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Infoline-Archiv 2008: Allgemeine Informationen

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Informationsblatt - Psychosoziale Betreuung. Gültig bis 08.07.2008.

Infoline-Archiv 2008: Allgemeine Informationen

1. Kurzdefinition Psychosoziale Betreuung (§ 16 Abs. 2 Nr. 3 SGB II)

Das psychosoziale Betreuungsangebot entspricht dem Leistungsumfang nach § 11 SGB XII. Danach ist einem Leistungsberechtigten im Bedarfsfall, Beratung und Unterstützung zu gewähren. Die Beratung bezieht sich gemäß § 11 Abs. 2 SGB XII auf die persönliche Situation, insbesondere die Möglichkeit der Stärkung der Selbsthilfe zur aktiven Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft und zur Überwindung der Notlage. Die Unterstützung umfasst gemäß § 11 Abs. 3 SGB XII Hinweise und, soweit erforderlich, die Vorbereitung von Kontakten und die Begleitung zu sozialen Diensten sowie zu Möglichkeiten der aktiven Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft. Darüber hinaus ist nach § 11 Abs. 5 SGB XII auf die Beratung und Unterstützung von Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, von Angehörigen der rechtsberatenden Berufe und von sonstigen Stellen hinzuweisen.

Derzeit werden die unter 4. beschriebenen Maßnahmen angeboten. Dabei geht es vor allem um die Beratung von Arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen mit dem Ziel der Integration in den Arbeitsmarkt. Leistungsinhalte können u.a. die Unterstützung bei der Antragstellung, Hilfe bei der Abfassung von Bewerbungen aber auch Hilfe bei der Organisation des eigenen Lebens bei finanziellen Problemen, in der Partnerschaft bis hin zu psychologischer Unterstützung sein. Einige Projekte bieten auch kleine Qualifizierungsmaßnahmen an. Ein Teil der Projekte sind stadtteilbezogene Angebote.

 

 

2. Wer hat Anspruch auf Psychosoziale Betreuung?

Psychosoziale Betreuung als eine unterstützende Maßnahme zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt können Personen erhalten die:

  • erwerbsfähig sind und ALG II beziehen (16 Abs. 2 Nr. 3 SGB II),

  • ALG I beziehen (§ 1, § 3 SGB II),

  • noch erwerbstätig sind und zur Beibehaltung ihrer Erwerbstätigkeit Unterstützung benötigen (§ 1, § 3 SGB II), um Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II zu vermeiden.

 

3. Wann sollte auf die Angebote verwiesen werden?

Eine Empfehlung zu den Beratungsangebote kommt dann in Betracht, wenn Leistungsberechtigte zur Integration in den Arbeitsmarkt psychosoziale Unterstützung benötigen, etwa um Fragen der praktischen Lebensbewältigung zu lösen (Umgang mit potentiellen Arbeitgebern, Abfassen von Bewerbungen, Ordnung der eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse, Kommunikation mit Ämtern und Behörden), um so die Vermittlungschancen zu stärken. Aber auch die psychische Stabilisierung (z.B. bei Ehe- und Familienproblemen infolge langer Arbeitslosigkeit) kann durch die Beratungsangebote unterstützt werden.

Leistungsberechtigte stehen grundsätzlich dem Arbeitsmarkt vor und während einer solchen Betreuungsmaßnahme zur Verfügung und können auf einen Arbeitsplatz vermittelt werden, sofern keine anderen Vermittlungshindernisse vorliegen.

Da die Betreuungsmaßnahmen durch Freiwilligkeit und Vertraulichkeit geprägt sind und die Inhalte der Beratung und Unterstützung individuell verschieden sind, setzt der Verweis eines Leistungsberechtigten an ein Angebot voraus, dass der Leistungsberechtigte es freiwillig annimmt. Für die Aufnahme in eine Eingliederungsvereinbarung nach § 15 SGB II ist ebenfalls die Freiwilligkeit der Teilnahme zu beachten sowie die z.T. begrenzte Kapazität.

Ob und in welcher Form eine Vereinbarung getroffen werden kann, sollte mit dem Leistungsberechtigten und der Beratungsstelle geklärt werden. Dabei trifft die Beratungsstelle keine Verpflichtung, über Ergebnis und Inhalt der Beratung an die ARGE zu berichten.

Die in der anliegenden Tabelle unter 4. – 6. genannten Einrichtungen sind in Ihrer Kapazität sehr begrenzt und auf den Stadtteil bezogen. Eine generelle Verweisung von Leistungsberechtigten kommt daher nicht in Betracht. Vor einer Verweisung im Einzelfall sollte der Kontakt mit der Einrichtung hergestellt werden.

 

 

4. Wohin kann verwiesen werden?

Nachfolgend sind die Beratungsträger und ihr Angebot kurz beschrieben.

Arbeitslosentelefonhilfe e.V. (ATH)

Die psychosoziale und integrationsorientierte Beratung der ATH hat u.a. das Ziel einer Wiedereingliederung von Erwerbslosen in den Arbeitsmarkt. Die Beratungsarbeit ist individuell und passgenau ausgerichtet. Die ATH ist vernetzt mit allen relevanten Institutionen und hat kompetente Ansprechpartner, um der Anfragesituation der Rat- und Arbeitssuchenden gerecht werden zu können. Das Beratungsangebot gilt für ganz Hamburg.

Von den derzeit 24 Mitarbeitern werden sowohl telefonische und persönliche Beratungen in allen sozialen und integrationsrelevanten Fragen beantwortet  sowie Unterstützung bei Bewerbungen und der Suche nach Arbeitsplätzen angeboten. Die Beratung kann auch in Englisch, Türkisch, Polnisch und Spanisch erfolgen. Die Schwerpunkte  der Beratung beziehen sich u.a. auf den Umgang mit Behörden und Ämtern, Arbeitssuche, Bewerbungen, Selbständigkeit, Existenzgründung, berufliche Weiterbildung und Rehabilitation, Behinderung, Krankenkasse, Krankheit, Familie, Alleinerziehende, Kinderbetreuung, Schulabschluss, Ausbildung, Studium, Schulden, finanzielle Notlagen, Wohnung, Miete, Obdachlosigkeit, Psychische Probleme, Sucht.

Adresse:
Arbeitslosentelefonhilfe e.V., Humboldstraße58, 22083 Hamburg

Telefon:
Telefonische Beratung
Mo.- Fr.: 9.00 – 21 Uhr unter 0800 1110 444 (kostenlos für Hamburg)

Persönliche Beratung
Mo. – Do.: 9.00 – 17.00 Uhr
Fr.: 9.00 – 14.00 Uhr

Zielgruppe:
Umfassendes Integrationsangebot für alle Gruppen von Arbeitslosen.

 

  

AQtivus

AQtivus bietet eine Ziel führende Beratung für Arbeitslose in Hamburg bis hin zur Aufnahme von Erwerbsarbeit. AQtivus setzt dabei seinen Schwerpunkt auf die Beratung und Vermittlung von Migrantinnen und Migranten in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Ziel ist es, die beruflichen Integrationschancen mit Hilfe von Beratung, Profiling/ Assessment, Arbeitsvermittlung und Coaching zu verbessern. Das Projekt arbeitet gezielt mit qualifizierten Beratern, Trainern und Vermittlern, die selbst einen Migrationshintergrund aufweisen und so vertrauensvoll mit Migrantinnen und Migranten zusammen arbeiten.

Adresse:
AQtivus, Adenauerallee 2, 20097 Hamburg

Telefon:
040/ 284072-0 oder
040/ 284072-100

Zielgruppe:
Umfassendes Angebot, Schwerpunkt für Migrantinnen und Migranten

 

  

Solidarische Psychosoziale Hilfe

In der Beratungsstelle arbeiten u.a. Diplompsychologen und Sozialpädagogen mit. Die Angebote der Solidarische Psychosoziale Hilfe bestehen aus einmaligen Beratungsterminen zur Informationsvermittlung, für Hilfepläne und zur Krisenintervention. Darüber hinaus werden Einzelberatungen und des weiteren Gruppenberatungen angeboten. Regelmäßig gibt es für Frauen zeitlich begrenzte, angeleitete Gruppen zum Thema berufliche Orientierung.  Es werden auch Räume zur Verfügung gestellt und bei Bedarf kurzfristige psychologische Betreuung für die Gruppe angeboten.

Adresse:
Solidarische Psychosoziale Hilfe, Bartelsstr. 30, 20357 Hamburg

Telefon:
040/ 430 22 70

Zielgruppe:
Alle Gruppen von Arbeitslosigkeit, Schwerpunktangebot für psychologische Beratung

 

 

FLAKS e.V.

Die Frauen Lernen Arbeit Kontakt Service , kurz FLAKS, verfügt über langjährige Erfahrungen in der stadtteilorientierten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in Altona – Nord. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen erwerbslose Frauen mit dem Wunsch nach sozialer und beruflicher (Re-) Integration. Das Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebot ist auf die Bedürfnisse und Anforderungen dieser Gruppe des Arbeitsmarkts ausgerichtet.

Im Rahmen dieser Angebote werden auch PC – Kurse angeboten. Neben diesen arbeitsmarktpolitischen Aufgaben verfolgt FLAKS e.V. auch das Ziel, zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur beizutragen. Dazu gehören die Essensangebote für bedürftige Menschen im Stadtteil mit Frühstück und warmem Mittagessen.

Adresse:
FLAKS e.V., Stresemannstraße142, 22769 Hamburg

Telefon:
040/ 392414

Zielgruppe:
Angebot richtet sich an arbeitslose Frauen, vorrangig wohnhaft im Stadtteil Altona.

 

 

Kirchenkreis Harburg

Der Kirchenkreis Harburg setzt sich stadtteilorientiert zum Ziel, Menschen, für die selbst die Hürden des 2. Arbeitsmarktes zu hoch sind und die durch alle bestehenden Arbeitsangebote nicht mehr erreicht werden können, wieder an den Arbeitsprozess heranzuführen. Es besteht das Ziel, arbeitsbegleitend ihre fachlichen, insbesondere aber ihre sozialen Defizite abzubauen.

Adresse:
Kirchenkreis Harburg, Hölerttwiete 5, 21073 Hamburg

Telefon:
040/ 76604 - 0

Zielgruppe:
Angebot richtet sich an Arbeitslose, vorrangig wohnhaft im Stadtteil Harburg.

Plakatwerkstatt

Die Plakatwerkstatt setzt sich zum Ziel, Frauen wieder an den Arbeitsprozess heranzuführen. Zu diesem Zweck wird eine Buchbindewerkstatt unterhalten.

Adresse:
Plakatwerkstatt, Veilchenstieg 29, 22529 Hamburg

Telefon:
040/ 564668

Zielgruppe:
Niedrigschwelliges Angebot für arbeitslose Frauen

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