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Steuern und Recht Steuererklärung: Das ist 2021 anders

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Steuererklärung für das Veranschlagungsjahr 2021: Auch für dieses Jahr gibt es zahlreiche wichtige Neuerungen und Anpassungen. Aus diesem Grund sollten Sie bei steuerrechtlichen Belangen unbedingt eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater hinzuziehen. Die wichtigsten Änderungen haben wir in diesem Artikel für Sie schon einmal zusammengefasst.

Von links nach rechts steigen kleine Münztürme auf, auf denen jeweils ein Buchstabenwürfel liegt. Diese ergeben zusammen das Wort "STEUERN". Rechts daneben eine kleine Modellfigur mit einer Mistgabel.

Steuerberatung

Unterm Strich können sich die SteuerzahlerInnen in diesem Jahr über die Änderungen im Einkommensteuergesetz (EStG) freuen.

Mehr Netto fürs Brutto

Beginnen wir mit der guten Nachricht: Im Steuerjahr 2021 erhöht sich der Grundfreibetrag. Für Ledige liegt er damit nun satte 336 Euro höher als im Vorjahr und beträgt nun 9.744 Euro. Bei Verheirateten ist er auf 19.488 Euro angewachsen. Alle Einkommen, die unterhalb dieses sogenannten Grundfreibetrags liegen, sind einkommenssteuerfrei. 

Wegfall des Solis

Für rund 90 Prozent der deutschen Steuerzahler gibt es eine weitere frohe Kunde: Für sie fällt der sogenannte Solidaritätszuschlag (Soli) weg. Nachdem diese Ergänzungsabgabe auf Einkommens- und Körperschaftssteuern bei ihrer Einführung im Jahr 1991 eigentlich nur auf ein Jahr begrenzt sein sollte, bestand sie letztlich 30 Jahre. Nun trennt sich der Gesetzgeber langsam vom Soli, der seit 1995 dauerhaft als Kostenabdeckung für die Deutsche Einheit erhoben wurde. Den vollen Zuschlag von 5,5 Prozent zahlen ab 2021 nur noch Spitzenverdiener. Das liegt daran, dass die Einkommensgrenze, ab der diese Abgabe fällig wird, stark angehoben wurde. Wie viel Sie ab jetzt durch den Wegfall des Solis sparen, können Sie mit dem Rechner vom Bundesfinanzministerium herausfinden.

Steuerliche Änderungen in der Arbeitswelt

Einführung der Home-Office-Pauschale

Kommen wir auf die wohl berühmteste Neuerung im EStG zu sprechen: Die Home-Office-Pauschale. Sie ermöglicht es 2021 allen ArbeitnehmerInnen 5 Euro pro Home-Office-Tag als Werbungskosten abzusetzen. Maximal dürfen dabei 600 Euro pro Jahr geltend gemacht werden. Viele Menschen, die ihren heimischen Arbeitsplatz bisher nicht als solchen absetzen konnten, werden sich freuen. Jedoch ist ein Haken zu beachten: Die Home-Office-Pauschale wird nicht zusätzlich zum Arbeitnehmer- oder auch Werbungskosten-Pauschbetrag gewährt. Dieser beläuft sich jährlich auf 1.000 Euro. Liegen Sie mit Ihren Ausgaben (5 Euro pro Home-Office-Tag + restliche Werbungskosten) insgesamt unterhalb der 1.000 Euro-Marke, so profitieren Sie leider nicht von dieser Neuerung.

Erhöhung der Entfernungspauschale

2021 können Berufspendler bereits ab dem 21. Entfernungskilometer eine erhöhte Pendlerpauschale von 0,35 Euro statt bisher 0,30 Euro absetzen. Bezahlt macht sich dies besonders für Langstrecken- bzw. sogenannte Fernpendler. Diese Regelung gilt bis einschließlich 2023 und ist auf einen Entlastungsbetrag von 4.500 Euro pro Kalenderjahr begrenzt. Neu ist, dass diese Pauschale nun auch für sogenannte Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung gelten.

Die Mobilitätsprämie für Geringverdiener

Mit dieser Neuerung sollen im Zeitraum zwischen 2021 bis 2026 Geringverdiener unterstützt werden, deren zu versteuerndes Einkommen unterhalb des Grundfreibetrages liegt. Die neue Mobilitätsprämie für Geringverdiener beträgt circa 14 Prozent der erhöhten Entfernungspauschale. Dieses Geld erhalten Sie direkt auf Ihr Konto. Zu beachten ist hier: Die Mobilitätsprämie muss über einen amtlichen Vordruck beim Finanzamt beantragt werden. Das Gute dabei ist jedoch, dass Sie dafür insgesamt vier Jahre Zeit haben. Der Antrag für die Mobilitätsprämie im Steuerjahr 2021 sollte demzufolge spätestens am 31. Dezember 2025 bei Ihrem Finanzamt eingegangen sein. 

Anhebung des Mindestlohns

Der Mindestlohn wird weiterhin sukzessive angehoben. Ab dem 1. Januar beträgt er pro Arbeitsstunde 9,50 Euro und ab dem 1. Juli 2021 9,60 Euro. 2022 klettert er dann über 9,82 Euro ab 1. Januar bis insgesamt 10,45 Euro ab 1. Juli. Arbeitgebern ist im Zuge dessen angeraten, die Arbeitsstunden ihrer Minijobber zu überprüfen, da diese sonst leicht über der magischen Grenze von 450 Euro im Monat liegen und damit nicht mehr als Minijobber gelten können.

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Steuerliche Entlastungen für Familien, Menschen mit Behinderungen und Pflegende

Kindergeld und Kinderfreibetrag steigen

Das Kindergeld steigt 2021 und damit verbunden auch der Kinderfreibetrag. Ab dem 1. Januar erhalten Eltern für ihre ersten beiden Kinder jeweils 219 Euro, für das dritte 225 Euro und ab dem vierten je 250 Euro.

Der Betrag bis zu dem Eltern pro Kind im Jahr steuerfrei verdienen können (Kinderfreibetrag) beträgt 2021 je Elternteil 2.730 Euro. Addiert man dazu den Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf von 1.464 Euro, können Eltern im Jahr bis zu 4.194 Euro steuerlich geltend machen. Insofern beide Elternteile eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, erhöht sich dieser Betrag auf satte 8.388 Euro. Ob sich in Ihrem Fall das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag mehr lohnt, prüft das Finanzamt automatisch für Sie.

Höhere Unterhaltsfreibetrag

Wer Familienmitgliedern mit Unterhaltszahlungen finanziell unter die Arme greift, kann 2021 dafür bis zu 9.744 Euro als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzen. Dieser Betrag mindert sich jedoch für jeden vollen Monat, in welchem Sie keinen Unterhalt geleistet haben, um ein Zwölftel.

Erhöhung des Entlastungsbetrages für Alleinerziehende

Alleinerziehende unterstützt der Gesetzgeber nun langfristig: Die Erhöhung des Entlastungsfreibetrages für Alleinerziehende von 4.008 Euro, welche bisher als Unterstützung in der Corona-Pandemie galt, wurde entfristet. Das heißt, dass sie unabhängig von der Pandemie ab 2022 fortgelten wird. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Betrag um 240 Euro.

Steuerliche Entlastung für Menschen mit Behinderung

Auch die bisher geltenden sogenannten Behindertenpauschbeträge verändern sich zum Guten, sie verdoppeln sich nämlich. Gedacht sind sie um alle allgemeinen Kosten abzudecken, welche im Zusammenhang mit der Behinderung entstanden sind. Die jährlichen Steuern werden durch diese Pauschbeträge abhängig vom Grad der Behinderung gemindert. Ab diesem Jahr können auch Menschen mit einem anerkannten Grad der Behinderung (GdB) ab 20 Prozent den Pauschbetrag geltend machen. Für Sie beläuft er sich auf 384 Euro pro Jahr. 

Neu hinzugekommen ist die Fahrtkostenpauschale für Menschen mit einem Behinderungsgrad ab 80 oder ab 70 plus Merkzeichen "G".  Die Besonderheit hier ist, dass Menschen mit den Merkzeichen "aG", "Bl" oder "H" volle 4.500 Euro geltend machen können. Zu beachten ist, dass diese Pauschale anstelle der bisher tatsächlich ermittelten Fahrtkosten angerechnet wird.

Steuerentlastung auch für unentgeltliche häusliche Pflege

Auch für Pflegende, die sich unentgeltlich und im häuslichen Rahmen um einen Menschen mit Behinderung kümmern, sind in diesem Jahr steuerliche Entlastungen in Kraft getreten. Wenn sie einen Menschen mit dem Pflegegrad 4 oder 5 pflegen, erhalten sie von nun an durch den Pflegepauschbetrag 1.800 statt den bisher 924 Euro. Neu ist zudem die Einführung eines Pauschbetrages für die Pflege eines Menschen mit Pflegegrad 2 (600 Euro) und 3 (1.100 Euro). Von nun an ist es keine Voraussetzung mehr, dass die zu pflegende Person "hilflos" ist. 

Stärkung von Gemeinnützigkeit

In den steuerlichen Änderungen greift der Gesetzgeber verstärkt Menschen unter die Arme, die sich in ihrer Freizeit für das Gemeinwohl engagieren. Ehrenamtliche dürfen Einnahmen aus diesen Tätigkeiten bis zu einem Betrag von 840 Euro mit nach Hause nehmen, ohne dafür Steuern oder Sozialabgaben zu bezahlen (Ehrenamtspauschale). Grundvoraussetzung bleibt aber natürlich, dass das Ehrenamt nebenberuflich ausgeübt wird.

Zudem werden gemeinnützige Vereine unterstützt. Sie können nun für Spenden bis zu 300 (statt bisher nur 200) Euro einen vereinfachten Spendennachweis ausstellen. Als Zuwendungsbestätigung reicht den Finanzämtern von nun an ein einfacher Zahlungsbeleg, wie beispielsweise ein Kontoauszug. Eine Spendenquittung wird nicht benötigt.

Verlängerte Verjährungsfrist bei schwerer Steuerhinterziehung

Um Steuerhinterziehungen im großen Stil auch später noch bestrafen zu können, sieht die Verjährungsfrist ab dem 1. Januar 2021 für besonders schwere Fälle nun 15 statt 10 Jahre vor. Notwendig geworden ist diese Novellierung, um beispielsweise Machenschaften zu bestrafen, wie sie im Zusammenhang mit den sogenannten Cum-Ex-Papers ans Tageslicht kamen. Hier wurden Milliardengewinne am deutschen Fiskus vorbeigeschleust.

Weitere Informationen: Bundesministerium der Finanzen: Die wichtigsten steuerlichen Änderungen 2021

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