Steuern und Recht Steuererklärung - alle Jahre wieder

Steuererklärung 2019: Bei steuerrechtlichen Belangen sollten Sie unbedingt einen Steuerberater aufsuchen. Denn auch in diesem Jahr gibt es wieder ein paar wichtige Neuerungen und Anpassungen. Bei anderen rechtlichen Fragen wie zum Beispiel Arbeitsrecht, Familienrecht oder Erbrecht hilft ein Rechtsanwalt weiter. 

Anwälte Steuerberater

Der Juli naht und Ihre Steuererklärung ist immer noch nicht in trockenen Tüchern? Eine juristische Streitigkeit raubt Ihnen den dringend benötigten Schlaf? Grämen Sie sich nicht. Denn wer kennt sich schon mit dem aktuellen Steuerrecht aus oder ist im Erbrecht firm? Ziehen Sie am besten zu einem möglichst frühen Zeitpunkt einen Steuerberater oder einen Rechtsanwalt hinzu. Dieser Schachzug schont nicht nur die Nerven, sondern zahlt sich in vielen Fällen auch finanziell zu Ihrem Vorteil aus.

Steuererklärung 2019 - Was ist neu

Neues Jahr – neue Steuererklärung, auch wenn das Prozedere jedes Jahr ansteht, gibt es immer wieder neue Regeln und Steueranpassungen. Wir zeigen Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Änderungen und wie sich diese auf den endgültigen Steuerbescheid auswirken.

  • Grundfreibetrag: Der Grundfreibetrag für Alleinstehende ist 2019 von 9000 auf 9168 Euro und für Verheiratete von 18.000 auf 18.336 Euro erhöht worden. Bis zu diesem Beitrag bleibt das Einkommen steuerfrei. Im selben Umfang erhöhen sich auch die Beiträge, bis zu denen man den Unterhalt für nahe Angehörige als besondere Belastung abziehen kann. 
  • Kinderfreibetrag: Der sächliche Kinderfreibetrag erhöht sich von 2394 auf 2490 Euro. Der Freibetrag für Erziehungs-, Betreuungs- oder Ausbildungsbedarf bleibt bei 1320 Euro pro Kind und Elternteil unverändert bestehen. Zusammengefasst wird dem Elternpaar pro Kind 2019 also ein Kinderfreibetrag von 7620 Euro gewährt.
  • Fristverlängerung: Die Fristverlängerungen für die Steuerabgabe sind zwar bereits seit 2017 gültig, aber sie wirken sich erst jetzt in vollem Umfang aus. Steuererklärungen müssen ab dem Steuerjahr 2018 erst zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt eingehen. Stichtag für das Steuerjahr 2018 ist also der 31.7.2019. Steuerberatern wird noch mehr Zeit eingeräumt: erst bis zum 28. bzw. 29. Februar des übernächsten Jahres müssen sie die Erklärung einreichen (für 2018 also bis zum 28. / 29. Februar 2020). Diese Sonderstellung der Steuerberater wurde ihnen eingeräumt, damit genügend Zeit für eine umfassende Beratung besteht. Achten Sie auf jeden Fall darauf, die Abgabefrist für Ihre Steuererklärung einzuhalten. Verspätungen werden nun noch konsequenter geahndet. 
  • Jobtickets: Ab 2019 sind verbilligte Jobtickets komplett steuerfrei. Arbeitnehmer müssen also die Kostenersparnis nicht mehr versteuern. Achtung: Das Job-Ticket ist nur steuerfrei, wenn die Beschäftigten es zusätzlich zum Arbeitslohn erhalten. Handelt es sich um Entgeltumwandlung, ist die Steuerbefreiung nicht gültig.
  • Elektro-Dienstwagen und Hybridfahrzeuge: Elektro-Dienstwagen- und Hybridfahrzeugnutzer mussten bislang die Privatnutzung mit einem Prozent des Listenpreises pro Monat versteuern. Für E-Autos, die 2019 angeschafft werden, sinkt dieser Wert nun auf 0,5 Prozent. Achtung: Dieser Steuervorteil ist allerdings nur bis zum 31. Dezember 2021 gültig.
  • Sachbezugswerte für Beschäftigte: Wenn man als Arbeitnehmer von seinem Chef das Essen bezahlt bekommt, kann dies nun als steuerpflichtiger Arbeitslohn gewertet werden. Der sogenannte Sachbezugswert für eine reduzierte oder kostenlose Mahlzeit beträgt ab 2019 für ein Frühstück 1,77 Euro und für ein Mittag- oder Abendessen 3,30 Euro. Die Sachbezugswerte für Unterkunft und Miete steigen bundeseinheitlich 2019 ebenfalls auf 231 Euro monatlich.
  • Minijobber-Mindestlohn: Der Mindestlohn für Minijobber steigt 2019 auf 9,19 Euro pro Stunde. Das Problem für Arbeitgeber: Die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat ist nicht gestiegen und darf auch nicht überschritten werden. Wer also vermeiden will, dass das Arbeitsverhältnis sozialversicherungspflichtig wird, sollte die Arbeitszeit seines Mini-Jobbers entsprechend anpassen und verringern.

Hilfe beim Finanzamt-Stress

Wenn Sie die vom Gesetzgeber vorgesehenen Steuervorteile zu nutzen wissen, können Sie unter Umständen mit einer Rückzahlung in beachtlicher Höhe rechnen. Mit einem Steuerberater an Ihrer Seite ersparen Sie sich die Mühe, sich auf den neuesten Stand des Steuerrechts zu bringen und diesen bestmöglich in Ihrer Steuererklärung zu berücksichtigen. Vielmehr können Sie sicher sein, dass Ihr Steuerberater seine Fachkenntnisse zu Ihrem wirtschaftlichen Vorteil einsetzt. Zudem unterliegt das Mandantenverhältnis der gesetzlichen Verschwiegenheit: was Sie zu Ihrem Steuerberater sagen, dringt nicht nach außen. Sollte es zu einer juristischen Auseinandersetzung kommen, vertritt der Steuerberater Sie vor dem Finanzgericht oder dem Bundesgerichtshof.

Steuerberater und ihre Aufgaben

Neben Fragen zur Steuererklärung berät ein Steuerberater zu anderen steuerrechtlichen Fragen – zum Beispiel bei einer Unternehmensgründung oder bei einer Nachfolgeregelung – und vielen wirtschaftlichen Fragen. So übernimmt ein Steuerberater u. a. die Buchhaltung und Aufzeichnung von gewerblichen und freiberuflichen Mandanten oder erstellt einen Jahresabschluss. Die Kosten für die Leistungen eines Steuerberaters werden über die Steuerberater-Vergütungsordnung  (StBVV) bestimmt. Grundlage der Vergütung ist der Gegenstandswert oder Zeitfaktor. Besprechen Sie Einzelheiten am besten zu Beginn des Mandantenverhältnisses mit Ihrem Steuerberater.

Angestellte, Auszubildende, Beamte, Zeitsoldaten, Pensionäre und Rentner können ihre Steuererklärung auch von einem Lohnsteuerhilfeverein anfertigen lassen. Selbständige oder Freiberufler steht diese Möglichkeit nicht offen. Sie müssen sich mit steuerrechtlichen Fragen an einen Steuerberater – oder einen Rechtsanwalt bzw. Fachanwalt für Steuerrecht – wenden.

Die richtige Hilfe beim Rechtsstreit

Sollten Sie in eine Zwistigkeit oder einen Rechtsstreit verwickelt sein, lohnt es sich, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt eine rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen oder einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen. Wenn Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, ist die juristische Beratung in den meisten Fällen kostenlos. Aber auch ohne Rechtsschutzversicherung zahlt es sich in vielen Fällen aus, einen Rechtsanwalt zu engagieren. Der juristische Beistand erspart Ihnen viel Ärger, eine Menge Nerven und unter Umständen erhebliche Gerichtskosten!

Neben Steuerberatern sind übrigens auch Rechtsanwälte, speziell Fachanwälte für Steuerrecht, zu steuerlichen Beratungen bzw. Durchführung von Teilaufgaben befugt. Sehen Sie sich zum Beispiel mit einer erbrechtlichen Auseinandersetzung konfrontiert, kann Sie ein Rechtsanwalt ggf. auch steuerrechtlich beraten. Das Mandantenverhältnis unterliegt auch hier der gesetzlichen Verschwiegenheit.

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