Sternwarte Hamburg-Bergedorf Forschungsinstitut der Universität Hamburg

Die Sternwarte Bergedorf ist vor allem den Wissenschaftlern aus aller Welt ein Begriff. Hier wird sowohl astronomische als auch astrophysikalische Grundlagenforschung betrieben. Die Stadt Hamburg plant, die Sternwarte auf die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO setzen zu lassen.

Informationen zu der Sternwarte

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Astronomiepark Hamburger Sternwarte

Öffnungszeiten

  • Fr:geschlossen

Preise

NORMALPREIS  10,-  € 
ERMÄSSIGT  7,50  € 
1 Erw. m. Kindern  18,- €
2 Erw. m. Kindern  28,- €
Kinder bis 6 Jahren FREI

Barrierefreiheit

  • Parkplätze vorhanden

Die Teleskopkuppeln der Sternwarte sind nicht rollstuhlgerecht.


Führungen, Veranstaltungen und Café Raum & Zeit

Wer die Sternwarte Bergedorf besucht, der betritt ein Ensemble aus verschiedenen Gebäuden, die neben diversen astronomischen Geräten und Teleskopen unterschiedlicher Größe auch ein Labor sowie eine umfangreiche Bibliothek beherbergen. Die Sternwarte Bergedorf ist für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet neben geführten Rundgängen auch diverse Veranstaltungen an. Seit dem Jahr 2011 wartet das Café Raum & Zeit mit Frühstücksbrunch, Kuchenbuffet sowie Tee- und Kaffeespezialitäten im idyllischen Parkgelände auf.

Instrumente und Bibliothek sind die Besonderheiten der Sternwarte

Eine wichtige Besonderheit der Sternwarte sind die vielen astronomischen Instrumentarien. Trotz ihres teilweise beträchtlichen Alters werden sämtliche Instrumente noch immer verwendet. Zwar wurden dem Bestand im Laufe der Zeit neue Teleskope und andere wissenschaftliche Gerätschaften hinzugefügt, aber ein Großteil stammt noch aus der Gründungszeit der Sternwarte. Eine Seltenheit stellt auch die Bibliothek dar: Sie besteht bereits seit Gründung der Sternwarte Bergedorf und ihr Gesamtbestand umfasst zirka 70.000 Bände. 

Untergebracht ist die Bibliothek im historischen Hauptgebäude und in fünf Nebenräumen desselben Gebäudes. Hier findet der Interessierte unter anderem aktuelle Literatur zu den Fachgebieten Astronomie und Astrophysik. Dieser Bestand ist gegliedert in Bücher, Zeitschriften und CD-ROMs. Der bedeutendste Teil der Bibliothek ist aber ihr Altbestand. Zu den historisch wertvollsten Werken gehören beispielsweise Tycho Brahes Astronomia Instauratae Mechanica aus dem Jahr 1602 und das Original von Johannes Keplers Tabulae Rudolphinae aus dem Jahr 1627.

Geschichte der Sternwarte

Eigentlich existiert die Sternwarte Bergedorf bereits seit 1825, denn in diesem Jahr gründete J. G. Repsold am Hamburger Millerntor ein privates Institut, das 1833 zum Staatsinstitut umgewandelt wurde. Auf diesem Gebiet befindet sich heute das Hamburg Museum. Die offizielle Einweihung der Sternwarte am Standort Bergedorf fand im Jahre 1912 statt und schloss die sechsjährige Bauzeit ab. Zu der Zeit war die Anlage die weltweit modernste ihrer Art. Seit dieser Zeit werden in der Sternwarte Bergedorf wissenschaftliche Forschungsprojekte im Bereich der Astronomie und Astrophysik durchgeführt und die Anlage wird durch die Universität Hamburg als Außenstelle genutzt.

Trotz zweier Weltkriege ist die gesamte Anlage fast vollständig im Originalzustand erhalten geblieben. Diese erfreuliche Tatsache gilt nicht nur für das Gelände mit seinen historischen Gebäuden und ihrer Ausstattung, sondern auch für die kostbaren optischen Geräte und sonstigen technischen Anlagen. Die Forschung in Bergedorf wurde zudem durch die Kriege nie vollständig unterbrochen. Schon zu Beginn der fünfziger Jahre lief der Betrieb wieder regulär und die Sternwarte wird seither ständig ausgebaut. 2018/2019 wurde die Sternwarte umfassend saniert, wobei das Hauptaugenmerk auf das Teleskopgebäude gelegt wurde. Dort ist der Große Refraktor untergebracht, ein Teleskop mit 60 Zentimetern Objektivdurchmesser und neun Metern Brennweite aus dem Jahr 1911. Der Refraktor gehört zu den größten Linsenteleskopen Deutschlands und ist ein wichtiges Zeugnis der Wissenschaftsgeschichte.

Komet Kohoutek

Weltweite Aufmerksamkeit bekam die Sternwarte im Jahr 1973 dank des tschechischen Astronomen Dr. Lubos Kohoutek, der vom Bergedorfer Observatorium aus den Kometen C/1973 E1, besser bekannt als Komet Kohoutek, entdeckte. Kohoutek löste mit seiner Beobachtung ein weltweites Kometenfieber aus – sowohl in der Fachwelt als auch in den Populärmedien. Bands wie Kraftwerk, R.E.M., Sun Ra oder 808 State veröffentlichten Songs zu Kohoutek. Zudem schaffte es der Himmelskörper in die Folge "Barts Komet" der Fernsehserie Die Simpsons.

Landschaft und Architektur am Standort Bergedorf

Als Standort für die Hamburger Sternwarte wurde im Jahre 1906 der südöstlich liegende Stadtteil Bergedorf ausgewählt, da für die Beobachtung der Sterne die Umgebung nicht zu lichtreich sein durfte. Da am ehemaligen Stadttor namens Millerntor einerseits nicht ausreichend Platz vorhanden war und andererseits zu viele Lichtquellen die wissenschaftliche Arbeit behinderten, wurde der Stadtteil Bergedorf, der etwas außerhalb der Hansestadt liegt, gewählt. Zudem liegt der Gojenberg leicht erhöht, was die Arbeit zusätzlich erleichtert. Die Architektur der einzelnen Gebäude entspricht der Zeit der Jahrhundertwende. Die gesamte Anlage vermittelt den Eindruck einer im Jugendstil gebauten Villensiedlung, denn die Gebäude der Sternwarte wurden im Stil von herrschaftlichen Häusern errichtet. Seit 1996 steht die Sternwarte unter Denkmalschutz. In der Umgebung befinden sich die folgenden Attraktionen: Das Rathaus, die Kirche St. Marien, das Schloss und die Mühle von Bergedorf. 

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