Einbruchschutz So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern

Urlaubszeit ist Einbruchszeit? Viele Häuser und Wohnungen sind häufig unzureichend gegen Einbrüche gesichert, sodass Einbrecher oftmals ein leichtes Spiel haben. Doch mit fachgerechter Sicherheitstechnik lassen sich viele Täter abschrecken. Hier gibt’s die besten Tipps, wie Sie sich vor Einbrechern schützen können.

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Sicherheitstechnik - unsere Tipps

Einfallstore

Die Schubladen sind geöffnet, Papiere liegen verstreut auf dem Fußboden, der Fernseher ist verschwunden: In Deutschland wird im Schnitt alle viereinhalb Minuten ein Einbruch verübt. 2017 registrierte die Polizei in Hamburg insgesamt 5.769 Einbrüche und versuchte Einbrüche in Häuser und Wohnungen. 

Die Einbrecher gelangen am häufigsten über die Terrassen- bzw. Balkontür ins Einfamilienhaus, bei Mehrfamilienhäusern betreten sie den Tatort meistens über die Wohnungseingangstür. Mittlerweile bringen Einbrecher immer seltener selbst Werkzeug zum Aufhebeln oder Aufbrechen an den Tatort, sondern bedienen sich vor Ort. Oft haben sie leichtes Spiel, weil sich die Bewohner auch ansonsten nachlässig verhalten: durch gekippte Fenster, zugezogene Haustüren oder Einstiegshilfen wie Mülltonnen und Leitern. Nach Angaben der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind Türen und Fenster bei rund 80 Prozent der Haushalte unzureichend gesichert. In einer Mietwohnung ist man übrigens am schlechtesten gegen ungebetene Gäste geschützt: So hat nur knapp jede fünfte Mietwohnung in Deutschland abschließbare Fenstergriffe oder zusätzliche Sicherungen an den Türen.

Technik installieren

Der Albtraum Einbruch führt dazu, dass Menschen ihr Heim zunehmend mit Einbruchtechnik ausstatten. Durch zusätzliche Sicherheitstechnik kann das Einbruchrisiko stark gemindert werden: Statistiken zeigen, dass dadurch mehr als 40 Prozent aller Einbruchsversuche scheitern.

Notwendig für den Schutz ist vor allem die mechanische Sicherung von Türen und Fenstern. Die Polizei rät zu geprüften und zertifizierten einbruchhemmenden Modellen nach DIN-EN 1627 mit Resistance Class (Widerstandsklasse) 2. Das ist die Klasse, die einem Schraubendreher - dem typischen Einbruchswerkzeug - gut standhält. Bei diesen Fenstern und Türen sind Rahmen, Beschläge und Schließbleche genau aufeinander abgestimmt.

Glasklar - auch Fenster sichern

Einbrecher gehen meist geübt vor: Schon nach zehn bis 15 Sekunden ist ein ungesichertes Fenster geknackt. Seine Beschläge sollten daher durch umlaufende sogenannte Pilzzapfenbeschläge ausgetauscht werden. Das sind hinterhakende Beschläge, die in Verbindung mit einem abschließbaren Fenstergriff das Aufhebeln des Fensters verhindern können.

Ein abschließbarer Griff verhindert den sogenannten „kleinen Glasbruch“: Dabei werfen die Täter einen im Garten gefundenen Stein in Griffhöhe durch das Fester und verstecken sich für einige Minuten, um eine Reaktion abzuwarten. Kommt niemand, greifen sie durch das Loch in der Scheibe - und das Fenster ist entriegelt. Das kann ihnen nicht gelingen, wenn der Griff von innen abgeschlossen ist.

Fenstergriffe nachrüsten 

Auch Fenstergriffe sind zum Abschließen nachrüstbar, aber nur in Verbindung mit dem einbruchhemmenden Pilzzapfenbeschlag sinnvoll. Die andere Variante sind aufschraubbare Produkte, die ebenfalls zertifiziert sein sollten. Zudem ist es wichtig, mindestens eine Sicherung auf Griff- und eine auf Scharnierseite anzubringen.

Hinter Schloss und Riegel

Ein Dieb versucht ungefähr drei bis fünf Minuten, in ein Haus oder eine Wohnung einzubrechen - so lange sollten Schlösser dem Widerstand von außen mindestens standhalten. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest hat ergeben, dass Querriegelschlösser am ehesten einen wirksamen Schutz vor ungebetenen Gästen bieten. Schlechter beurteilen die Verbraucherexperten Kastenzusatzschlösser, bei denen die Schlossseite der Tür mit einem zusätzlichen Riegel verschlossen wird.

Fest im Mauerwerk verankerte Schließfächer und Kleintresoren schützen Papiere und Wertgegenstände vor dem Zugriff von Einbrechern. Es sind nur geprüfte und zertifizierte Behältnisse ratsam, am besten mit einem sogenannten „geistigen“ Verschluss - also einem elektronischen Zahlenschloss. Denn Safeschlüssel werden von Tätern häufig entdeckt.

Intelligente Einrichtung

Smart-Home-Systeme können mechanische Sicherungen nicht ersetzen, aber wirkungsvoll ergänzen. Die Technik steuert unter anderem Licht, Fernseher sowie Rollläden und ist detailliert programmierbar. Sie simuliert dadurch Leben, hat aber auch ihre Tücken: Alarmanlagen etwa melden dem Nutzer über eine App aufs Mobiltelefon, wenn jemand das Heim betreten hat. Ist der Empfänger jedoch in einem Funkloch, erfährt er zunächst davon nichts. Daher empfiehlt die Polizei, den Alarm statt auf das Mobiltelefon an ein Wach- und  Sicherheitsunternehmen weiterzuleiten. Das kann schnell beim Objekt sein oder die Polizei rufen.

Im Smart Home ist die Türkommunikation übrigens mehr als eine Gegensprechanlage und ein Türöffner. Immer mehr Bewohner installieren eine Videoanlage, mit der sie Besucher sehen können. Je nachdem, wie die Türanlage vernetzt ist, kann man das Videobild auch auf dem Notebook sehen oder es sich auf dem TV-Bildschirm anzeigen lassen.

Für alle technischen Maßnahmen gilt: Sicherungen können ihren Zweck nur dann erfüllen, wenn sie fachgerecht eingebaut werden. Denn die Täter wissen Einbaufehler auszunutzen.

Einbruchschutz für Gewerbe

Besonders wichtig ist der Einbruchschutz und die Sicherheit bei Läden und anderen Unternehmen: Ob Juwelier, Computerfachgeschäft oder Kiosk, ob Kino, Friseurladen oder Bar, größerer Industriekomplex oder Supermarkt - die Kasse, die Waren und teure Technik müssen vor Diebstahl gesichert sein! Neben einer angemessenen Versicherung ist es entscheidend, hier mehrgleisig zu fahren und sich nicht auf eine einzige Strategie zu verlassen.

Mit einer 24h-Live-Fernüberwachung können in Echtzeit durch die sogenannte „Live-Täter-Ansprache“ bereits vorbeugend Schaden und Einsatzkosten vermieden werden. Wenn der Täter Lichtschranken oder andere Warnsysteme und Sensoren berührt, wird der Angriff von überwachenden Mitarbeitern ausgewertet und direkt lautstark Kontakt mit ihm aufgenommen. So erzeugt man sofort ein Schreckmoment und zeigt dem Eindringling, dass man die Kontrolle über ihn hat. Diese Kombination aus Alarm und Überwachung hat eine hohe Erfolgsquote. Natürlich sollten Läden und Unternehmen mit elektronischen Schlössern, Code-System sowie durchdachter Außenbeleuchtung gesichert sein. Die Polizei rät außerdem zur Sicherung von Kellerfenstern, verschließbaren Fenstern, gegebenenfalls mit Sicherheitsglas im Erdgeschoss und dem Verwenden einer Alarmanlage.

Weitere Themen Einbruchschutz

Beratung in Hamburg

Das Landeskriminalamt Hamburg berät Hamburger Bürgerinnen und Bürger kostenlos in der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle, wie man Einbruchsgefahren erkennen kann und wie man sein Heim sichert. Ein Termin ist vorher zu vereinbaren: Telefon 040 / 4286-70777 (montags bis freitags von 10 Uhr bis 16 Uhr).

Polizei Hamburg
Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle
im Haus des Polizeikommissariats 14
Caffamacherreihe 4
20355 Hamburg
kriminalberatung@polizei.hamburg.de​​​​​​​

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So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern
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