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Fachtag Was macht in Hamburg eine inklusive Flüchtlingspolitik aus?

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Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen

Am 27. Juni fand im Hamburger Rathaus ein Fachtag zum Thema „Was macht in Hamburg eine inklusive Flüchtlingspolitik aus?“ statt. Die Senatskoordinatorin, Ulrike Kloiber, hatte Bürgerschaftsabgeordnete sowie ehren- und hauptamtlich engagierte Menschen in der Flüchtlingshilfe eingeladen, sich über das Thema auszutauschen und Lösungen für eine Gleichstellung aller geflüchteten Menschen zu diskutieren.

Die Erfahrungen vieler in der Flüchtlingshilfe Engagierter zeigen, dass geflüchtete Menschen mit Behinderungen, auf Grund eines oftmals erhöhten gesundheitlichen Risikos, in der Regel einen besonderen Schutzbedarf haben, dieser jedoch häufig nicht erkannt wird. Ein nicht identifizierter Schutzbedarf kann sich negativ auf das Asylverfahren und den weiteren Verbleib in Deutschland auswirken. Auch ein fehlender Zugang zu Beratung und Versorgung, eine unpassende Unterkunft und/oder unzureichende Möglichkeiten des Spracherwerbs können damit verbunden sein.

Senatorin Fegebank machte in ihrem Grußwort auf die unvorstellbare Zahl von 100 Millionen Flüchtlingen weltweit aufmerksam. Sie hob hervor, dass hinter dieser Zahl Einzelschicksale stehen, die meist nicht den Weg in die Öffentlichkeit finden. Viele dieser Menschen würden auf Grund von Kriegserlebnissen an schweren traumatischen oder anderen psychischen Beeinträchtigungen leiden. Um ihnen und anderen Geflüchteten mit Behinderung, die einen besonderen Schutzbedarf haben, eine adäquate Unterstützung zu gewährleisten, braucht Deutschland ein Verfahren zur Identifizierung der Menschen - ein Vorhaben, dass auf Bundesebene bereits im Koalitionsvertrag vereinbart wurde.

Der Fachtag diente als Auftakt, um ein gutes Konzept für Hamburg zu entwickeln. Ulrike Kloiber wies in ihrer Begrüßung auf die menschenrechtlichen Vorgaben zum Umgang mit geflüchteten Menschen mit Behinderung hin. Sie betonte, dass sich Deutschland durch die Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet hat, die Rechte dieser Personengruppe zu verwirklichen und diese durch europarechtliche Richtlinien sowie nationales Recht ergänzt werden.

Im einführenden Vortrag von Prof. Dr. Ingo Schäfer (Centra – Koordinierendes Zentrum für traumatisierte Geflüchtete am UKE) wurden u.a. die vielfältigen und zahlreichen Gewalterfahrungen der Geflüchteten und der sich daraus ergebenen schweren psychischen Folgen für die Menschen thematisiert. Im Anschluss informierte Michael Klahn (Leiter des Amtes für Soziales in der Sozialbehörde) über die Angebote seiner Behörde für die Personengruppe der Geflüchteten mit Behinderungen.

Im weiteren Verlauf der Fachtagung wurden in vier verschiedenen Workshops die Themen Identifizierung von Schutzbedarfen bei Menschen mit Behinderung, Zugang zu Beratung und Versorgung, Bedarfsgerechte Unterbringung sowie Spracherwerb ausführlich diskutiert. Es wurden Vorschläge zur Verbesserung erarbeitet, um Chancengleichheit für schutzbedürftige geflüchtete Menschen mit Behinderung herzustellen und ihnen Möglichkeiten zu geben, ihre Rechte in Hamburg in vollem Umfang wahrzunehmen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion waren sich die Teilnehmenden - Ingrid Andresen-Dannhauer (Ärztin für psychotherapeutische Medizin und Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen), Karsten Dietze (Handicap International), Franz Forsmann (Flüchtlingsrat Hamburg), Michael Gwosdz (Fachpolitischer Sprecher der Grünen), Regina Jäck (Fachpolitische Sprecherin der SPD), Ulrike Kloiber (Senatskoordinatorin) und Jens Stappenbeck (Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege) - einig:

  • Hamburg benötigt ein Identifizierungsverfahren von Schutzbedarfen bei geflüchteten Menschen mit Behinderung.
  • Alle Angebote für Geflüchtete mit Behinderung müssen deutlich besser koordiniert werden und leichter zugänglich sein.
  • Für Geflüchtete aus der Ukraine besteht bereits eine umfassendere Gesundheitsversorgung - diese Rechte sollten als Vorbild für alle Geflüchteten dienen.

Der Fachtag war ein Auftakt. Nun wird Ulrike Kloiber mit dem bei ihr angesiedelten Netzwerk, weiteren Interessierten aus der Flüchtlingsarbeit sowie Vertreter*innen aus der Politik die Ergebnisse diskutieren und Lösungen für ein Identifizierungsverfahren erarbeiten, dass in Hamburg umgesetzt werden kann.

Die Redebeiträge von Ulrike Kloiber und Michael Klahn (Leiter des Amtes für Soziales in der Sozialbehörde), der Vortrag von Herrn Prof. Dr. Ingo Schäfer sowie eine Visualisierung des Fachtages stehen Ihnen nachfolgend als Download zur Verfügung.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Ursula Wermke
E-Mail: ursula.wermke@bwfgb.hamburg.de


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