Die aktuelle Einbruchstatistik Weniger Taten

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland sinkt. Aber wie stark tatsächlich? Und wie sieht die Lage in Hamburg aus? Hier sind die Fakten.

Wie häufig in Hamburg eingebrochen wird

Einbrüche in Deutschland

  • 2016 wurde erstmals seit zehn Jahren wieder weniger in Wohnungen eingebrochen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist 151.265 Fälle – einschließlich der Einbruchsversuche – auf, knapp zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Allerdings bleiben die Zahlen auf einem sehr hohen Niveau. 
  • Insgesamt verursachten die Einbrecher 2016 einen Schaden von rund 392 Millionen Euro – sie ergaunerten im Schnitt Beute im Wert von etwa 2.500 Euro.
  • 2016 wurden 16,9 Prozent aller Fälle aufgeklärt. Zwei bis fünf Personen pro 100 Einbrüche werden verurteilt, wie eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFM) zeigt. 

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Einbrüche in Hamburg

  • Vergleichsweise viele Wohnungen werden in Hamburg, Bremerhaven, Bremen und Osnabrück aufgebrochen. Nachdem es in Hamburg von Jahr zu Jahr mehr Taten gab, wurde 2015 die Sonderkommission „Castle“ eingerichtet, deren bis zu 100-köpfiges Team gegen professionelle Serientäter und Einbrechergruppen vorgeht. Das Besondere an ihr ist nicht nur die Personalstärke, sondern dass viele Infos in der Soko zusammenlaufen und genau analysiert werden.
  • Das Konzept scheint aufzugehen: In den ersten vier Monaten 2017 meldete die Polizei mit 2.700 Einbrüchen rund 27 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
  • Oft sind die Einbrecher reisende Serientäter, wenige sind für eine Vielzahl von Taten verantwortlich. Die Polizei weiß häufig anhand der Spuren, wer in der Stadt ist.
  • Weit über die Hälfte der Täter, die in Hamburg ermittelt werden konnten, sind bereits polizeilich bekannt.
  • Ihren bislang größten Coup konnte die Polizei 2016 verkünden: Sie nahm einen 26-Jährigen fest, der in Norddeutschland rund 300 Einbrüche begangen haben soll. Der Mann war mit einem speziellen Bohrer lautlos in Wohnungen gelangt. Schließlich nahmen ihn Zivilfahnder der Soko vor einem Lokal auf der Reeperbahn fest.  

Wann eingebrochen wird

  • Anders als häufig angenommen, wird meist tagsüber eingebrochen, am frühen Abend oder an den Wochenenden.
  • Knapp 42 Prozent aller Einbrüche erfolgen durch Tageswohnungseinbrecher, 2016 waren es mehr als 63.000 Fälle. Laut Schätzung der Polizei dürfte die Zahl noch höher sein, da bei Wohnungseinbrüchen die genaue Tatzeit meist nicht zu ermitteln ist.
  • Einbrecher sind besonders in den Monaten Oktober bis Dezember auf Beutetour. Zum einen können sie dann leicht erkennen, ob ein Haus oder eine Wohnung verlassen ist – ganz einfach, wenn dort kein Licht brennt. Zum zweiten ist ihr Entdeckungsrisiko im Schutz der Dunkelheit deutlich geringer, weil sie sich leichter verstecken und unerkannt flüchten können. 

Mehr Informationen: Polizeiliche Kriminalstatistik 2016



Weniger Taten
Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland sinkt. Aber wie stark tatsächlich? Und wie sieht die Lage in Hamburg aus? Hier sind die Fakten.
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