"Aus dem Nichts" Golden Globe für Fatih Akin

Mit seinem Film "Aus dem Nichts" erzählt der Hamburger Regisseur Fatih Akin eine mitreißende Geschichte, die vor allem wegen ihrer Aktualität an Bedeutung gewinnt. Der Film mit Diane Kruger in der Hauptrolle wurde 2018 mit einem Golden Globe ausgezeichnet. 

Golden Globe für Aus dem Nichts

Golden Globe für Hamburger Produktion

Seinen Durchbruch feierte der Hamburger Regisseur Fatih Akin mit Filmen wie "Gegen die Wand" oder "Soulkitchen". Für seine Regie- und Drehbucharbeit wurde er bereits mit dem Europäischen Filmpreis, dem Goldenen Bären und dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet, 2018 folgte mit dem Golden Globe für "Aus dem Nichts" schließlich auch eine Ehrung aus Hollywood. Das Drama wurde zum "Besten fremdsprachigen Film" im Wettbewerb gekührt.

"Aus dem Nichts" - Drehort Hamburg

Wie schon frühere Produktionen lässt Fatih Akin auch die Geschichte von "Aus dem Nichts" zum größten Teil in Hamburg spielen. Gedreht wurde von Oktober bis November 2016, unter anderem auf St. Pauli sowie im Hamburger Polizeipräsidium. Die Story: Katja (Diane Kruger) lebt gemeinsam mit ihrem kurdischen Mann Nuri Sekerci und ihrem Sohn Rocco vor den Toren Hamburgs. Als auf das Übersetzungs- und Steuerbüro Nuris ein Anschlag verübt wird, bei dem er und der gemeinsame Sohn getötet werden, droht Katja an Wut und Trauer über den Tod ihrer Familie zu zerbrechen. Bald stellt sich heraus, dass die Täter, ein junges Ehepaar, aus rassistischen Motiven gehandelt haben. Bald stehen die Attentäter zwar vor Gericht, aber für Katja verläuft der Prozess nicht so, wie erhofft.

Hintergründe des Films

Den Preis für die beste fremdsprachige Produktion gewann der Film insbesondere wegen seiner Aktualität: Das Drehbuch entstand in Anlehnung an die Aufarbeitung der deutschlandweiten NSU-Terrorserie, bei der von 2000 bis 2007 neun Menschen starben und mehrere Menschen teils schwerverletzt wurden.

Die Täter Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe handelten aus rassistischen Beweggründen - acht der neun Todesopfer hatten einen Migrationshintergrund. Das Trio war bereits Ende der 1990er in der rechten militanten Szene aktiv und schließlich untergetaucht, um einem drohenden Haftbefehl zu entgehen. Die Täter bildeten daraufhin den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) und erschossen bis 2007 neun Menschen. Auch in Hamburg verübte der NSU 2001 einen Anschlag, bei dem der Obst- und Gemüsehändler Süleyman Taşköprü ermordet wurde. Unklar ist bis heute, wie viele Personen in den NSU involviert waren. 2011 wurde die Mordserie aufgedeckt, nachdem sich Mundlos und Böhnhardt umgebracht hatten und Bekennervideos versandt wurden. Beate Zschäpe wurde festgenommen und 2018 wegen Mittäterschaft und weiterer Vergehen zu einer lebenslangen Haftstrafe mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. 

Fatih Akin beschäftigte sich für seinen Film vor allem mit der Aufarbeitung der NSU-Morde. In "Aus dem Nichts" sind unter anderem Eindrücke zum Umgang mit Angehörigen der Opfer und zu dem NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München eingeflossen, den Fatih Akin in Vorbereitung zum Film mehrmals besucht hatte. 

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