Demografischer Wandel Umsorgt wohnen

In Hamburg werden künftig mehr über 65-Jährige leben. Daher sind verstärkt ambulante Betreuungen für Zuhause und andere Wohnformen gefragt. 

Wohnen im Alter

Hochbetagt in der Großstadt

Hamburg – ein Jungbrunnen? Auf eine gewisse Art und Weise schon. Denn die Stadt altert entgegen dem Bundestrend langsamer. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft errechnet hat, bleibt Hamburg im Jahr 2060 – nach Berlin – das Land mit dem zweitniedrigsten Anteil an über 80-Jährigen. Deren  Anteil soll sich von 5,1 auf 10,6 Prozent erhöhen. In Gesamtdeutschland wird bereits jeder Achte über 80 Jahre alt sein.

Dennoch: In Hamburg werden im Jahr 2030 fast 37 Senioren auf 100 erwerbstätige Personen entfallen, 2009 waren es knapp 30. Zu diesem Ergebnis kommen Studien der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH (GWS) und des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung (NIW).

Mehr Pflegebedürftige

Der demografische Wandel stellt die Hansestadt den Untersuchungen zufolge vor besondere Herausforderungen: So wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 um 29 Prozent zunehmen. Gut ausgestattete Pflegeheime werden folglich verstärkt gefragt sein. Gleichzeitig setzt sich der gesellschaftliche Trend fort, dass die meisten Betroffenen möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben wollen. In diesem Fall kann man in Hamburg unter zahlreichen häuslichen Pflegediensten wählen. Das sind Dienste, die direkt nach Hause kommen und zum Beispiel physiotherapeutische Hilfe leisten. Auch eine ganztägige Betreuung ist möglich.

Servicewohnen

Solange der Pflegefall noch nicht akut ist, können andere Wohnformen in Frage kommen. Beim "Servicewohnen für Senioren“ (früher bezeichnet als Betreutes Wohnen) zum Beispiel wird der gemietete Wohnraum mit verschiedenen Serviceleistungen kombiniert. Die Anforderungen an diese Wohnform sind in Hamburg gesetzlich geregelt, die Wohnanlage muss zum Beispiel barrierefrei sein. Wenn sie öffentlich gefördert wurde, benötigt man zur Anmietung einen Wohnberechtigungsschein (§ 5-Schein) und muss über 60 Jahre alt sein.

Ein Servicewohnen-Ratgeber der Stadt enthält neben allgemeinen Informationen zu dem Thema eine Übersicht der Wohnanlagen in Hamburg. Diese stellen sich vor und erleichtern damit die Auswahl. Auf jeden Fall sollte vor einer Entscheidung geklärt werden, welche Hilfe und Pflegeleistungen vorhanden sind.

Anschluss und Aktivität

Um im Alter nicht isoliert und alleine sein zu müssen, erwägen viele Menschen den Umzug in eine Seniorenresidenz. Oder ist Ihnen eine alternative Wohnform lieber? In Hamburg bieten zum Beispiel Wohnungsgesellschaften inzwischen vermehrt Hausgemeinschaften speziell für Ältere an, etwa die städtische SAGA GWG. Nach dem Konzept "lebendige Nachbarschaft" entstehen barrierefreie Wohnungen in Neu- oder Bestandsbauten, die auch ein Servicebüro, Gemeinschaftsräume und ehrenamtliche Helfer umfassen.

Ob betreute Wohngemeinschaften, Mehrgenerationenhäuser oder Senioren-WG's – die Grenzen zwischen den verschiedenen Wohnformen werden fließender. Selbst in zahlreichen Altenheimen gibt es immer mehr Formen von Wohngruppen, in denen man selbstbestimmt und -organisiert leben kann. Ein Faltblatt des Landes-Seniorenbeirats (LSB) informiert über die unterschiedlichen Möglichkeiten des Wohnens im Alter.

 

 

 

 

Umsorgt wohnen
In Hamburg werden künftig mehr über 65-Jährige leben. Daher sind verstärkt ambulante Betreuungen für Zuhause und andere Wohnformen gefragt. 
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