ein stetig wachsendes, nicht-kommerzielles Fest auf die Beine gestellt. Ein vielfältiges Bühnenprogramm bestehend aus jungen Bands aus Heimfeld und Harburg deckt die gesamte musikalische Palette ab und kulinarisch kann man sich an internationalen Ständen durch die Weltkarte schlemmen.

Neu in Heimfeld ist das Minifestival „Keine Knete trotzdem Fete“. Der Heimfelder Kulturverein Contrazt e.V., die TUHH-Studentenkneipe „Schwarze 7“ und der Kulturladen „Alles wird schön“ luden 2016 zum ersten Mal ein, auf dem Gelände der Tipsy Apes (Radeland 25a), dem wohl ältesten Metal-Club der Welt, mit Newcomern als auch mit bekannten Bands kräftig abzufeiern.

Die Beatles im Keller

Um musikalischen Nachwuchs braucht sich Heimfeld definitiv keine Sorgen zu machen. Vor allem der Musikzweig des Friedrich-Ebert-Gymnasiums, der zweitältesten Schule Hamburgs, zieht Kinder aus dem ganzen Hamburger Süden an. Alle Kinder einer Musik-Klasse erlernen dort ein Orchesterinstrument und musizieren gemeinsam jede Woche zwei Stunden im Klassenorchester.

In der großen Friedrich-Ebert-Halle, die Platz für mehr als 1.000 Zuschauer bietet, proben jedoch nicht nur die Kinder, dort produzierte Peter Frankenfeld in den 1960er-Jahren etliche Fernsehshows und 1983 spielten dort die Dead Kennedys. Heute finden zumeist Klassik- und Jazzkonzerte in der Halle statt. Und ein historischer Ort ist es allemal: Im Keller des Gebäudes nahmen im Juni 1961 die Beatles ihre erste Platte „My Bonnie“ auf. Eine Gedenktafel erinnert noch heute an dieses Ereignis.

Darüber hinaus gibt es die alteingesessene Musikschule in der Heimfelder Straße. Von musikalischer Frühförderung, dem Erlernen zahlreicher Instrumente, bis zum professionellen Vocalcoaching können sich Kinder und Erwachsene musikalisch ausprobieren. Heimfelds Musikkultur ist aktiv.

Sport und Kultur

In Heimfeld, genauer gesagt in der Jahnhöhe, befindet sich eine der modernsten Sportanlagen Hamburgs. Dort hat der traditionsreiche Harburger Turnerbund von 1865 seine Heimat. Bei mehr als 40 Sportarten von American Football über Musical Dance bis zu Triathlon haben Sportbegeisterte die Qual der Wahl. Wem das noch nicht genug Angebot ist, der schaut bei der TG Heimfeld, beim SV Rot-Gelb Harburg, die beide im direkten Umfeld des Turnerbundes zu finden sind, oder dem Bostelbeker SV oder dem TuS Harburg im Ortsteil Bostelbek vorbei.

Wer kulturell interessiert ist, sollte sich die im Jahr 1907 erbaute Pauluskirche anschauen. Der Turm des in norddeutscher Backsteingotik errichteten Baus ist weithin sichtbar. Der Altar, die Sitzbänke und die Orgel der Kirche sind noch original erhalten, zudem kann eine über 100 Jahre alte Bibel begutachtet werden.

Naherholung in den Harburger Bergen

Heimfeld ist nicht nur ein lebendiges Wohnviertel, über weite Bereiche des Stadtteils erstrecken sich Wälder, die direkt in die Harburger Berge übergehen. So wie im Meyers Park: Die 32,5 Hektar große Parkanlage an der Stader Straße bietet viel Grün zur Erholung. Ein Teil ist Hundefreilaufgebiet, es gibt Spiel- und Grillplätze und sogar einen Ponyhof. Dort leuchten die Augen kleiner Pferdefreunde, denn der Hof bietet eine breite Palette an Reitangeboten auch schon für die Kleinsten.

Heimfeld eignet sich zudem als perfekter Ausgangspunkt für eine ausgedehnte Wanderung durch die Harburger Berge. Auf vielen verschiedenen, teils anspruchsvollen Wanderwegen können bis zu 300 Höhenmeter erklommen werden. Das große Waldgebiet der Haake ist mit seinen überwiegend befestigten und gut ausgeschilderten Wegen auch für Anfänger hervorragend geeignet, die kleinen Berge in der Neugrabener Heide hingegen stellen durchaus eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar. Doch die steilen Aufstiege lohnen sich, geben sie doch wunderschöne Aussichten auf Hamburg und das Urstromtal der Elbe frei.

Bostelbek

Nördlich der Stader Straße beginnt das industriell geprägte Bostelbek. Prominentester Vertreter ist dort der Autohersteller Daimler. Von den rund 2.500 Beschäftigen werden im Werk unter anderem Pedalanlagen und Achsen hergestellt. Damit ist der Autobauer einer der größten Arbeitgeber der Region.

In Bostelbek befindet sich auch die mehrfach ausgezeichnete Wohnsiedlung Am Radeland. Die Eigenheimgemeinschaft entstand in den Jahren 1932/33 ursprünglich als Erwerbslosensiedlung. Die charakteristischen Satteldachhäuser wurden damals von arbeitslosen Handwerkern gebaut. Heute besteht die Siedlung mit ihren geradlinig verlaufenden Straßen aus über 250 Grundstücken mit überwiegender Doppelhaushälften-Bebauung. Aktive Nachbarschaftskultur wird im Radeland groß geschrieben: Neben regelmäßig stattfindenden Flohmärkten und Straßenfesten finden alljährlich ein Osterfeuer und ein Laternenumzug für die Kleinen statt.

Die Geschichte Heimfelds

Der Name Heimfeld geht auf Otto I. von Harburg zurück, der 1535 eine Siedlung namens Zum Heynfeld als Vorwerk zum Harburger Schloss anlegte. Heimfeld war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts landwirtschaftlich geprägt, bis im östlichen Teil die Urbanisierung begann und im westlichen Bereich erste Villenviertel entstanden.

Im Jahr 1888 wurde Heimfeld ein Teil der Stadt Harburg, bevor es 1937 als Stadtteil von Hamburg eingemeindet wurde. Der Zweite Weltkrieg zerstörte zwar große Teile des Viertels, aber auch heute stehen noch einige Vorkriegsbauten im Quartier. Heimfeld war zudem einst ein Bundeswehrstandort mit mehreren Kasernen; die meisten davon wurden allerdings abgerissen oder in neue große Gebäude- bzw. Wohnkomplexe verwandelt.

Karte

*Quelle: Hamburger Stadtteilprofile, Statistikamt Nord (Stand: Jan 2018)

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Grün, musikalisch und multikulturell
Vielfalt in jeder Hinsicht – in Heimfeld findet sich alles: moderne Wohngebiete, alte Villenviertel, Industrie und viel Natur.
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