Langenhorn: Wissens- und Sehenswertes Beliebte Wohngegend mit bewegender Geschichte

Überall Gärten und das Naturschutzgebiet Raakmoor, hübsche Wohnsiedlungen wie die Schumacher-Gartenstadt und die Schwarzwaldsiedlung, Einkaufsmöglichkeiten und U-Bahnanbindung. Und ganz wichtig: ein nettes, gelassenes Miteinander. Langenhorn ist ein Stadtteil zum Wohlfühlen.

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Wissens- und Sehenswertes in Langenorn

BezirkHamburg-Nord
Einwohner45.586*
Einwohner pro km23.410*
Fläche13,8 km²
Öffentlicher NahverkehrU-Bahn:
U1 (Haltestellen: Fuhlsbüttel-Nord, Langenhorn-Markt, Langenhorn-Nord, Kiwittsmoor, Ochsenzoll)

Familienparadies

Über 44.000 Einwohner zählt der grüne Stadtteil mit einem hohen Anteil an Senioren und jungen Familien. Viele Langenhorner wohnen seit den 1960er-Jahren im Stadtteil, als auf der grünen Wiese insgesamt 12.000 Wohnungen hochgezogen wurden. Seit der Jahrtausendwende entdecken Hamburger Familien den knapp 14 Quadratkilometer großen Stadtteil an der Grenze zu Schleswig-Holstein, unter anderem wegen geräumiger Wohnungen, passabler Mieten und seiner Nähe zur Natur.

Fritz-Schumacher-Siedlung

Familien, die in der wunderschönen Fritz-Schumacher-Gartenstadt aus den 1920er-Jahren eine Bleibe gefunden haben, können sich glücklich schätzen. Der damalige Stadtbaudirektor und Architekt Schumacher ließ 660 Wohnungen für kinderreiche Familien und Kriegsheimkehrer errichten, die dank ihrer großen Gärten als Selbstversorger leben konnten. Noch heute sind die gelb gestrichenen, heimeligen Doppelhäuser und eingeschossigen Reihenhäuser Familien vorbehalten. In Langenhorn finden sie mit 21 Kitas und angesehenen Schulen wie der Heidberg- und der Schumacher-Schule eine ausgezeichnete Infrastruktur vor.

Reihenhaus-Weltmeister

Mit den aufgelockerten Wohnsiedlungen und 40 Prozent Ein- und Zweifamilienhäusern erscheint Langenhorn gartengrün, dörflich ist es nicht mehr. Wenn man durch die Straßen fährt, kommt man zum Schluss, dass hier die Reihenhaus-Weltmeister leben. So viele Reihenhäuser und Genossenschaftssiedlungen sieht man sonst nirgendwo.

Helmut Schmidt war also nicht der einzige Langenhorner, für den das Reihenhaus die optimale Wohnform darstellte. Sein Reihenhaus, genauer seine Reihenhäuser im Neubergerweg 80/82, werden 2016 zum Museum umgestaltet und damit sicherlich ein Besucher-Highlight. Wer möchte nicht den Ort sehen, in dem Helmut und Loki Schmidt politische Schwergewichte wie Breschnew, Gorbatschow und Giscard d´Estaing in ihrer verrauchten Kellerbar empfangen haben? 

Flughafen und Gelassenheit

Auch der nahegelegene Flughafen in Fuhlsbüttel erinnert ab 2016 namentlich an den wohl berühmtesten Hamburger Helmut Schmidt. Der Flughafen liegt zwar in Fuhlsbüttel, aber die Langenhorner nehmen ihn in jedem Winkel ihres Stadtteils wahr, denn die Luft ist tagsüber vom Fluglärm durchtränkt. Die meisten sehen das gelassen. Echte Langenhorner erkenne man daran, dass für sie der Flugzeuglärm zum Lebensgefühl dazugehöre, sagt ein Anwohner.

Vom Nobelrestaurant Wattkorn zu Pferdewiesen und Gewerbe

Langenhorn lässt sich nicht über einen Kamm scheren. In der Tangstedter Straße passiert man historische Reetdachhäuser, zum Beispiel das Wildlokal Wattkorn von Starkoch Michael Wollenberg und den Dorfteich, am Krohnsstieg den etwas gesichtslosen Langenhorner Markt und anderswo ruhige Alleen mit Reihenhäusern und sogar Pferdewiesen. Dienstleistungsbetriebe und Gewerbe sind in alten Firmengebäuden in der Essener Straße zuhause.

Langenhorns Zentrum

1903 zählte Langenhorn nur 3.300 Einwohner. Sie lebten rund um die „Irrenanstalt Ochsenzoll“, wie man sie damals nannte. Das heutige Zentrum ist der Langenhorner Markt, der 2016 modernisiert werden soll und an dem die Bewohner sämtliche Einkaufe tätigen können, so in der kleinen Buchhandlung oder Schuhgeschäften, Boutiquen und natürlich Lebensmittelketten. Besonders, wenn auf dem Marktplatz dienstags und samstags die Wochenmarktverkäufer ihre Stände aufbauen, verwandelt sich der Langenhorner Markt in das pulsierende Zentrum des Stadtteils, wo sich alte Bekannte beim Einkauf treffen und sich Zeit für einen kleinen Plausch nehmen.

Ochsenzoll und Heidberg

Das Ochsenzoller Krankenhaus wurde 1892 als Landesirrenanstalt Langenhorn gegründet. Während der Nazizeit fielen zahlreiche Klinikpatienten unter das sogenannte Euthanasiegesetz und wurden ermordet. In der heutigen psychiatrischen Klinik Ochsenzoll verteilen sich Dutzende Klinker-Gebäude über ein parkähnliches Gelände, weshalb das Krankenhaus einen fast dörflichen Eindruck macht. Das allgemeine medizinische Krankenhaus Heidberg im Osten Langenhorns und die Klinik Ochsenzoll wurden zur Asklepios Klinik Nord zusammengelegt – und sind mit gut 1.500 Betten die größte Hamburger Klinik.

Natur in Langenhorn

Im Osten bildet das 18 Hektar große Naturschutzgebiet Raakmoor die Grenze zu Hummelsbüttel. Ein Hochmoor ist es schon lange nicht mehr, denn die Bauern legten damals Entwässerungskanäle an und bauten Torf ab. Heute gestaltet man das Raakmoor zum Feuchtbiotop zurück. Über gezimmerte Holzstege gelangt man trockenen Fußes durch den oft matschigen Bruchwald. Bei einem Spaziergang durch das Raakmoor fallen die vielen Birken auf, die sich im wieder entstehenden Sumpf nicht wohlfühlen und absterben.

Wer es statt feucht lieber richtig nass liebt, kommt im Naturbad Kiwittsmoor auf seine Kosten. Das Bad mit ausgezeichneter Wasserqualität hat im Sommer geöffnet und stößt nach der Renovierung im Jahr 2015 auf noch mehr Zuspruch. Zum Naturerleben muss man gar nicht unbedingt den Stadtteil verlassen, sagen alteingesessene Langenhorner. Ihre liebsten Spazierwege führen durch die begrünten Wohnsiedlungen an Blumengärten und Bäumen vorbei.

Schwarzwaldsiedlung

Läuft man durch die Siedlung in der Essener Straße, fühlt man sich wie in einem Schwarzwalddorf. Satteldächer, Fachwerkgiebel mit Spitzboden und gekalkte, weiße Ziegelmauern bestimmen in der Schwarzwaldsiedlung das Bild. Die gut 180 Wohnungen wurden ab 1939 für Arbeiter der süddeutschen Firma Junghans errichtet, die in Langenhorn für die Waffenindustrie arbeiteten. Die Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz.

Stadtteil in Bewegung

Das Lange Horn, 1332 zum ersten Mal erwähnt, blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts ein Bauerndorf abseits der Metropole. Als Langenhorn im Jahr 1913 eingemeindet wurde, lebten dort 3.894 Einwohner, unter anderem der bekannte Architekt Fritz Höger, Erbauer der denkmalgeschützten Stadthäuser in der Langenhorner Chaussee 115 und 109. Nördlich der Schumacher-Siedlung wurde vor Kriegsbeginn eine Kaserne der Waffen-SS gebaut.

Langenhorn überstand den Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt und viele Kriegsflüchtlinge fanden im Stadtteil nach 1945 eine neue Heimat. In den 1980er-Jahren avancierte Langenhorn mit den Bands Slime und Razzia zum Hotspot der Hamburger Punkszene. Andere bekannte Langenhorner sind der Komiker Olli „Ditsche“ Dittrich, Ex-Minister Philip Rösler und der Ärzte-Bassist Rodrigo González.

Karte

*Quelle: Hamburger Stadtteilprofile, Statistikamt Nord (Stand: Jan 2018)

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Beliebte Wohngegend mit bewegender Geschichte
Überall Gärten und das Naturschutzgebiet Raakmoor, hübsche Wohnsiedlungen wie die Schumacher-Gartenstadt und die Schwarzwaldsiedlung, Einkaufsmöglichkeiten und U-Bahnanbindung. Und ganz wichtig: ein nettes, gelassenes Miteinander. Langenhorn ist ein Stadtteil zum Wohlfühlen.
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