11. März 2017, Hamburger Abendblatt Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen

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Stellungnahme zum Artikel „Flüchtlinge: Die gemischte Bilanz“ im Hamburger Abendblatt vom 11. März 2017.

Stellungnahme zum Artikel "Flüchtlinge: Die gemischte Bilanz" im Hamburger Abendblatt

Worum geht's?

Logo der Hamburger Sozialbehörde

Das Hamburger Abendblatt erwähnt im letzten Absatz die Arbeitsmarktintegration: „So erklärte Sozialsenatorin Melanie Leonhardt (SPD) Ende Februar vor dem Sozialausschuss, dass von 1068 Flüchtlingen, die im April 2016 am Eingliederungsprozess in den Arbeitsmarkt teilnahmen, am Jahresende lediglich 19 eine Ausbildung begonnen und 97 einen Arbeitsplatz hatten.“ 

Zwar ist es zutreffend, dass 97 Personen in Jobs und 19 Personen in Ausbildung vermittelt wurden (die restlichen Personen sind noch in Qualifizierungs- und Sprachkursen, 73 Teilnehmer/innen leben nicht mehr in Hamburg). Allerdings beziehen sich diese Zahlen auf die Auswertung nur eines Strangs der Arbeitsmarktintegration – nämlich auf das Verfahren „work & integration for refugees“, das nicht als Einzelverfahren erwähnt wird. 

Zudem handelt es sich um 1068 Personen, die bis April und nicht im April ins Verfahren aufgenommen wurden, und um eine Beobachtungsgruppe, also um eine Teilmenge der bislang rund 3.100 ins Verfahren aufgenommenen Personen. Auch das wird nicht deutlich.

Ausführliche Informationen
Detaillierte Zahlen finden sich in der Präsentation (PDF, 1,7 MB), die Senatorin Melanie Leonhard am 28. Februar 2017 im Sozialausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft vorgetragen hat.

Integration in den Arbeitsmarkt

Die Arbeitsmarktintegration ist ein Arbeitsfeld, das von vielen Akteuren betrieben wird – und immer in Abhängigkeit von den mitgebrachten, individuellen Qualifikationen der Geflüchteten steht. 

In Hamburg haben wir das Ziel, die beruflichen Kompetenzen der Geflüchteten nicht nur so früh wie möglich zu erfassen (dies geschieht mittlerweile bereits im Ankunftszentrum), um keine Zeit bei der Arbeitsmarktintegration zu verlieren. Wir wollen die Menschen auch so fördern, dass sie dauerhaft eine Chance auf dem Hamburger Arbeitsmarkt haben. 

Zurzeit gibt es rund 17.000 offene Stellen und Ausbildungsstellen. Darüber hinaus gibt es nur wenige sozialversicherungspflichtige Jobs im Helferbereich. Der Hamburger Arbeitsmarkt ist ein Fachkräftemarkt, weshalb Qualifizierung von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Integration ist (siehe Präsentation, Folie 4).

W.I.R - work and integration for refugees

Das Verfahren „work & integration for refugees“ (W.I.R) hat seit seiner Gründung rund 3.100 Personen aufgenommen – und ist nur ein Strang der Arbeitsmarktintegration unter vielen. Hier werden Personen mit formalen oder non-formalen Kompetenzen aufgenommen und betreut (also zum Beispiel jene, die bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen). 

Alle anderen (und damit der weitaus größere Teil) werden von Jobcenter team.arbeit.hamburg (für SGB II - Leistungsempfänger/innen) oder der Agentur für Arbeit (für SGB III - Leistungsempfänger/innen) – also dem Regelsystem – betreut. Sie können damit an den von dort angebotenen und finanzierten Qualifizierungsmaßnahmen teilhaben (siehe PräsentationFolie 17)

Daten und Fakten

Mitte 2016 hatten rund 6.000 Geflüchtete einen sozialversicherungspflichtigen Job (siehe PräsentationFolie 7). Von den rund 18.400 Geflüchteten, die im Januar 2017 als arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet waren, waren 77 Prozent (14.225 Personen) in sprach- oder qualifizierungsfördernden Maßnahmen, damit sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt in Hamburg haben. Bundesweit liegt dieser Anteil bei nur 72 Prozent (siehe Präsentation Folie 5).

Im Bereich der Sprachförderung ergänzen wir übrigens das Bundesangebot des BAMF durch landesfinanzierte Sprachkurse. Bei der beruflichen Qualifikation arbeiten wir eng mit den Kammern und zahlreichen Trägern zusammen, um vorhandene Kenntnisse für die hiesige Arbeitswelt zu stärken und auszubauen.

Die Auswertung der Beschäftigtenzahlen durch die Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass der Übergang in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung durch das Zusammenspiel aller Arbeitsmarktpartner sukzessive gelingt (Folie 7). Betrachtet man allein das Jahr 2016, so konnten 10 Prozent all jener, die die Arbeitslosigkeit verließen (das waren 1.763 Geflüchtete), in Arbeit gebracht werden. 

Auch die Vermittlung in die wichtigen Qualifizierungsmaßnahmen gelingt: 60 Prozent aller in 2016 als arbeitslos gemeldete Geflüchtete konnten in diese wichtigen Kurse vermittelt werden (Folie 12). Insgesamt befanden sich 2016 rund 19.300 Geflüchtete in solchen Kursen (siehe PräsentationFolie 22).

Zusammenfassung

Nimmt mal also die rund 37.200 Geflüchteten im erwerbsfähigen Alter (Folie 5) zur Grundlage, die gegenwärtig in Hamburg leben, sind insgesamt fast 70 Prozent in Arbeit, Ausbildung oder in Qualifizierungsmaßnahmen vermittelt worden – von Defiziten bei der Integration kann man angesichts dieser Zahlen nicht sprechen.

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Kontakt

Martin Helfrich

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration
Hamburger Straße 47
22083 Hamburg
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