Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Volleyball Die spezielle DNA

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Volleyball kann so spannend sein. Unglaublich. Da waren wir Mitte Dezember beim Pokal-Halbfinale der Volleyballer aus Lüneburg (ist ja irgendwie fast Hamburg) gegen Berlin, sie spielten nämlich in der CU-Arena in Neugraben, und wir waren total geflasht.

Sporting Hamburg

sporting hamburg

Die ersten zwei Sätze vergeigt, spät ins Spiel gekommen, und dann im 5. Satz mit einer fast laxen Handbewegung alles klar gemacht. Unglaublich cool, abgebrüht und zugleich leidenschaftlich. Ein Traum. Das bedeutet nun Pokalfinale auf ganz großem Parkett, und zwar gegen Serien-Meister Friedrichshafen, in der Höhle der (Rhein-Neckar) Löwen, der Mannheimer SAP Arena. Bernd Schlesinger, hauptberuflich beim Deutschen Volleyball-Verband am Olympiastützpunkt für die Beacher zuständig, „nebenbei“ mal eben sportlicher Leiter in Lüneburg, rechnet mit über 1.000 Lüneburgern, die sich am 24. Februar in Mannheim die Kehle aus dem Hals brüllen, die nervigen Pappen klatschen oder „ein Block, ein Block, ein Block“ singen werden. 

Vermutlich ist Lüneburg dann leer, und die Fans, die sich nicht im Bus an den Neckar aufmachen, treffen sich sicherlich in ihrer Volleyball-Stammkneipe und schauen die Live-Übertragung. Nun wollen wir aber nicht arrogant sein, sondern viel lieber zollen wir formidablen Respekt für das, was sich da an der Ilmenau entwickelt hat. In der 5. Saison spielen die Lüneburger nun in der ersten Liga, und der sportliche Erfolg entwickelt sich stetig und nachhaltig. Schon in den ersten drei Spielzeiten hatten sie sich sogar gleich für das internationale Geschäft qualifiziert, dann aber aus finanziellen Gründen nicht antreten können, aber auch das entwickelt sich, wie cool. In der Liga-Tabelle sind sie aktuell auf Platz drei, tatsächlich haben sie sich sportlich im oberen Drittel etabliert. „Und das“, so Bernd sehr bestimmt, „bei nur einem Viertel des Etats unserer Gegner aus Berlin und  Friedrichshafen.“ 

„Bei uns ist die DNA der King“, erklärt er den wesentlichen Faktor des Erfolgs. Die immer wieder und überall viel zitierte Familie ist in Lüneburg die treibende Kraft, die Basis für die SVG. „Wir haben die meisten mitreisenden Fans bei den Auswärtsspielen. Vor den Spielen fassen alle mit an, schleppen Banden, bauen auf, ab, selbst die Sponsoren packen mit an.“ Und damit sind sie zwar offensichtlich die „Netten“ der Liga, „Underdogs waren wir aber nie“, stellt er aber klar. „Wir sind sportlich sehr professionell“, was aus dem Mund des sportlichen Leiters nicht überrascht, was sich ja aber auch durch die Erfolge bestätigt. 

„Uns ist es auf unserem gemeinsamen Weg mit Trainer Stefan Hübner und unserem Vorsitzenden Andreas Bahlburg von Beginn an gelungen, die Fans einzubeziehen und mitzunehmen.“ (Anmerkung der Redaktion: Gerade haben Bernd und Stefan um weitere 5 (!!!) Jahre verlängert, das ist eher ungewöhnlich). Nachhaltigkeit, würde man auf Neudeutsch sagen. Die Mannschaft honoriert das mit einer eindrucksvollen Performance, und sie fühlt sich sauwohl in Lüneburg, wohl wissend, dass einzelne Spieler woanders vielleicht ein paar Euronen mehr verdienen könnten. 

Aktuell besteht das Team aus 12 LünenHünen, sechs deutsche Cracks und sechs ausländische, teils ehemalige College-Spieler aus Kanada. Sie sind irgendwie alle da und offensichtlich mehr als angekommen, und das nicht in von oben verordneter Weise, so im Sinne von PR-Events in Kitas: Tyler Koslowsky betreibt inzwischen nebenher einen Canadian Coffee Shop, Ryan Sclater spielt in der Kirche seines Herzens Gitarre zum Gottesdienst. 

„Bislang waren wir in vielerlei Hinsicht eher nur der Ausbildungsverein und mussten nach den Saisons oftmals Spieler an die großen Vereine in Europa abgeben“, beschreibt Bernd Schlesinger.

Die Zeiten sind wohl auch vorbei. Und diverse Spieler aus der Region (Florian Krage kommt aus Pinneberg, Michel Schlien aus Buxtehude, Konrad Thole aus Eimsbüttel) unterstreichen die Ambitionen, auch in der Region sportlich weiter und breiter zu wachsen, Unterbau zu formen und die Zukunft zu sichern. So sind zum Beispiel viele Spieler der 2. Mannschaft, sie spielen in der 3. Liga, Spieler aus der Hamburg-Auswahl. Läuft also bei den LünenHünen, weswegen auch die Stadt, der Kreis, das Land mitziehen. Gerade wurde die lang ersehnte, wichtige neue Halle genehmigt, die Bagger können also kommen, so im doppelten Sinne (ach, die Kalauer). Bislang wurde nämlich in der Hölle von Gellersen gespielt, Fassungsvermögen ca. 800 tosende Fans, Ende.

Die neue Arena, fernsehtauglich, also vermarktungsfreundlich, nicht ganz Helene Fischer-Format, aber immerhin, fasst 3.500 Menschen, die Eintritt zahlen. Bei Topspielen zu erwartende ca. 2.500 Zuschauer, da kommt dann über die Saison ein bisschen was an Mehr-Etat zusammen, und keiner kommt mehr an den Lüneburgern vorbei. Auch internationale Auftritte scheinen finanziell möglich zu werden. Und da ist dann in der Halle auch noch ein wenig Luft für die ganzen neugierigen Hamburger, die gern ein Block, ein Block, ein Block singen. Nun machen die Männer hoffentlich erstmal den Pokal klar. Wir drücken die Daumen.

Themenübersicht auf hamburg.de

sporting hamburg ist das Stadtsportmagazin für Hamburg! Das Heft ist voll mit Hamburger Sport-Stories und passt damit perfekt zur Active-City-Idee der Hansestadt. Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Geschichten aus dem Heft.

sporting hamburg erscheint monatlich und liegt kostenlos in der gesamten Metropolregion aus. Das Magazin ist zu finden in vielen Vereinen, Studios, REWEs, EDEKAs, ECE-Einkaufszentren, in den UCI-Kinowelten, den Stolle Vitalwelten, in allen Schwimmbädern, bei BUDNI und in vielen Bars und Cafés. 

Hamburger Sport-Highlights

*Über die Einbindung dieses mit *Sternchen markierten Angebots erhalten wir beim Kauf möglicherweise eine Provision vom Händler. Die gekauften Produkte werden dadurch für Sie als Nutzerinnen und Nutzer nicht teurer.
Anzeige
Branchenbuch