Voraussetzungen
Ihr Unternehmen besteht seit mindestens 3 Jahren.
Sie legen die Jahresabschlüsse der letzten 3 Geschäftsjahre offen.
Je nach Art weisen die Wertpapiere bestimmte Mindestbeträge auf hinsichtlich des:
- erwarteten Kurswertes,
- Eigenkapitals,
- Gesamtnennbetrags oder der Stückzahl.
Die Wertpapiere sind frei handelbar.
Die Stückelung der Wertpapiere, insbesondere die kleinste Stückelung und die Anzahl der Wertpapiere entsprechen den Erfordernissen des Börsenhandels und den Erwartungen der Investoren.
Ihre Aktien sind ausreichend gestreut, so dass ein breiter Handel möglich ist.
Benötigte Unterlagen
- Billigungsbescheinigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beziehungsweise der zuständigen Behörden anderer Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)
- Kopie der Globalurkunde beziehungsweise Sammelurkunde für Wertpapiere
- Satzung oder Gesellschaftsvertrag in der derzeit gültigen Fassung • beglaubigter Handelsregisterauszug nach neuestem Stand
- Genehmigungsurkunden, wenn
- die Gründung des Emittenten,
- die Ausübung seiner Geschäftstätigkeit oder
- die Ausgabe der Wertpapiere einer staatlichen Genehmigung bedarf
- Nachweise über die Rechtsgrundlage der Wertpapierausgabe
- Jahresabschlüsse und die Lageberichte für die letzten 3 Geschäftsjahre, einschließlich der Bestätigungsvermerke der Abschlussprüfer
Zu Beachten
Bei der Zulassung von Wertpapieren an der Börse gibt es neben den formalen Schritten weitere wichtige Aspekte, die Sie beachten sollten:
1. Regulatorische Anforderungen
Prospektpflicht: Neben der Genehmigung des Prospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) muss dieser auch regelmäßig aktualisiert werden, falls sich wesentliche Informationen ändern.
Pflichten nach der Zulassung: Nach der Zulassung sind Sie verpflichtet, regelmäßige Finanzberichte zu veröffentlichen (Quartalsberichte, Jahresabschlüsse) und wesentliche Ereignisse, die den Wert der Wertpapiere beeinflussen könnten, über Ad-hoc-Mitteilungen zu kommunizieren. Dies dient der Transparenz und Information der Investoren.
2. Transparenzanforderungen
Corporate Governance: Sie müssen bestimmte Corporate-Governance-Standards erfüllen. Dazu gehören Regeln zur Unternehmensführung, zur Verantwortung der Unternehmensleitung und zur Einhaltung ethischer Standards.
Insiderhandel: Sie müssen sicherstellen, dass Insiderinformationen, die den Kurs der Wertpapiere beeinflussen könnten, nicht unrechtmäßig verwendet werden. Insiderhandel ist streng verboten und wird von den Aufsichtsbehörden verfolgt.
3. Börsensegment wählen
Je nach Größe Ihres Unternehmens und Ihren Anforderungen können Sie unterschiedliche Marktsegmente wählen:
- Prime Standard: Höchste Transparenzanforderungen, häufig von großen Unternehmen genutzt, um internationale Investoren anzusprechen.
- General Standard: Geringere Anforderungen als im Prime Standard, für Unternehmen geeignet, die sich auf nationale Investoren konzentrieren.
- Freiverkehr (Open Market): Weniger reguliert, hier gelten niedrigere Anforderungen, aber auch ein höheres Risiko für Investoren. Der Freiverkehr ist oft für kleinere oder junge Unternehmen interessant.
Neben den Zulassungsgebühren fallen auch Kosten für die Erstellung des Prospekts, die Beratung durch Anwaltskanzleien oder Investmentbanken sowie eventuell für die Einhaltung der laufenden Transparenzvorgaben an. Diese Kosten sollten von Beginn an einkalkuliert werden.
Fristen
Sie benötigen die Zulassung, bevor Sie mit den Wertpapieren an der Börse handeln dürfen.