Südamerika Scholz zieht positive Bilanz seiner Südamerika-Reise

Zum Abschluss seiner einwöchigen Lateinamerikareise Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz eine positive Bilanz gezogen. "Lateinamerika besitzt unglaubliche Potenziale", sagte Scholz in Buenos Aires, der letzten Station nach Sao Paolo (Brasilien) und Montevideo (Uruguay).

Scholz zieht positive Bilanz seiner Südamerika-Reise

"Es ist aus Hamburger Sicht wichtig, dass wir uns mit diesen Ländern zusammentun, mit den Verantwortlichen sprechen und Kontakte pflegen und verbessern." Man habe viele wichtige Informationen gewonnen, die Hamburg, dem Hafen und seiner Wirtschaft insgesamt nutzten, sagte Scholz: "Da sind wir schlauer geworden." Teil solcher Reisen sei immer auch, in den Ländern der Welt Werbung für Hamburg zu machen. "Wir sind eine sehr bekannte Stadt, aber da kann man immer noch was drauflegen", sagte Hamburgs Bürgermeister. Zu Beginn der Südamerika-Reise hatte die Deutsche Außenhandelskammer in Sao Paolo die Ergebnisse einer Umfrage präsentiert, der zufolge Brasilianer Deutschland mit Michael Schumacher, deutschem Bier und süddeutschen Automarken in Verbindung bringen.

Am Ende der Reise also Argentinien. Scholz, der bereits bei Privatreisen Teile des Landes  kennengelernt hat, zeigte sich begeistert von diesem Land und seinen Leuten. "Ein wunderbares Land, das viele Möglichkeiten bietet. Buenos Aires selber ist eine kosmopolitische Stadt, die nicht nur von Kultur geprägt ist, sondern auch von sehr lebendigen Bürgerinnen und Bürgern. Es pulsiert hier wirklich."

Unmittelbar nach der Ankunft in Buenos Aires war Scholz am Donnerstagabend mit dem Bürgermeister der 13-Millionen-Metropole, Mauricio Macri, zusammengetroffen. Scholz lud ihn zum Hafengeburtstag im Mai 2014 nach Hamburg ein, dessen Partnerregion Buenos Aires sein wird – Argentinische online-Portale berichteten schon kurz darauf, Macri werde das Angebot annehmen. Der Charismatiker gilt als möglicher argentinischer Präsidentschaftskandidat.

Am Freitag, dem letzten Tag seiner Reise, traf sich Scholz unter anderem mit der argentinischen Industrieministerin Debora Adriana Giorgi de Ordoñez. Die Mitglieder der Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation kamen derweil auf Einladung des Außenministeriums zu einem Austausch mit argentinischen Unternehmen zusammen. Später trafen die Gruppen zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel "Smart Cities" zusammen, bei der es um die intelligente Gestaltung von Städten der Zukunft ging. "Von den modernen Metropolen geht für Millionen Migranten aus dem In- wie aus dem Ausland das Versprechen auf ein besseres Leben aus", sagte Olaf Scholz in seinem Eingangsstatement. "Dieses Versprechen müssen und wollen wir einlösen. Denn in den Städten wird die Gesellschaft der Zukunft vorgedacht und vorgelebt." In den Städten zeigten sich neue Entwicklungen zuerst. "Hier entstehen die Ideen, die uns in Zukunft bewegen werden - erst recht in Hafenstädten, wo traditionell ein reger Austausch nicht nur von Gütern, sondern auch von Migranten, Ideen und Know-how herrscht", so Scholz. "Auch das ist eine Gemeinsamkeit von Hamburg und Buenos Aires."

Das 21. Jahrhundert verlange nach "Smart Cities", in denen grenzüberschreitend und interdisziplinär gedacht, geplant und gebaut werde. Auch bei diesem Vortrag bezog sich Scholz auf den Harvard-Ökonomen Edward Glaeser, der die Anforderungen an eine zukunftsfähige Stadt in seinem Buch "The Triumph of the City" klar formuliert habe. Dazu gehörten "gute Schulen und Hochschulen, erstklassige Betreuungsmöglichkeiten, ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr, ausreichend Baufläche und die Möglichkeit zu mutiger Stadtentwicklung", so Scholz.

Zum Abschluss seiner Südamerikareise schlug Scholz dem Gouverneur der Provinz Buenos Aires, Daniel Scioli, zudem vor, eine gemeinsame Kandidatur der historischen Sternwarten von La Plata und Hamburg-Bergedorf als Weltkulturerbe der Unesco aufzustellen. Scholz überreichte dem Gouverneur entsprechende Unterlagen.

Der Besuch in Buenos Aires war die letzte Station der einwöchigen Südamerika-Reise von Scholz. Am Wochenende reisten der Bürgermeister und seine 15-köpfige Wissenschafts- und Wirtschaftsdelegation zurück nach Deutschland. Als Höhepunkte der Reise galten Vereinbarungen zwischen der Technischen Universität Hamburg Harburg sowie der Handelskammer auf der einen und brasilianischen Hochschulen auf der anderen Seite, ein Vertrag zur Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Häfen in Hamburg und Montevideo, ein eineinhalbstündiges Gespräch zwischen Bürgermeister Scholz und dem Präsidenten von Uruguay, „Pepe“ Mujica und eine Reihe von Treffen mit hochrangigen Politikern in Buenos Aires.

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