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Rudern Auf ’ne Runde im Zweier ohne

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Der frisch gebackene WELTMEISTER Torben Johannesen dreht mit mir eine Runde im Zweier ohne auf der Alster. Um mit Torben im Boot zu sitzen, wechsle ich extra meine angestammte Seite, aber dafür, dass ich der Erste bin, der mit Torben nach seinem Titelgewinn im Boot rudert, mache ich das ohne Frage. Wir stoßen vom Steg der Favorite „Fari“ Hammonia ab, und schon gleiten wir dahin.

Sporting Hamburg

sporting hamburg Drei Tage ist es her, da hat Torben Johannesen mit dem Deutschland-Achter seinen zweiten WM-Titel in Folge gewonnen. Seit der Saison 2017 ist Torben nicht mehr aus dem Flaggschiff wegzudenken und seitdem haben sie kein Finale verloren. Mit dem Gewinn hat er seinem Bruder, Eric Johannesen, auch etwas voraus: Er ist jetzt zweifacher Weltmeister.

Spricht man den 24-jährigen Ruderer von der Fari auf den Titel an, spürt man, dass ihm eine extreme Last von den Schultern gefallen ist. „Der zweite Titel war vom Druck her der Schwerere“, erzählt Torben, „wir haben seit zwei Jahren kein Finale verloren, und so schraubt sporting Lars ​​​​​​​sich die Spirale immer enger zusammen. Wir entnehmen den Medien, dass ein Gewinn der Silbermedaille eine Enttäuschung wäre, es gibt inzwischen nur noch eine Erwartung: GOLD!“ Dieser immense Druck birgt Risiken. „Zwar ist das Team Deutschland-Achter ein eingeschworener Haufen, doch Zickereien kommen hier auch mal vor, es ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Sobald aber alle im Boot sind, gibt es unter allen neun Sportlern nur ein Ziel, den Bugball vorne haben.“ Mit einem Lächeln sagt Torben: „An Land kann man sich ja aus dem Weg gehen, und wenn die Medaille um den Hals hängt, ist eh alles vergessen.“

Wir passieren das Cliff, die Alster zeigt sich von seiner schönen Seite, so wie es im WM-Finale in Plovdiv in Bulgarien war. Glattes Wasser, warme Temperaturen und nur ein bisschen Wind.

Ob es das beste Rennen der Saison gewesen sei, frage ich Torben. Der Achter hat mit einer Länge vor den hochgehandelten Australiern und Briten gewonnen, so hatte es keiner erwartet. Eine Machtdemonstration zum Saisonhöhepunkt. Das erste Mal, dass eine deutsche Mannschaft in derselben Besetzung wie im Vorjahr gewinnt, „never change a winning team“ wohl das Credo von Bundestrainer Uwe Bender. Ein bisschen überlegen muss Torben schon. „Das Finale beim World Cup in Linz steht auf einer Stufe mit dem Finale der WM. Es waren zwei unterschiedliche Situationen, in Linz sind wir über den Hoffnungslauf gekommen und wollten es im Finale allen zeigen, hier hatten wir den enormen Druck, dem wir als Mannschaft standgehalten haben und das Ausrufezeichen gesetzt haben. Vom ersten Schlag an hatten die anderen Nationen keine Chance!“

Torben fährt fort: „Die Gefahr, dass die eigene Taktik bzw. der Rennplan nicht aufgeht, die ist Tagebuch immer da, man muss immer einen kühlen Kopf bewahren, auch wenn am Start mal in der Grütze gerührt wird. Ein Rennen ist 2.000m lang, da muss man an seine Stärken glauben und am Ende ziehen, bis einem schwarz vor Augen wird, das haben wir bis jetzt immer gut geschafft.“ Torbens großes Ziel: auch in den kommenden beiden Jahren ein fester Bestandteil des Achters zu sein und dann bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 möglichst Gold zu holen.

Dieser Weg kann nur im Team und mit dem Trainer gehen. „Anders als bei anderen Nationen nimmt Martin Sauer, unser Steuermann, hier eine sehr wichtige Rolle ein, er ist quasi ein Spielertrainer“, erklärt Torben, „bei anderen Nationen hat der Steuermann nicht diesen Stellenwert, aber bei uns übernimmt er eine große Aufgabe, er ist der Trainer im Boot. Martin ist einer von uns Sportlern, der Bundestrainer Uwe Bender ist der Trainer vom Motorboot aus,  dieses Zusammenspiel funktioniert sehr gut.“ Wer glaubt, dass Torben jetzt erst mal frei hat, der irrt. Am Wochenende fährt der Achter bei einem der härtesten Ruderrennen der Welt, dem Schleswig-Holstein Netz Achter Cup über 12km in Rendsburg mit, dann geht es eine Woche in den Club der Besten der Sporthilfe.

Pünktlich am Samstag zur Norddeutschen Meisterschaft ist Torben wieder zurück, um mit seinem Club unter anderem mit seinem Bruder Eric und mit Malte Großmann bei der Norddeutschen Meisterschaft im Achter zu gewinnen. Und dann, dann ist die Saison endlich geschafft. „Ich freue mich darauf, zwei Wochen mit meiner Freundin in den Urlaub zu fahren und vom Rudern Abstand zu haben. Wenn ich zurück bin, geht es ja dann auch schon wieder mit der neuen Saison los. Ich muss also jede freie Minute genießen“, sagt Torben, und wir kommen mit einem perfekten Manöver wieder an den Steg.

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