4. Dezember 2017, Die WELT Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen

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Stellungnahme zum Artikel „Hamburgs ernüchternde Flüchtlingsbilanz“ in der Online-Ausgabe der WELT Hamburg vom 4. Dezember 2017.

Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen - Stellungnahme der Sozialbehörde zu einem Artikel der WELT.

Worum geht's?

Logo W.I.R. - work and integration for refugees

Die WELT berichtet über Kritik der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft am Verfahren „work and integration for refugees – W.I.R“. Es sei ein „schleppend laufendes Programm“, das als „Problem“ für die gesamte Arbeitsmarktintegration erscheine. Auch die Redakteurin kommt bereits in ihrem einleitenden Absatz zu dem Schluss, dass die Bilanz des Projektes „wenig zufriedenstellend“ ausfällt.

Das Gegenteil ist der Fall: W.I.R ist nicht „Teil des Problems“, sondern Teil der Lösung. Wer sich alle Bausteine der Hamburger Arbeitsmarktintegration anschaut, bekommt den Überblick.

Integration in den Arbeitsmarkt

Die Arbeitsmarktintegration ist ein Arbeitsfeld, das von vielen Akteuren betrieben wird – und immer in Abhängigkeit von den mitgebrachten, individuellen Qualifikationen der Geflüchteten steht.

In Hamburg haben wir das Ziel, die beruflichen Kompetenzen der Geflüchteten nicht nur so früh wie möglich zu erfassen (dies passiert bereits im Ankunftszentrum), um keine Zeit bei der Arbeitsmarktintegration zu verlieren. Wir wollen die Menschen auch so fördern, dass sie dauerhaft eine Chance auf dem Hamburger Arbeitsmarkt haben.

Zurzeit (Ende November) gibt es rund 17.500 offene Stellen und Ausbildungsstellen. Darüber hinaus gibt es nur wenige sozialversicherungspflichtige Jobs im Helferbereich. Der Hamburger Arbeitsmarkt ist ein Fachkräftemarkt, weshalb Qualifizierung von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Integration ist.

W.I.R - work and integration for refugees

Das Verfahren „work & integration for refugees“ (W.I.R) hat seit seiner Gründung vor gut zwei Jahren rund 4.100 Personen aufgenommen – und ist nur ein Strang der Arbeitsmarktintegration unter vielen. An diesem Verfahren können Personen mit nachweisbaren Berufsabschlüssen oder Berufserfahrungen freiwillig teilnehmen.

Alle anderen (und damit der weitaus größere Teil) werden von Jobcenter team.arbeit.hamburg (für SGB II - Leistungsempfänger/innen) oder der Agentur für Arbeit (für SGB III - Leistungsempfänger/innen) – also dem Regelsystem – betreut. Sie können damit an den von dort angebotenen und finanzierten Qualifizierungsmaßnahmen teilhaben.

W.I.R ist also ein zusätzliches, freiwilliges Spezialverfahren – und ersetzt nicht die regulären Wege in Arbeit.

Daten und Fakten

Im April 2017 hatten rund 7.500 Geflüchtete einen sozialversicherungspflichtigen Job. Von den rund 19.800 Geflüchteten, die im Oktober 2017 als arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet waren, waren 67 Prozent (13.300 Personen) vor allem in sprach- oder qualifizierungsfördernden Maßnahmen, damit sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt in Hamburg haben.

Im Bereich der Sprachförderung ergänzen wir übrigens das Bundesangebot des BAMF durch landesfinanzierte Sprachkurse. Bei der beruflichen Qualifikation arbeiten wir eng mit den Kammern und zahlreichen Trägern zusammen, um vorhandene Kenntnisse für die hiesige Arbeitswelt zu stärken und auszubauen.

Die Auswertung der Beschäftigtenzahlen durch die Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass der Übergang in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung durch das Zusammenspiel aller Arbeitsmarktpartner sukzessive gelingt. Betrachtet man allein den Zeitraum von Januar bis Oktober dieses Jahres, so konnten 2.425 Geflüchtete in Arbeit gebracht werden.  Das waren  13 Prozent all jener, die die Arbeitslosigkeit verließen. Im gesamten Jahr 2016 waren es 1.763 Geflüchtete oder 10 Prozent der Abgänge. Der Integrationserfolg Geflüchteter nimmt also weiter zu. 

Zusammenfassung

Nimmt man also die rund 32.800 Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter zur Grundlage, die gegenwärtig in Hamburg leben, sind insgesamt fast zwei Drittel in Arbeit, Ausbildung oder in Qualifizierungsmaßnahmen vermittelt worden – von Defiziten bei der Integration kann man angesichts dieser Zahlen nicht sprechen. Und noch einmal: W.I.R ist ein Baustein bei der Arbeitsmarktintegration unter vielen.

 

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Kontakt

Martin Helfrich

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration
Hamburger Straße 47
22083 Hamburg
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