Volksdorf: Wissens- und Sehenswertes Ländliche Idylle im Nordosten

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Ein bäuerliches Museumsdorf, dichtes Gehölz und Wiesen: in Volksdorf lebt es sich naturnah. Gleichzeitig ist es der Stadtteil mit den meisten Bürgerinitiativen Hamburgs.

Wissens- und Sehenswertes in Volksdorf

BezirkWandsbek
Einwohner20.694*
Einwohner pro km²1.788*
Fläche11,6 km²*
Öffentlicher NahverkehrU-Bahn:
U1 (Haltestellen: Meiendorfer Weg, Volskdorf, Buchenkamp, Buckhorn)

Landidylle in Hamburg

Wer von Sasel oder Farmsen-Berne aus Richtung Volksdorf steuert, kommt auf kurvigen Straßen an Wald- und Naturschutzgebieten vorbei. Fast könnte man meinen, in einen Kurort zu fahren. Von der Hektik in einer Großstadt ist in Volksdorf nicht viel zu spüren. Es ist zwar das größte der Hamburger Walddörfer, dennoch ist der Dorfcharakter erhalten geblieben. Die älteren Einwohner unterscheiden immer noch zwischen „wir gehen ins Dorf“ und „wir gehen in die Stadt“, womit sie Hamburgs Innenstadt meinen. Volksdorf gilt für viele als Inbegriff des ländlich idyllischen Lebens in Hamburg.

Die Bewohner grüßen sich hier auf der Straße und halten gerne einen Schnack miteinander. Der Volksdorfer Wochenmarkt, der zweimal pro Woche stattfindet, zählt zu den größten und schönsten in Hamburg. Er ist nicht nur für Volksdorfer ein wichtiger Klön- und Einkaufstreffpunkt, er zieht auch viele Besucher aus dem Umland an. Schätzungen zufolge kommen allein sonnabends regelmäßig mehr als 10.000 Kunden auf den Marktplatz direkt neben dem U-Bahnhof Volksdorf. Dort bieten rund 100 Händler ihre Produkte aus der Region und der Welt an.

Shoppen mit Geschichte

Nicht weit entfernt verläuft die zentrale Einkaufsmeile des Dorfes: Die Fußgängerzone Weiße Rose ist nach der Widerstandsgruppe aus der Zeit des Nationalsozialismus benannt. Im Eingangsbereich erinnert ein Mahnmal an die NS-Widerstandsbewegung um die Geschwister Hans und Sophie Scholl. Die rund zwei Meter hohe Skulptur des Künstlers Franz Reckert stellt eine stilisierte Rose dar und ist aus weißem Muschelkalk gearbeitet. Ringsherum ist die Fußgängerzone leider keine architektonische Augenweide: Zahlreiche Zweckbauten aus den 1970er-Jahren bestimmen das Bild.

Etwas weiter, an der Eulenkrugstraße, haben Investoren 2014 ein vierstöckiges Einkaufszentrum errichtet, das für Geschäftsleute eine Standortalternative zum Ortskern bilden sollte. Doch schon bei der Planung, Durchführung und Fertigstellung des 5.200 Quadratmeter großen Objektes lief es nicht rund. Der Bauherr stellte schließlich einen Insolvenzantrag. Mittlerweile gehört die Eulenkrugpassage der Second German Property Portfolio SARL in Luxemburg und soll nach Umbaumaßnahmen mit Mietern wiederbelebt werden.

Exotische Bäume

In der Nähe bietet sich eine Grünfläche nicht nur zum schnellen Durchqueren an: Der denkmalgeschützte Ohlendorffs Park mit einer halbkreisförmigen Auffahrt und geschwungenen Wegen wartet mit einem abwechslungsreichen Gehölzbestand auf. Er trägt den Namen nach seinem Begründer, Heinrich Jakob Bernhard von Ohlendorff, der von 1836 bis 1928 lebte.

Viele Bäume, die er in dem Park pflanzen ließ, wurden inzwischen altersbedingt gefällt, doch aus alter Zeit stehen noch Blutbuchen vor der Auffahrt sowie Eichen an der Eulenkrugstraße und an der Ostseite des Parks. In den vergangenen Jahrzehnten wurden im Park zahlreiche, zum Teil exotische Gehölze gepflanzt – wie Immergrüne Eiche, Nadelbuche oder Urwelt-Mammutbaum. Heute ist der Park ein beliebter Treffpunkt für die Volksdorfer Jugend.

Landwirtschaft in früherer Zeit

Auf den Spuren der alten Zeit kann man auch auf dem Gelände des Museumsdorfes Volksdorf wandeln. Bei Führungen in reetgedeckten Fachwerkhäusern wird deutlich, wie Bauern auf der Stormarner Geest ihre Häuser gebaut und darin gelebt haben. Ackergeräte und Pferdewagen lassen erahnen, wie die Landwirtschaft um 1900 ausgesehen hat. An sogenannten „Gewerketagen“ kann man etwa beim Brotbacken oder Schmieden zusehen. Das Gelände beherbergt zudem Tiere, die auch im 19. Jahrhundert auf einem Bauernhof anzutreffen waren, zum Beispiel Schweine, Schafe oder Hühner.

Es gibt noch historische Gebäude anderer Art in Volksdorf anzuschauen: Fritz Höger, Erbauer des Chilehauses und Vertreter des norddeutschen Klinker-Expressionismus, entwarf das Landhaus am Saseler Weg. Das Walddörfer Gymnasium wurde 1929 nach Plänen des Hamburger Oberbaudirektors Fritz Schumacher errichtet. Dort gingen schon Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust und der ehemalige Wirtschaftssenator Gunnar Uldall zur Schule.

Großzügiges Wohnen

Die gute Versorgung mit Kindergärten und Schulen sowie der beschauliche Charakter machen Volksdorf gerade bei jungen Familien zu einem gefragten Wohnort. Rund ein Viertel der Haushalte sind Familien mit Kindern. Fast ebenso groß ist der Anteil der über 65-Jährigen. In Volksdorf wohnt viel altes Geld, heißt es.

Zu sehen ist dies unter anderem an den villenartigen Einfamilienhäusern auf weitläufigen Grundstücken. Südlich der Eulenkrugstraße zum Beispiel entstanden seit 1900 auf parkähnlichen Anlagen Häuser im englischen Cottagestil und Backsteinvillen. Die durchschnittliche Wohnungsgröße liegt in Volksdorf mit 112,5 Quadratmetern weit über dem Hamburger Durchschnitt (rund 75,9 Quadratmeter).

Die hohe Lebensqualität liegt auch an der reizvollen Umgebung: Volksdorf ist eingebettet von Wald und Wiesen, die zu ausgedehnten Spaziergängen einladen. Im Norden befindet sich der Staatsforst, im Westen das Naturschutzgebiet Volksdorfer Teichwiesen mit seinen Bruchwäldern, Sümpfen und seltenen Tierarten. Etwas südlicher können Kinder auf dem Abenteuerspielplatz Schemmannstraße ausgiebig toben, der mit seinen 14.400 Quadratmetern zu den größten der Hansestadt zählt.

Bürgerliches Engagement

Noch weiter im Süden wandelt man unter mächtigen Buchen des Volksdorfer Waldes. Wer lieber zwischen deren Wipfeln entlang klettern möchte, kann dies in Hamburgs einzigen Wald-Hochseilgarten tun. Das Forstrevier Volksdorf gehört zu den ältesten Waldgebieten Hamburgs und hat in den vergangenen Jahren deutlich an Fläche zugenommen. Dafür, dass es so grün bleibt, setzen sich die Volksdorfer stark ein. Der ausgeprägte Bürgersinn zeigt sich auch daran, dass in diesem „kleinen Dorf“ die meisten Bürgerinitiativen Hamburgs initiiert werden.

So besitzt der Stadtteil etwa dank der Initiative Volksdorfer Bürger weiterhin ein Programmkino mit zwei Filmtheatersälen, die Koralle. Als es Ende 1999 geschlossen werden sollte, sprachen sich mehr als 10.000 Menschen in einer Unterschriftenaktion dagegen aus. Innerhalb eines Jahres kamen derart viele Spenden zusammen, dass ein modernes Bürgerhaus direkt am Marktplatz errichtet werden konnte. Im Koralle-Bürgerhaus haben außer dem Kino auch eine Musikkneipe und ein Internetcafé Platz gefunden.

Steinzeitliche Funde

Apropos Platz finden: Die Gegend um Volksdorf war bereits in der Steinzeit besiedelt, was Funde von Feuersteinbeilen, Schabern und Pfeilspitzen belegen. Volksdorf wurde erstmals 1296 urkundlich erwähnt. Es gehörte ursprünglich zu Stormarn, seine Einnahmen gingen aber an das Kloster Harvestehude. 1437 verpfändete der damalige Grundherr Volksdorf zusammen mit anderen Dörfern an Hamburg, das Pfand wurde jedoch nie ausgelöst. Volksdorf wurde somit eines der Hamburger Walddörfer. Die Bauern waren einem als Verwalter eingesetzten Waldherren zu Hand- und Spanndiensten verpflichtet.

Im 16. Jahrhundert vergrößerte sich Volksdorf um die nachbarlichen Fluren des Herkenkrugs sowie um die Felder des Dorfes Lottbek. 1830 kam es zu einer tiefgreifenden Verwaltungsreform, bei der Volksdorf in die neu geschaffene Landherrenschaft der Geestlande eingegliedert worden ist. Zu diesem Zeitpunkt lebten 400 Menschen in Volksdorf. 

Ausflugsziel der Großstädter

Der Hamburger Kaufmann Heinrich von Ohlendorff, durch den Import von Guano-Dünger wohlhabend geworden, sicherte sich ab 1876 die Volksdorfer Jagdrechte. Er erwarb mehrere Hufen, errichtete ein Landhaus und führte einen modernen landwirtschaftlichen Großbetrieb. Dadurch begann der Aufschwung von Volksdorf. 1904 wurde der Ort an die Eisenbahn angeschlossen. Die Städter entdeckten das Gebiet zunächst für die Sommerfrische. Viele von ihnen entschieden sich schließlich dazu, in den ruhigen Vorort zu ziehen und errichteten dort ihre Häuser. 1938 wurde Volksdorf nach Hamburg eingemeindet.

Die Bezeichnung Volksdorf stammt übrigens von „Volcwardesdorpe“ ab und hat ihren Ursprung im Namen des Dorfgründers Volkward. 

Karte

*Quelle: Stadtteilprofile Hamburg, Statistikamt Nord (Stand: Jan 2019)

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