Neugraben-Fischbek: Wissens- und Sehenswertes

Neugraben-Fischbek: Wissens- und Sehenswertes Grüner Wohnvorort

Im Südwesten an der Grenze zu Niedersachsen liegt Neugraben-Fischbek, mit 22,5 Quadratkilometern einer der größten Hamburger Stadtteile. Ein ruhiger Wohnvorort am Naherholungsgebiet Fischbeker Heide mit dem schönsten Wanderweg Deutschlands. Wohnsiedlungen und gepflegte Einfamilienhäuser sowie ein historischer Dorfkern prägen den Stadtteil.

Wissens- und Sehenswertes in Neugraben-Fischbek

BezirkHarburg
Einwohner29.877*
Einwohner pro km²1.326*
Fläche22,5 km²*
Öffentlicher NahverkehrS-Bahn:
S3, S31 (Haltestellen: Neuwiedenthal, Neugraben, Fischbek)

Das alte Dorf

Fährt man durch die Francoper Straße und das kopfsteingepflasterte Neugrabener Dorf, fühlt man sich hundert Jahre zurückversetzt und staunt über Dutzende alter Katen, Scheunen und Reetdach-Bauernhöfe aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Würdevoll und wohl geschützt durch hohe, uralte Bäume säumen die denkmalgeschützten Hufnerhöfe die Straßen.

In einem der schönsten befindet sich das empfehlenswerte Lokal Zur Börse, bekannt für lecker zubereitete Hausmannskost. Sehenswert ist das ehemalige Rauchhaus in der Ulenflucht, in dem bis 1948 noch geräuchert wurde. Nahe am alten Dorf plantschen die Anwohner sommers gern im kleinen Freibad. Nicht weit davon treffen sich Neugrabener generationsübergreifend in der einzigen Kneipe vor Ort, dem Donnerwetter.

Boomtown Neugraben

Wo hinter dem Neugrabener Bahnhof nur der Wachtelkönig über die moorige Feldmark spazierte, breitet sich jetzt nach Jahren des Protestes hingegen eine Wohnsiedlung namens Vogelkamp aus. Farbige Rechtecke prangen an manchen der nüchternen Mehrfamilien- und Reihenhaussiedlungen mit geplanten 1.500 Wohnungen – inklusive Kita und Schule im neuen Bürgerzentrum BGZ Süderelbe. Bagger und Kräne bestimmen zurzeit das Ortsbild Neugrabens, das im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) als Projektgebiet „Naturnahes Wohnen“ ausgewiesen war.

Dort entstanden und entstehen mehrere Wohnprojekte. Zum Beispiel rund um die ehemalige Röttiger Kaserne an der Cuxhavener Straße, die zu einem Wohnquartier umgestaltet wird. Dazu kommen Neuansiedlungen am Fischbeker Heidbrook, das Wohn- und Gewerbegebiet Fischbeker Reethen sowie eine Flüchtlingsunterkunft für 1.500 Menschen. Neugraben wird zur Boomtown, im Jahr 2025 rechnet man mit einem Zuwachs von 10.000 Bewohnern. Jetzt leben im Stadtteil rund 27.500 Menschen. 

Familienfreundliches Neugraben

Der bisher teils ländliche Stadtteil wandelt sich so in eine Vorstadt, die mit besonderen Vorteilen lockt. Das sind die überwiegend niedrigeren Miet- und Kaufpreise für Wohnraum, die tollen Naherholungsgebiete, die Einkaufsmöglichkeiten und die Bahnanbindung mit der S3 an die Innenstadt, die man in 25 Minuten erreicht. Außerdem ist das gesamte Spektrum an Bildungsstätten mit einer Gesamtschule, einem Gymnasium und zwei Grundschulen im Stadtteil abgedeckt – darunter die Schule Neugraben, mit 340 Jahren eine der ältesten Hamburgs.

Neugraben-Fischbek kämpfte lange mit einem schlechten Image – Stichwort Problemkieze und eine erhöhte Kriminalitätsrate. Das hat sich geändert. Der frühere Brennpunkt Sandbek-Siedlung mauserte sich zu einem ruhigen Quartier mit reichlich Grün, Bäumen, schön bepflanzten Balkonen und der neuen S-Bahnstation Fischbek, von der aus man direkt zu einer Rad- oder Wandertour ins Neugrabener Moor starten kann.

Idyllisch wohnen an der Heide

Wenn man den Ort auf der B73 passiert – in Neugraben heißt sie Cuxhavener Straße – bemerkt man stereotype Gewerbeansiedlungen und einen baulich teils missglückten Ortskern. Abseits der stark befahrenen Bundesstraße – eine der unfallträchtigsten Straßen Hamburgs – entdeckt man ein ganz anderes Neugraben. Dort dominieren ruhige Wohnstraßen mit gepflegten Einfamilienhäusern und Reihenhaussiedlungen, manche direkt an der Heide.

Die Falkenbergsiedlung, eine Art Gartenstadt auf sanft hügeligem Gelände, entstand als Behelfswohnsiedlung für ausgebombte Hamburger. Was nicht alle wissen: Beim Bau des hübschen Viertels mit weißen Häuschen im Schuhkarton-Format setzte man 1944 jüdische Frauen und Mädchen aus dem KZ Neuengamme ein. Weiter südlich erstreckt sich ein Quartier mit älteren, individuellen Einfamilienhäusern inmitten großer Gärten, manchmal auf nicht gepflasterten Straßen. Eine Wohnidylle im Hobbit-Hügelland!

Ortskern Neugraben

Aus den 1980er-Jahren stammen der Bahnhof und das Einkaufszentrum, die mit einer Fußgängerbrücke über die B73 verbunden sind. Im Süderelbe Einkaufszentrum (SEZ) gähnt manchenorts der Leerstand, während es in der Einkaufsstraße im einheitlichen Rotklinker-Look lebendiger zugeht.

Die Traditionsgeschäfte wie der Feinkostladen Mecklenburg, der Buchladen und der Herrenausstatter Böttjer halten sich wacker. Im ehemaligen Karstadt residiert jetzt Kaufland, das mit den Discountern an der „Cuxe“ konkurriert.

Lebhaft geht es an den drei Markttagen zu. Vor allem samstags ist der Marktplatz proppenvoll, die Neugrabener kaufen dann nicht nur ein, sondern nehmen sich gern Zeit für einen Schnack. Mit der Polizeiwache, dem örtlichen Kundenzentrum, dem Hallenbad und der Bücherhalle bündelt sich Neugrabens Infrastruktur praktischerweise am Marktplatz.

Naturschutzgebiet Moorgürtel

Das Feuchtgebiet, zum Teil unter Naturschutz, dehnt sich nördlich von Neugraben-Fischbek aus und wird nun entlang der Bahngleise bebaut. Dort fühlen sich seltene Vogelarten wohl. Der NABU bietet spannende Führungen durch den Moorgürtel an, auf denen man Neuntöter, Lerchen, Schwarzkehlchen und sogar den Eisvogel zu Gesicht bekommt.

Fischbeker Heide

Mit 773 Hektar ist die Fischbeker Heide das zweitgrößte Heidegebiet Deutschlands nach der Lüneburger Heide, in die sie im Süden übergeht. Durch beide Heidegebiete verläuft der Heidschnuckenweg, der 2014 zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt wurde. An der Straße Scharlbarg beginnt der Sandweg durch eine sanft gewellte Landschaft mit Heide, Wacholder und Kratteichen. Ein buntes Wegenetz durch Heide, Sanddünen, Hügelketten und Mischwälder lädt zu geruhsamen oder anspruchsvollen Wander- oder Radtouren ein.

Auf den mit 116 Metern höchsten Berg Hamburgs, den Hasselbrack, wandert man am besten mit dem NABU, da der Wanderweg nicht ausgeschildert ist. Spannend für Familien mit Kindern ist der Schafstall am Fischbeker Heideweg.

In einer Reetdachkate erfahren Besucher Wissenswertes über die Heide, bewundern die Heidschnuckenherde, beobachten Bienenvölker und ausgestopfte Wiesel und Eulen. Geschichtsinteressierte wandern den Archäologischen Wanderpfad an Bronze- und Steinzeitgräbern entlang. Am Kiesbarg rodeln die Kinder im Winter um die Wette, nicht weit entfernt liegt der Segelflugplatz.

Sportliches Neugraben

Durch die Heide joggen, Mountainbiken, wandern oder Chi Gong zelebrieren, das alles ist in diesem Paradies für Outdoor-Sportler möglich. In neun Sportvereinen – darunter drei Schützenvereine – werden praktisch alle Sportarten ausgeübt. Auch auf professionellem Niveau: Der TV Fischbek ist Stammverein des Volleyball-Team Hamburg, das bis 2016 als VT Aurubis Hamburg 16 Jahre lang in der Bundesliga spielte. Nachdem sich Hauptsponsor Aurubis zurückzog, geht es nun in der 2. Liga weiter. Das Team spielt in der CU Arena in Neugraben-Fischbek.

Geschichte des Stadtteils

Als „Niegraben“ fand Neugraben 1510 Erwähnung, während „Vischbeke“ 1544 erstmalig genannt wurde, abgeleitet von einem fischreichen Bach. Vom Neugrabener Bauern Gödeke Tidemann heißt es 1544: „Er hat Acker gemaket, geplögelt und togebraket (urbar gemacht)“. Dreißig Bauern entwässerten um 1650 das Moor und legten im Norden Gräben bis zur nördlichen Landscheide an.

Die Wasserabfuhr in die Elbe wurde von Altländer Bauern und vom Schleusenwärter kontrolliert, was die Neugrabener Moorbauern benachteiligte, die nur niedrige Erträge erzielten. Mit der neuen Eisenbahnlinie Harburg-Cuxhaven siedelte sich ab 1881 Industrie und Gewerbe an, in der Heide entstanden Kiesgruben für den Straßenbau.

Im Jahr 1876 fielen Neugraben und Fischbek an das Amt Harburg und mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 an Hamburg. Erst 1951 fasste man Neugraben und Fischbek zu einem Stadtteil zusammen. Einen lebendigen Eindruck über spannende Lokalgeschichte liefern die 50 historischen Fotoplatten, die seit Sommer 2016 die Fußgängertrasse am SEZ verschönern.

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*Quelle: Hamburger Stadtteilprofile, Statistikamt Nord (Stand: Jan 2019)

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