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Infektionsschutz Ungewöhnliche Seuchenlagen und biologische Gefahren

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Seuchenabwehr in Hamburg: Strukturen zum Schutz der Bevölkerung.

Seuchenabwehr in Hamburg - Strukturen zum Schutz der Bevölkerung

Alte und neue Infektionskrankheiten

Die Hoffnungen, dass Infektionskrankheiten in westlichen Industrienationen ihre Bedrohung verlieren, sind durch das Auftreten von neuen und alten Infektionskrankheiten widerlegt worden. Die weltweite Zunahme von Durchfallerkrankungen durch Noroviren, die Bedrohung durch SARS, regionale Masern-Ausbrüche in Deutschland, Dengue-Fieber in Südamerika, die anhaltende AIDS-Epidemie und Ebola in Afrika sind dafür nur einige wenige Beispiele.

Auf der positiven Seite entwickeln sich die Methoden zum Schutz der Menschen vor übertragbaren Erkrankungen fort. Impfstoffe verhüten Erkrankungen effizient ebenso wie die verbesserte Hygiene, zum Beispiel des Trinkwassers oder der Lebensmittel. Durch Fortschritte in der Labordiagnostik kann man Erkrankungen schneller und genauer diagnostizieren, und Medikamente gegen Viren, Bakterien und Parasiten werden kontinuierlich verbessert. 

Weltweit gibt es Bemühungen, Systeme zu schaffen oder auszubauen, mit denen Ausbrüche von Infektionskrankheiten schnell erkannt werden. In Deutschland besteht durch das Infektionsschutzgesetz eine gesetzliche Grundlage für die Meldung von Infektionskrankheiten durch Ärzte/Ärztinnen und Labors. 

Diese Daten werden zunächst in jedem Bundesland und dann bundesweit durch das Robert Koch-Institut in Berlin analysiert. Ein Beispiel für die Bedeutung solcher Netzwerke war ein Ausbruch von Durchfallerkrankungen Ende 2001 bis Anfang 2002. Aus allen Bundesländern und einigen europäischen Ländern wurden Fälle gemeldet.

Durch die Zusammenführung der Meldedaten konnte als Ursache dieser Erkrankungen die Verunreinigung von Schokolade eines Herstellers durch Salmonella Oranienburg festgestellt werden.

Hochansteckende Infektionskrankheiten

Einen Sonderfall in der Seuchenabwehr stellen hochansteckende Infektionskrankheiten dar. Diese haben in der Vergangenheit große öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Berichte über den Krankheitsverlauf einer Patientin mit Lassa-Fieber, die in die Elfenbeinküste gereist war und an dieser Erkrankung in Würzburg verstarb, oder Pesterkrankungen in Indien sind vielen noch in lebhafter Erinnerung.

Zu den lebensbedrohlichen hochansteckenden Erkrankungen zählt nach heutigem Verständnis das virale hämorrhagische Fieber, hervorgerufen durch das Lassa-, das Ebola-, das Krim-Kongo- oder Marburg-Virus. Daneben sind in diesem Zusammenhang die bakteriellen Infektionen Lungenpest und Lungenmilzbrand und die Orthopoxviren, zum Beispiel humane Affenpocken, von Bedeutung. Die seit 1979 als ausgerottet geltenden Pocken durch das Variola-Virus müssen aufgrund der aktuellen Diskussion um bioterroristische Gefahren wieder in diese Liste mit aufgenommen werden.

Auch wenn das Einschleppen dieser Erkrankungen in Deutschland ein sehr seltenes Ereignis ist und das Auftreten von Pocken durch einen bioterroristischen Anschlag als extrem unwahrscheinlich eingeschätzt wird, werden für deren Management besondere Strukturen vorgehalten. Hamburg zählt zu einem von fünf überregionalen Kompetenzzentren für die Diagnostik und Behandlung hochansteckender Infektionserkrankungen.

Strukturen des Seuchenschutzes in Hamburg

In dem den sicherlich seltenen, aber durchaus realen Fall, dass ein Patient oder eine Patientin zur Abklärung eines ungewöhnlichen Krankheitsbildes nach Hamburg gelangt und der begründete Verdacht auf eine hochkontagiöse Erkrankung besteht, erfolgt eine sofortige Verlegung in spezielle Isolierbetten der Klinischen Abteilung des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin und spezialisierten Einleitung der Labordiagnostik in dem dortigen Hochsicherheitslabor.

Durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheits- und Umweltamtes erfolgt die Erfassung, Beratung und weitere Beobachtung von Kontaktpersonen. Zeitgleich koordiniert ein Fachstab von Seuchenexperten aus verschiedenen Institutionen in Hamburg das weitere Vorgehen. 

Ziel ist der optimale Schutz der Bevölkerung und des an der Aufarbeitung der Fälle beteiligten Personals sowie die bestmögliche Therapie für die erkrankte Person.

Somit wird eine aufwändige Struktur des Seuchenschutzes für extrem seltene Ereignisse vorgehalten. Die aktuellen Diskussionen um bioterroristische Anschläge verdeutlichen, dass auch in modernen Gesellschaften der Seuchenschutz nicht an Bedeutung verloren hat.

Kontakt

Öffentlicher Gesundheitsdienst

Infektionsschutz

Sozialbehörde
Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration
Billstraße 80
20539 Hamburg
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