Die aktuelle Einbruchstatistik Deutlich weniger Wohnungseinbrüche

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist auf den niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren gesunken. Aber wie stark tatsächlich? Und wie sieht die Lage in Hamburg aus und wann wird am häufigsten eingebrochen? Hier sind die wichtigsten Zahlen und Fakten. 

Wie häufig in Hamburg eingebrochen wird

Einbrüche in Deutschland

  • Wie bereits 2017 verzeichnet die bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik auch für 2018 einen Rückgang beim Wohnungseinbruch. Insgesamt wurden 97.504 Fälle einschließlich der Einbruchsversuche erfasst, 2017 waren es 116.540. Eingebrochen wurde in den meisten Fällen über leicht erreichbare Fenster und Wohnungs- bzw. Fenstertüren.
  • Insgesamt verursachten die Einbrecher 2018 einen Schaden von rund 260 Millionen Euro (2017: 302 Millionen Euro). Laut GDV verursacht ein Einbruch im Schnitt einen Schaden von rund 2.850 Euro – das sind 100 Euro mehr als 2017.
  • Die Zahl der gescheiterten Einbrüche ist weiter gestiegen (2018: 45,4 Prozent, 2017: 45,0 Prozent). Mittlerweile scheitern Einbrüche immer mehr durch vorhandene Sicherungseinrichtungen und eine aufmerksame Nachbarschaft.
  • Die niedrige Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruch hat sich nur leicht auf 18,1 Prozent erhöht (2017: 17,8 Prozent). Das zeigt, dass die Polizei einen Großteil der Taten leider nicht aufklären kann.

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Einbrüche in Hamburg

  • Vergleichsweise viele Wohnungen werden in Hamburg, Bremerhaven, Bremen und Osnabrück aufgebrochen. Nachdem es in Hamburg von Jahr zu Jahr mehr Taten gab, wurde 2015 die Sonderkommission „Castle“ eingerichtet, deren bis zu 100-köpfiges Team gegen professionelle Serientäter und Einbrechergruppen vorgeht. Das Besondere an ihr ist nicht nur die Personalstärke, sondern dass viele Infos in der Soko zusammenlaufen und genau analysiert werden.
  • Das Konzept scheint mit den Jahren aufzugehen: Beim Wohnungseinbruchdiebstahl ist gegenüber dem Vorjahr ein starker Rückgang um 1.168 (-20,2%) auf 4.601 Fälle zu verzeichnen. Damit ist ein historischer Tiefststand erreicht, die Fallzahlen sind so niedrig wie seit über 30 Jahren nicht. Allein in den letzten drei Jahren konnten die Zahlen durch intensive polizeiliche Maßnahmen halbiert werden.
  • Die Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruchdiebstahl ging im Jahr 2018 auf 8,5% zurück. Die Aufklärung von Wohnungseinbrüchen bleibt weiter dadurch erschwert, dass immer weniger Täter aus Hamburg kommen. Häufig handelt es sich um sogenannte reisende Täter, die sehr professionell und vielfach in Gruppen agieren. Sie verlassen in der Regel nach ihren Einbrüchen die Stadt sofort wieder. Nur 46,7% (Vorjahr: 48,3%) der 306 bekannt gewordenen Tatverdächtigen von Wohnungseinbruchdiebstählen kamen aus Hamburg. Von den nichtdeutschen Tatverdächtigen stammten sogar nur 61 Tatverdächtige (29,9 %) aus Hamburg.
  • Mit Überführung der Bundesabgabenordnung 153 in das Landeskriminalamt 19 „Castle“ setzte sich die priorisierte Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls in Hamburg fort. Die hohen Standards bei der Bekämpfung bleiben dabei unverändert. So wird die enge Zusammenarbeit zwischen Auswertern, Ermittlern und operativen Kräften fortgeführt und die Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen im In- und Ausland weiter intensiviert. Zusätzlich zum Landeskriminalamt 19 wurde im Jahr 2018 das Landeskriminalamt 1012 gegründet, dessen Aufgabe in einer gezielten operativen Auswertung für das Deliktsfeld Wohnungseinbruchdiebstahl besteht. Das Ziel ist dabei eine verbesserte Erkennung von Tatserien und örtlichen Brennpunkten.
  • Auch die Personalstärke für die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls blieb im Vergleich zu 2017 unverändert. Insbesondere die intensive Medienarbeit im Bereich der Einbruchsbekämpfung ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgskonzeptes „Castle“.

Wann eingebrochen wird

  • Anders als häufig angenommen, wird meist tagsüber eingebrochen, am frühen Abend oder an den Wochenenden. Zudem scheinen Feiertage am beliebtesten zu sein.
  • Knapp 42 Prozent aller Einbrüche erfolgen durch Tageswohnungseinbrecher: Mit Arbeitsbeginn steigt das Risiko enorm. Während zwischen acht und zehn Uhr morgens noch gerade einmal 3,6 Prozent der Einbrüche erfolgen, erhöht sich der Anteil zwischen zehn bis zwölf Uhr auf 13,6 Prozent. Das zeigt deutlich, dass es vor allem dann zu Einbrüchen kommt, wenn sich die Bewohner nicht im Haus oder in der Wohnung aufhalten. Im Zeitraum zwischen zehn und 20 Uhr ereignen sich daher die meisten Einbrüche.
  • Einbrecher sind besonders in den Monaten Oktober bis Dezember auf Beutetour. Zum einen können sie dann leicht erkennen, ob ein Haus oder eine Wohnung verlassen ist – ganz einfach, wenn dort kein Licht brennt. Zum Zweiten ist ihr Entdeckungsrisiko im Schutz der Dunkelheit deutlich geringer, weil sie sich leichter verstecken und unerkannt flüchten können. Der Eindruck, dass man im Sommer aufgrund der Urlaubszeit einbruchsanfälliger ist, lässt sich statistisch also nicht bestätigen. Zwar wird auch in den Sommerferien eingebrochen, doch die Fallzahlen in den Herbst- und Wintermonaten sind deutlich höher.

Mehr Informationen: Polizeiliche Kriminalstatistik 2016

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