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Hip Hop Soooo beeindruckend

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Irgendwie hat es uns schwer gereizt, und unser Besuch in Billstedt gibt uns mehr als Recht. Wir waren in der HipHop Academy Hamburg, und wer sieht, wie da trainiert und geschwitzt wird, der stellt sich mal gar nicht die Frage, Sport oder nicht. Sowieso egal. Aktuell brennt da noch mehr die Hütte als sonst, weil die alljährliche Gala Ende November (22./23./24.11.) auf Kampnagel ansteht, und da müssen die Kids ran.

Sporting Hamburg

Hip Hop im Kulturelikt

sporting hamburg

Der Kultur Palast ist ein Relikt in Billstedt, damals gegründet von Dörte Inselmann, die auch heute noch an erster Stelle die Geschicke und die Visionen mit ihren Kollegen, Partnern und Sponsoren vorantreibt. Eigentlich gibt es einige Aushängeschilder und -schildchen mehr, aber heute geht es um HipHop. Und es geht um Academy.

Warum wir das trennen: HipHop ist Weltanschauung, Lebensgefühl, eine Wertegemeinschaft, wie man es sich nur wünschen kann. Basierend auf Toleranz und Respekt, seit über 40 Jahren, weltweit, entstanden in den Ghettos amerikanischer Großstädte, ist HipHop natürlich seit langem allemal salonfähig. Dennoch sind es gerade die von ihm transportierten Werte, abgesehen vom Beat, die aus Billstedt Deutschlands HipHop-Hochburg gemacht haben. Billstedt, ein Stadtteil mit ca. 80% Mitbürgern mit Migrationshintergrund in der jungen Generation, mit unterschiedlichste Nationalitäten auf engstem Wohnraum, mit allen Konsequenzen und Folgen, die man sich jetzt so vorstellen kann, hat hier Bedarf. Und den versucht, kommen wir zur (HipHop) Academy, diese ein Stück weit zu decken.

Mittendrin tanzt sie, dreht sich und bewegt sich, mixt, scratcht, rappt, beatboxt, singt (es gibt acht verschiedene  HipHop Kunstsparten) diese Herausforderungen einfach weg. „Die internationale Stadtgesellschaft“, wie Dörte Inselmann sagt, ist hier auf der Tanzfläche, in den Übungsräumen und in den Studios. „Sie lernen Respekt von der ersten Stunde an, und das sich-gegenseitig-Unterstützen steht an erster Stelle.“ Wesentliche Ideen des HipHop als größte, weltweite Jugendkultur. Jeder darf sein, wie er ist, scheißegal, wie er aussieht oder wo er herkommt, was er hat oder eben nicht.

Fleißig und gut gelaunt

Inzwischen sind es 700 Kids, Schüler, Jugendliche, hier heißen sie Students, und das auch nicht mehr nur in Billstedt. In der ganzen Stadt, an aktuell 35 externen Partnerstandorten, zeigen die Students „was sie können und können mittlerweile, was sie machen“. Hier in Billstedt, in der Zentrale sozusagen, ist in jedem Raum Action. Wir dürfen reinschauen, schnacken, werden extrem freundlich – mit Hand aufs Herz – begrüßt, alle sind schwer fleißig, aber äußerst gut gelaunt. Und wenn da die Jungs aus dem Stand ’nen Salto rückwärts machen, stellt sich schon wieder die Frage nach Sport nicht. „Die Idee ist Potentialförderung und die Entwicklung von Qualifizierungsmodellen“, erklärt Dörte. „Wir wollen den Jugendlichen Mut machen, sie in Bewegung bringen, wo sie doch eigentlich ganz andere Themen haben.“ Und ihre Umsetzung folgt einem weiteren Merkmal der HipHop-Kultur: den Battles, denn es geht auch ihr schlichtweg um Leistung. In Level 1 können alle antreten. Talentfrei oder Superfreak.

An regelmäßigen Abenden, in allen 35 Standorten, gibt es Übungseinheiten, Lessons, mit bestens ausgebildeten Coaches, die teils inzwischen aus den eigenen Reihen kommen. Und gleich wird den Students klar gemacht, wer Talent hat UND sich einfügt, wer sich reinhängen will, hat Chance, mehr aus seinem Talent zu machen. Wenn nicht – dann nicht. Zack. „Wir sind kein Kuschelzoo“, betont Dörte, „denn die Softskills sind uns genauso wichtig. Fehlzeiten, zu spät kommen, … – die Kids wissen das.“ Und wenn es bei dem einen oder der anderen nicht so läuft, und manche haben es zuhause so gar nicht einfach, dann bringen die Verantwortlichen natürlich Verständnis auf, helfen, wo sie können.

„Nur, dann muss eben geredet werden.“ Auch das will gelernt sein. Und dann entsteht aus negativer Energie positive Energie, und das ist, was HipHop meint und Dörte will. Eine Schule für das Leben. Bist Du also nicht talentfrei, immer pünktlich und so, geht es in ein... „die Students nennen es: Bootcamp“. Wer dort ausreichend Talent beweist, erhält ein Stipendium für Level 2. Das ist zentralisiert in Billstedt, zieht an, die Erwartungen auch. Durch Intensiv-Kurse werden die Students hier sehr individuell weiter entwickelt. Level 3 ist dann nämlich schon die Showgroup, es gibt Auftritte weltweit, Demo-CDs werden produziert, Choreos erarbeitet, die Disziplinen vereint, um eigene Bühnenprogramme zu entwickeln. Und die Students fangen an sich zu vermarkten, werden on top sogar inzwischen auch zu Coaches ausgebildet. Sie erlangen somit eine faktisch berufliche Qualifikation, ein weiteres Ziel der Academy.

Hartes Training

Zwischendurch wird immer wieder und wieder, hart bis härtest, trainiert, denn wer sein Talent zum Beruf machen will, muss ran. Ab Level 4 (genannt Ensemble) tritt die HipHop Academy im Grunde nur noch als Agentur auf, vermarktet und vermittelt ihre Künstler. Hier werden ganze Bühnenprogramme erarbeitet,  Tanztheaterproduktionen, und das funktioniert super. Auf bis zu 40 Auftritte im Jahr kommt die Truppe. Dass sie auch Weltmeisterschaften besuchen, der international bekannte Franklyn „Slunch“ Kakyire sowie HipHop World Champion Ben Wichert aus den eigenen Reihen tanzen, kommt eher nur so nebenbei zur Sprache.

Dörte Inselmann hat ihren Blick weiter gerichtet. Weiter in die Zukunft, weiter in „neue Märkte“, wie sie sagt, und „weiter in die Welt“. Neue Märkte bedeuten für sie „mehr Chancen für mehr Jugendliche“, fertig. HipHop ist weltweit, das ist so, weltweit sind mehr Kontakte. 

Aber, obwohl sie bereits vielfach international verdrahtet ist: „Je mehr Märkte, desto mehr Chancen für die Jugendlichen!“, also kann sie sich auch lokal eine Ausdehnung vorstellen. Der Bedarf ist da. Die Stadtteile sind auch da. Aber nun will Dörte Inselmann erstmal mit ihrer Truppe die Gala auf Kampnagel rocken, zeigen, was ihre Students drauf haben. ALLE Level präsentieren sich in verschiedenen Kunstsparten des HipHop: Rap, Beatbox, Breakdance, Producing, Gesang und New Style. Und alles selfmade in Billstedt. Das wollen wir sehen.


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