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Balkenhol-Figuren Die "Bojenmänner" von Stephan Balkenhol in Hamburg

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Sie gehören zu den "Wasserwesen" Hamburgs und kehren wie die Alsterschwäne mit jedem Frühling zurück: die "Vier Männer auf Bojen" von Stephan Balkenhol.

Balkenhol-Figuren, Bojenmänner von Stephan Balkenhol

Öffnungszeiten

frei schwimmende Denkmäler, jederzeit zu besichtigen von März bis Ende Oktober

Weitere Figuren von Stephan Balkenhol in Hamburg

Bronzeplastik eines Mannes und einer Frau mit überlangen Beinen vor der Zentralbibliothek Hamburg;
Bronzeplastik eines Mannes auf dem Hals einer Giraffe am Haupteingang zu Hagenbecks Tierpark

Der Bojenmann: durchschnittlich in Größe, Alter und Kleidung

Der Blick auf einige Gewässer in Hamburg wird seit 1993 von den hölzernen Balkenhol-Figuren geprägt. Die Skulpturen sind an vier verschiedenen Orten in der Hansestadt auf Flachwassertonnen montiert. Um besser gegen die Witterung gewappnet zu sein, werden die hölzernen Bojenmänner aktuell nach und nach gegen Figuren aus Aluminiumguss ausgetauscht. Vor Oevelgönne steht bereits die neue Figur in der Elbe. Die Bojenmänner auf der Süderelbe und auf der Außenalster werden zeitnah ausgetauscht. 2021 soll auch die Figur im Serrahn in Bergedorf getauscht werden. Diese ist aktuell noch in Produktion. 

Bei den vier Skulpturen handelt es sich um männliche Figuren aus Eiche. Die hölzernen Menschengestalten ziehen unweigerlich die Blicke der Passanten auf sich, obwohl sie so gewöhnlich aussehen in ihren schwarzen Hosen und weißen Hemden.

Die ursprünglichen "Vier Männer auf Bojen" wurden jeweils so aus einem Eichenstamm herausgearbeitet, dass Figur und Sockel als ein Stück verbunden bleiben. Sie sind mit ihrem Sockel 2,40 Meter hoch und wiegen neun Tonnen. Montiert sind sie auf schwankenden Bojen, die an Steinankern angekettet sind. Die Bojenmänner aus Holz wurden nicht geschnitzt, sondern grob gehauen, danach in Farbe gefasst. Klar erkennbar waren Astansätze und Risse im Stamm, aber auch die Spuren des Arbeitsprozesses mit dem Beitel. Im Herbst, nach etwa sieben Monaten auf dem Wasser wurden die Bojenmänner eingeholt und in ihrem Winterquartier in der Stackmeisterei auf Finkenwerder vom Künstler überholt. Durch den Austausch der Figuren gegen Bojenmänner aus Aluminium sollen die Kunstwerke besser gegen die Witterung geschützt sein.

Nur scheinbar unscheinbaren Gestalten

Der deutsche Bildhauer Stephan Balkenhol wurde 1957 in Fritzlar geboren, wuchs dort, in Luxemburg und in Kassel auf. Von 1976 bis 1982 studierte er Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Seit 1983 erhielt er zahlreiche Stipendien, Förder- und Kunstpreise. An der Akademie für bildende Künste in Karlsruhe ist er seit 1992 Professor und gehört zu den renommierten Vertretern der figurativen Plastik in Deutschland.

Balkenhol erarbeitet Skulpturen, Reliefs, Zeichnungen und Siebdrucke. Er verzichtet in der Regel auf Modelle. Grob gehauene, farbig bemalte Holzskulpturen – Menschen, Tiere, Architekturen – sind sein Markenzeichen. Im Mittelpunkt steht dabei immer ein Grundtyp Mensch in heutiger Kleidung, den er vielfältig variiert.

Dadurch dass der Künstler für seine scheinbar unscheinbaren Gestalten exponierte, ja ungewöhnliche Standorte im öffentlichen Raum bevorzugt, treibt er ein raffiniertes Spiel mit den Sehgewohnheiten.

Indifferenter Ausdruck der Figuren lässt viele Deutungsmöglichkeiten zu

Die Bojenmänner stehen reglos, in grenzenloser Gelassenheit und stoischer Ruhe. Keine Geste, keine Pose verleiht ihnen Eigenheit. An ihren Gesichtern ist keine Gefühlsregung abzulesen. Emotionslos blicken sie ins Leere.

Das unspektakuläre Erscheinungsbild ist vom Künstler bewusst gewählt. Es soll einen Widerspruch bilden zu den oft seltsam anmutenden Stellplätzen der Figuren, zu ihrem teils irritierenden Auftauchen im öffentlichen Raum.

Die Figuren sollen dadurch bewusst distanziert, anonym und rätselhaft bleiben. Balkenhol selbst sagt dazu: "Meine Skulpturen erzählen keine Geschichten. In ihnen versteckt sich etwas Geheimnisvolles. Es ist nicht meine Aufgabe, es zu enthüllen, sondern die des Zuschauers, es zu entdecken."

Balkenhols Werke im Stadtplan

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