Interview mit John Baekelmans Die vernetzten Spiele

Londons Premier David Cameron kündigte die Olympischen Spiele in London als die "Spiele der Menschen" an. Mit Ciscos Hilfe wurden sie die am besten vernetzten Spiele bisher.

1 / 1

Das Netzwerk hinter den Olympischen Spielen

Athleten twitterten direkt aus dem Stadion, die Besucher konnten von der U-Bahn bis zum Austragungsort Hochgeschwindigkeits-WLAN nutzen und die Aufzeichnungen der Spiele konnten rund um die Welt in Echtzeit empfangen werden. "Bei dein Spielen in London 2012 übertrugen die IT-Systemen 30% mehr Informationen als bei allen anderen bisherigen Spielen weltweit. Und wir waren mit Cisco mittendrin!" sagt John Baekelmans, der als CTO und Co-Leiter der Olympischen Spiele Cisco in London repräsentierte. Als er bei Cisco System in Hamburg einen Vortrag über das Netzwerk hinter den Spielen und Ciscos Rolle bei der Olympiade hielt, nutzten wir die Gelegenheit im ein paar Fragen zu stellen. Weitere Informationen zu Ciscos Rolle bei den olympischen Spielen in London unter www.cisco.com. John Baekelmans Präsentation gibt es auch zum PDF-Download.

Welchen Rat geben Sie den Verantwortlichen zukünftiger Austragungsorte?

Was Cameron 2008 in London tat, war sehr clever. Er verdeutlichte den Leuten von Anfang an, dass die Stadt nur mithilfe ihrer Einwohner erfolgreich ein Mega-Event von Weltrang auf die Beine stellen könnte, wie es letztlich 2012 ja auch eines wurde. Er erklärte die Spiele zu den Spielen der Menschen. Dreimal wurden bisher Olympische Spiele in London abgehalten und jedesmal nutzte man das Event auch, um einen neuen Teil der Stadt aufzuwerten. Sobald man die Unterstützung der Menschen hat, wird Vieles einfacher, aber dafür muss man ihnen auch von den positiven Veränderungen durch ein solches Mega-Event erzählen.

Wie schätzen Sie die Chancen Hamburgs den Zuschlag für 2014 zu gewinnen ein?

Meine vorsichtige Einschätzung ist, dass die Olympischen Spiele in Zukunft eher kleiner und intimer, insgesamt "fassbarer" werden als die Gigantomanie der letzten Jahre sie bisher hervorgebracht hat. Ich bin in Ciscos Smart City Projekt hier in Hamburg involviert und bekomme mit, wie die Welt mit großer Neugierde und Bewunderung beobachtet, wie sich der Hafen an der Elbe weiterentwickelt, wie die Infrastruktur durch technische Innovationen stetig ausgebaut wird. Zusätzlich darf man nicht vergessen, dass es bereits sehr viele Menschen in Hamburg gibt, die von der Idee der Spiele in Hamburg begeistert sind. Auf diese Unterstützung der Menschen wird und muss man sich verlassen können.

Es kann nicht immer einfach gewesen sein, sich als Verantwortlicher für das technologische Netzwerk hinter den Kulissen der Olympischen Spiele in London befunden zu haben. Gab es große Zwischenfälle? Was war Ihre geheime Superkraft?

Wir können mit Stolz sagen, dass nichts Schwerwiegendes passiert ist. Wir konnten Städte und Stadien, Kameras und private Abspielgeräte nahtlos miteinander verbinden. Wir konnten sicheres W-LAN, genauso wie öffentliches W-LAN für die Zuschauer bereitstellen. Es gelang uns mithilfe spezieller Scanner an den Eingängen Tausende von Zuschauern binnen Minuten in die Stadien zu lassen. Selbst wenn eine Netzwerkkomponente kaputt ging, griff unser Ersatzplan und wir konnten so schnell eingreifen, dass niemand etwas bemerkte. Wir vertrauten auf eine Mischung aus intensiven Tests und dem Durchspielen von Ernstfällen. Außerdem arbeiteten wir nur mit bewährter Technologie und verlässlichen, renommierten Anbietern und Partnern. 

Mit dem Ende der Olympischen Spiele ist ihr Einfluss auf das Stadtleben längst nicht vorüber. Macht das Erbe der Spiele in London noch viel Arbeit?

Ja, wir sind noch immer damit beschäftigt die Spiele in der Stadt zu verarbeiten. Die meisten Austragungsorte wurden schon wieder abgetragen oder "recycled", manche werden jetzt als Sportstadien oder öffentliche Parks genutzt. Was jetzt aber vor allem unsere Aufmerksamkeit fordert, sind die zahlreichen vielversprechenden Unternehmen, auf die wir im Zuge der Olympischen Spiele aufmerksam geworden sind. Olympia 2012 hat Londons Start up-Szene zum blühen gebracht, viele Standorte profitieren noch heute vom Ausbau der Infrastruktur und dem besseren Netzwerk. Von London aus teilen wir jetzt unsere Erfahrungen, unser Team dort arbeitet eng mit Innovatoren und Unternehmern zusammen. Hamburgs ist bereits seit einer Weile für seine lebendige Start-up Szene bekannt, vor allem hier sehe ich großes Potenzial für die Zukunft.

Autor:

Downloads