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Fachveranstaltung „Sozialräumliche Integrationsnetzwerke (SIN) der Jugend- und Familienhilfe“ am 4. Juni 2019

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Die Sozialbehörde hat am 4. Juni 2019 eine zweite Fachveranstaltung zur Umsetzung der Sozialräumlichen Integrationsnetzwerke der Jugend- und Familienhilfe (SIN) ausgerichtet. Vertreterinnen und Vertreter der Jugendhilfeträger, der Bezirksverwaltung, der Sozialbehörde und die Betreiber der Wohnunterkünfte waren eingeladen, um sich über ihre Arbeit in den Netzwerken und über aktuelle Entwicklungen auszutauschen.

Fachveranstaltung: „Sozialräumliche Integrationsnetzwerke (SIN) der Jugend- und Familienhilfe“ am 4. Juni 2019

In seinem Grußwort betonte Dr. Dirk Bange von der Sozialbehörde die Wichtigkeit der Arbeit der Integrationsnetzwerke, die den Geflüchteten das Ankommen hier in Hamburg erleichtern und sie bei ersten Schritten ihrer Integration unterstützen sollen. Das Erfolgsrezept liege nach seiner Auffassung in der Kooperation zwischen den bezirklichen Planern, den Wohnunterkünften und der Einbindung der Angebote vor Ort. Der Sozialbehörde sei es darüber hinaus ein wichtiges Anliegen, dass hierbei künftig eine stärkere Kooperation mit dem ASD bei der Angebotsplanung aber auch konkret bei einzelnen Projekten erfolgt. Denn ein Teil der Geflüchteten hat auch einen Bedarf an individueller Begleitung und Unterstützung, der besser gemeinsam mit dem ASD aufgegriffen werden kann.

Die sozialräumlichen Angebote haben die Aufgabe übernommen, eine Brücke zu den vorhandenen sozialen Angeboten zu bauen und den Zugang zu den Regelangeboten zu erleichtern, denn es sei wichtig keine Sondersysteme für Geflüchtete zu schaffen, so Bange weiter. Dass dies in vielen Fällen gelungen ist, belegen die Daten aus dem Berichtswesen, das die Träger mit Daten versorgen. Mathias Behncke, Referent von der Sozialbehörde, gab im Anschluss einen vertiefenden Einblick in die Daten des Berichtswesens aus dem Jahr 2018. Danach habe sich die Zahl der Angebote im Vergleich zu 2017 deutlich erhöht und lag zum 31.12.2018 bei 128 in ganz Hamburg. Allerdings gebe es in der fachlichen und methodischen Ausrichtung der Angebote vergleichsweise wenige Veränderungen. Die Bezirksämter haben bei ihrer regionalen Angebotsplanung unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte gesetzt, dies hänge maßgeblich mit den Rahmenbedingungen und den Bedürfnissen vor Ort zusammen. Erfreulich sei die Entwicklung, dass mit den Angeboten eine höhere Abdeckung der Unterkünfte erreicht werden konnte, so dass Geflüchtete aus mehr als der Hälfte aller Unterkünfte in Hamburg erreicht werden konnten.

Dass die Arbeit mit Geflüchteten besondere Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Trägern und in den Unterkünften stellt, betonte Frau Dr. Dima Zito vom Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf e.V. In ihrem Fachvortrag zum Thema „Trauma bei Geflüchteten – woran erkennen wir es und wie können Fachkräfte und Ehrenamtliche damit professionell umgehen?“ griff sie dies ebenfalls auf. Sie veranschaulichte anhand ihrer praktischen Erfahrungen welche Symptome und Begleiterscheinungen damit einhergehen. Zito zitierte eine Studie des wissenschaftlichen Instituts der AOK vom Oktober 2018, bei der 2.021 Geflüchtete untersucht wurden, die nicht länger als zwei Jahre in Deutschland und noch in Aufnahmeeinrichtungen lebten. Danach haben über 75 Prozent der Befragten mindestens ein traumatisches Erlebnis selbst erfahren. Allerdings bedeute dies nicht gleichzeitig, dass auch ein solch hoher Anteil von Geflüchteten in Unterkünften auch an posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leide. Aber die Wahrscheinlichkeit psychischer Belastungen, insbesondere PTBS und schwerer Depressionen sei bei Flüchtlingen signifikant erhöht.

Im Anschluss konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem der vier Thementische mit Frau Dr. Zito der Frage nachgehen, mit welcher Haltung und entlang welcher fachlichen Leitlinien der Umgang mit Traumata gut gelingen kann. An einem anderen Thementisch hat fördern & wohnen AöR, als Betreiber einer Vielzahl von Wohnunterkünften in Hamburg, über eigene gute Ansätze zum Schutz von besonders vulnerablen Bewohnergruppen referiert. Zwei weitere Thementische sind mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Frage nachgegangen, welche Chancen partizipative Strukturen in Wohnunterkünften bieten und welche Hindernisse es dabei in der praktischen Umsetzung gibt. Die Lawaetz-Stiftung hat an dem vierten Thementisch einen interessanten Impuls zu der in dem Quartiersprojekt „Perspektive Hamburg“ gelebten Vernetzung und Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt im Quartier gegeben.

In den verschiedenen Workshops am Nachmittag wurde vor allem die Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem ASD als Partner deutlich, die Dr. Bange in seinem Grußwort eingangs hervorhob. Dort stellten das Projekt „Mobile Beratung Altona“ und die Kurzzeitintervention in Hamburg-Nord ihre Arbeit vor. Beide arbeiten eng mit ASD zusammen und tauschen sich im Rahmen von kollegialen Beratungen über die am Einzelfall orientiere geeignete Art der Unterstützung aus.

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