Stellingen: Wissens- und Sehenswertes Wilde Tiere, wilder Verkehr

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Stellingen ist mit seinen großen Durchfahrtsstraßen nicht nur ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Transit-Stadtteil. Ein Zwischenstopp in Stellingen lohnt sich nicht zuletzt wegen des berühmten Tierparks Hagenbeck, der Stellinger Schweiz und um prägnante Baudenkmäler zu besichtigen.

Wissens- und Sehenswertes in Stellingen

BezirkEimsbüttel
Einwohner25.753*
Einwohner pro km24.229*
Fläche5,8 km2*
Öffentlicher NahverkehrS-Bahn:
S3, S21 (Haltestellen: Langenfelde, Stellingen (Arenen), Eidelstedt)

U-Bahn:
U2 (Haltestellen: Hagenbecks Tierpark, Luttherothstraße, Hagendeel)

Grüne Flecken zwischen grauem Asphalt

Stellingen ist ein dicht besiedelter Stadtteil: Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Hochhäuser und Gewerbegebiete prägen das Bild, der Platz ist nahezu optimal ausgenutzt. Dazwischen drängeln sich über 150.000 Fahrzeuge täglich über die A7 – Tendenz steigend. Das bedeutet eine der höchsten Verkehrsbelastungen Europas in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern. Abhilfe und vor allem Lärmschutz soll in Zukunft der Stellinger Deckel schaffen. Zudem soll ein neues Stadtteilzentrum in Stellingen realisiert werden, dass im Projekt "Eimsbüttel 2040" integriert ist. In den nächsten Jahren sollen Wohnungsbauprojekte, ein Stadtteilhaus, der Einzelhandel, sowie ein Wochenmarkt und Konzepte für Parkanlagen vorangetrieben werden.

Aber das ist nur das oberflächliche Bild des Stadtteils, denn Stellingen kann wesentlich mehr. In allererster Linie ist Hagenbecks Tierpark zu nennen, der einzige in Privatbesitz befindliche Großzoo Deutschlands. Gleich nördlich davon schließt sich die Stellinger Feldmark an und bildet einen Grüngürtel bis zum Niendorfer Gehege im Nachbarstadtteil. Und schließlich begeistert Stellingen noch mit mehreren Baudenkmälern, einer einzigartigen religiösen Zusammensetzung und einer wechselvollen Geschichte als Vergnügungsviertel Hamburgs.

Hagenbeck und seine Tiere

Der Tierpark Hagenbeck ist einzigartig in Deutschland und war der erste gitterlose Zoo des Landes. Die Geschichte des Parks geht bis in das Jahr 1863 zurück, als Carl Hagenbeck senior seine Handels-Menagerie mit Tierschau noch am Spielbudenplatz auf St. Pauli präsentierte. Seit 1907 ist der Tierpark Hagenbeck an seinem heutigen Standort in Stellingen zu finden und seitdem stetig gewachsen. Attraktionen wie „Das Eismeer“, in dem man tauchende Eisbären oder Pinguine durch Panoramascheiben beobachten kann, das Tropenaquarium oder das Freilaufgehege der Elefanten locken jährlich über eine Million Besucher in den Tierpark.

Nördlich des Zoos geht es grün weiter: Überquert man den namentlich zum Tierpark passenden Gazellenkamp, befindet man sich in der Stellinger Feldmark, einem hügeligen Gebiet mit sehr ländlichem Charakter – beliebt bei Wanderern und Spaziergängern. Und weil den Hamburgern schon der kleinste Hügel wie ein ausgewachsenes Gebirge vorkommt, wird das Gebiet auch liebevoll Stellinger Schweiz genannt. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Naturschutzgebiet Niendorfer Gehege, das knapp 150 Hektar Raum für Naherholung bietet.

Prägnante Baudenkmäler

Das Rathaus und der Wasserturm – heute beide ihrer ursprünglichen Funktion entbunden – stellen zwei bedeutende Baudenkmäler in Stellingen dar. Das Rathaus wurde 1912 im Hamburger Barockstil erbaut und besitzt einige interessante und künstlerische Elemente im Innen- und Außenbereich. Trotz des Verkaufs an eine private Immobiliengesellschaft im Jahr 2012 sind weiterhin öffentliche Einrichtungen im Stellinger Rathaus untergebracht. So sind zum Beispiel Eheschließungen in dieser besonderen Atmosphäre möglich.

Der prägnante, knapp 50 Meter hohe Wasserturm fasste früher bis zu 600 Kubikmeter Wasser, heute sind es Eigentumswohnungen auf elf Etagen. Der Stellinger Wasserturm wurde 1974 als letzter seiner Art in Hamburg stillgelegt und zum Wohngebäude umgebaut. Von den oberen Etagen des Turms, der auf der mit 25 Metern höchsten Stelle des Stadtteils erbaut wurde, bietet sich ein schöner Blick über die Dächer der Stadt bis zur Elbe.

"Liebe für Alle, Hass für keinen"

Stellingen hat eine besondere religiöse Zusammensetzung. Im Stadtteil finden sich acht Gotteshäuser und dazu ein jüdischer Friedhof. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist mit der Stellinger Kirche, der Kreuzkirche und den beiden eigenständigen Gemeinden "Zum guten Hirten" und der Auferstehungskirche der Diakonieanstalt Alten Eichen gleich mit vier Häusern vertreten. Hinzu kommen die römisch-katholische Kirche St. Thomas Morus, die evangelische Freikirche, die Kirche der Bibel Baptisten, die russisch-orthodoxe Prokopkirche und die Fazl-e-Omar-Moschee. Bis 2012 gab es zudem eine Neuapostolische Kirche in Stellingen.

Besonders auffällig ist die Prokopkirche. Die weiße Kathedralkirche mit ihren blauen Zwiebeltürmen wurde im klassischen russischen Stil errichtet. Eine besondere Geschichte hat die 1957 eröffnete Fazl-e-Omar-Moschee zu bieten. Sie ist der erste Moscheebau nach dem Zweiten Weltkrieg und das drittälteste islamische Gebetshaus Deutschlands. Das religiöse Zusammenleben in Stellingen klappt hervorragend, da alle Glaubensrichtungen offen für den Dialog sind. Frei nach dem Motto, das deutlich an der Fazl-e-Omar-Moschee prangt: "Liebe für Alle, Hass für keinen".

Spielstätte des kleinen HSV

Nur knapp zwei Kilometer Luftlinie entfernt vom Volksparkstadion im Stadtteil Bahrenfeld liegt in Stellingen die Wolfgang-Meyer-Sportanlage. Dort weht eine leichte Brise Bundesligaluft, denn auf der Anlage tragen die Nachwuchsmannschaften der U23, U19 und U17 des Hamburger SV ihre Heimspiele aus. Wer schon einmal einen Blick auf die zukünftigen Talente der Rothosen werfen möchte, kann das im 1.318 Zuschauer fassenden Stadion tun.

Direkt neben der Anlage befindet sich die Eisbahn beziehungsweise Radrennbahn Stellingen. Während in den Wintermonaten Schlittschuh gefahren wird, umrunden in den Sommermonaten die Rennradfahrer die 250 Meter lange Bahn rund um den Innenraum. Überspannt werden Eisfläche und Bahn von einem 7.000 Quadratmeter großen Zeltdach, wodurch die Sportstätte als größtes Zelt Europas gilt.

Angesehene Stellinger Wissenschaft

In Stellingen befinden sich zwei wissenschaftlich bedeutende Einrichtungen, die über die Stadtgrenzen hinaus große Anerkennung besitzen. Auf dem Gelände des ehemaligen Diakonie-Klinikums Alte Eichen ist ein Medizinisches Versorgungszentrum für Herzpatienten entstanden, das eng mit dem Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) zusammenarbeitet und international einen guten Ruf genießt.

Ebenso wie der MIN-Fachbereich für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburg, an dem diverse national und international ausgezeichnete Wissenschaftler forschen und lehren. Ehemaliger Promovend ist unter anderem der ESA-Astronaut Alexander Gerst, der 2010 seinen Doktortitel an der Uni Hamburg erlangte.

Besiedlung seit der Steinzeit

Bereits seit der Steinzeit ist Stellingen besiedelt, darauf weisen Funde aus dieser Zeit hin. Die erste urkundliche Erwähnung des Stadtteils findet sich 1347 in den Eppendorfer Kirchenbüchern. Der Name geht dabei vermutlich auf einen Siedler namens Stallo zurück. Die Endung "ing" bedeutet die Zugehörigkeit zu dieser Person, also ist Stellingen der Ort der Leute des Stallo, der möglicherweise Dorfältester oder Dorfoberhaupt war. Der Name veränderte sich dann über die Jahrhunderte zu Stellingen, das ab 1640 zu Dänemark gehörte und 1867 an die Preußische Provinz Schleswig-Holstein fiel.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Stellingen zu einem Vergnügungsort und ist 1883 auch als solcher im Ortslexikon des Deutschen Reiches deklariert. Zahlreiche Ausflugslokale am Langenfelder Damm und der Kieler Straße sowie das Freibad zum Quellental lockten viele Besucher an. Im Jahr 1907 eröffnete dann Hagenbecks Tierpark und sieben Jahre später kam der Vergnügungspark des Karusselbauers Hugo Haase hinzu.

Vom Vergnügungsviertel zum Durchfahrtsstadtteil

Haase war Vergnügungs-Pionier und Schöpfer immer neuer Attraktionen. Sein Park in Hamburg mit Wasserrutsche, Gebirgsszeneriebahn und einem lebendigen Irrgarten war zur damaligen Zeit einer der größten seiner Art weltweit. Die Attraktionen des Hamburger Karusselbauers waren zudem in Vergnügungsparks auf der ganzen Welt zu finden. 1922 musste der Park jedoch schließen, da aufgrund der Hyperinflation nach dem Ersten Weltkrieg die Besucher ausblieben. Heute gehört das Gelände zum Tierpark Hagenbeck.

Im 20. Jahrhundert veränderte sich Stellingen dann mehr und mehr. Nachdem sich der Stadtteil lange seine ländliche Idylle erhalten hatte, wich diese Verschiebebahnhöfen, Fabriken, Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen. Vor allem die Kieler Straße und die 1974 auf sechs Spuren ausgebaute A7 zerschnitten den Stadtteil und Stellingen wurde zum Durchfahrtsstadtteil mit heute über 150.000 Fahrzeugen pro Tag. Mit dem sogenannten Stellinger Deckel, einer Überdeckelung der Autobahn, sollen sich zumindest die Auswirkungen auf die Bewohner minimieren. Auf einer Länge von 893 Metern entsteht ein Tunnel, der erheblich zum Lärmschutz beiträgt, Stellingen wieder verbindet und dem Stadtteil durch eine Bebauung mit einer großen Parkanlage in Zukunft wieder mehr Grünfläche bescheren soll.

Karte

*Quelle: Stadtteilprofile Hamburg, Statistikamt Nord (Stand: Jan 2019)

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