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Basketball Hamburg Towers: „…um die Sache, nicht um mich!“

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Selbstlosigkeit ist sicher ein falsches Wort, aber irgendwie fliegt das so rum. Wir treffen nämlich Tomislav Karajica, den Mann hinter den Türmen. Und wir würden ihm, nicht zwingend, aber journalistisch durchaus gern, Kalkül, Business-Motive, was auch immer, respektive seines Engagements bei den Towers unterstellen. Aber irgendwie funktioniert das nicht.

Sporting Hamburg

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Mit Leib und Seele Hamburger

Das ist schön. Wir treffen einen sehr aufgeräumten Mann. Muss ja so sein, wenn man mit 42 eine sehr facettenreiche Unternehmensgruppe aufgebaut hat und mit dieser nicht zuletzt einige hohe Gebäude zum Stadtbild Hamburgs beigesteuert hat. Tomislav Karajica ist mit Leib und Seele Hamburger, hier geboren und in Stellingen (und nicht etwa in Harvestehude) aufgewachsen, und er war lange sehr erfolgreicher Karate-Sportler: Deutscher Meister, mehrfach. Und er ist nun der Ober-Turm? Neee, ist er nämlich nicht. Vor allen Dingen will er nicht in den Vordergrund. Das respektieren wir sehr gern, weil eher ungewöhnlich, und wir philosophieren mit ihm über Sponsoring, über Wirtschaft und Sport im Allgemeinen und im Speziellen.

Engagement seit 2013

Tomislavs Engagement bei den Towers begann 2013, im Grunde schon vor der ersten Saison der Towers. Er lernte Marvin Willoughby und Jan Fischer kennen und war beeindruckt, von ihrer Vision und wahrscheinlich auch von ihrer Bodenständigkeit. Neben erfolgreichen Jugendmannschaften und einer Wildcard für die 2. Liga gab es eine im Bau befindliche Halle, keine Spieler, kein Personal. „Es brauchte schon etwas Fantasie damals, um sich vorzustellen, wo die Reise hingehen kann“, rekapituliert Tomislav und grinst. Bevor überhaupt über Aufstieg, Playoffs, die Bundesliga und was-auch-immer gesprochen wurde, überzeugte ihn die soziale Komponente der Towers-Idee – und er wurde Gesellschafter. Denn als „Sport ohne Grenzen“ waren die Towers gestartet, mit Jugendcamps und Streetball-Aktionstagen.

Und wenn ein Bauträger Projekte plant und Visionen hat, muss das Fundament stimmen, tragen, und das nicht nur für zwei Jahre. Tomislav war sicher, dass dies hier der Fall war – und er sollte Recht behalten. Zum einen gelang es ihm, sein Netzwerk zu mobilisieren: „Kontakte sind das A und O“, sagt er. Zum anderen war es ein großes Plus, beim Aufbau der Strukturen beratend zur Seite stehen zu können. „Da konnte ich sicher helfen“, sagt Tomislav, „… wenn man bedenkt, mit wie vielen Gewerken und Schnittstellen große Bauvorhaben umgesetzt werden.“

"Es geht um das große Ganze"

Die Halle wird in Eigenregie betrieben, das steht für Unabhängigkeit, sie wird auch an Fremd-Veranstaltungen vermarktet, und sie trägt den Namen eines seiner Unternehmen, heißt seit 2017 „edel-optics.de Arena“. Er konnte bei der Akquise weiterer Sponsoren behilflich sein, der Know-how-Transfer findet statt und ist also auch einträglich. Die Rollenverteilung ist gegeben und scheint aufzugehen. Federführend trägt Marvin Willoughby aktuell natürlich die Verantwortung für den Bereich Sport, Jan Fischer agiert als GF vornehmlich für den kaufmännischen sowie den sozialen Bereich. Aber im Grunde ist das Gesamtkonzept der King. „Es geht um das große Ganze. Und das ist viel mehr als die Summe seiner Einzelteile“, schwärmt Tomislav.

Mit den aktuellen sportlichen Erfolgen soll sich auch der Breitensport deutlich weiter entwickeln, „die soziale Komponente ist auch jetzt noch unsere ultimative Triebfeder“, erklärt er und erinnert sich, dass Marvin sich vor einiger Zeit zu einem wichtigen Sponsorengespräch verspätete, weil er sich um einen Nachwuchsspieler zu kümmern hatte. „Das sind Prioritäten“, grinst er. Und wenn wir nun befürchten, Abhängigkeiten könnten der Towers-Vision mittelfristig schaden, was ja in Hamburg durchaus nicht neu wäre, erteilt er solchen Überlegungen eine klare Abfuhr.

„Schon jetzt können die Towers alleine, das Ziel war immer Unabhängigkeit.“ Und: „Ohne mich würde das hier auch weitergehen, um mich geht es hier mal gar nicht“, macht er klar.

Bei der Frage Ehrgeiz oder Leidenschaft antwortet er mit einem klaren Jein: „Sport sind Emotionen, ist Leidenschaft, Sport hat mein Leben immer bestimmt“, uns wird ganz warm ums Herz, „aber ich wollte auch wenn möglich immer gewinnen“, freut er sich. „Ich glaube an unseren Ansatz der konsequenten Kombination von Breitensport, Sozial- und Nachwuchsarbeit und dem Profisport, denn alle Ebenen befruchten sich gegenseitig. Die Profispieler sind Vorbild und Zugpferd für Kinder und Jugendliche, die über den Sport wichtige soziale Kompetenzen mitbekommen. Generell verbindet Sport die Menschen in der Stadt über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg, je mehr Angebote es hier gibt, desto besser“, ist Tomislav überzeugt.

So überzeugt, dass er sich schon seit Jahren mit seinen Partnern über den zuletzt in der Tagespresse vorgestellten „Elbdome“ Gedanken macht. Eine Halle mit einem Fassungsvermögen von ca. 7.000–8.000 Zuschauern ist, wie vielfach bestätigt, sehr gewünscht und soll Spielstätte der Towers in der dann hoffentlich 1. Liga sein. Aktuell sind sie serienweise ausverkauft, schon jetzt könnte man deutlich mehr Tickets absetzen. Auch für die HSV-Handballer wäre die neue Veranstaltungsstätte eine interessante Option. Das Projekt soll komplett privat finanziert werden, erklärt Tomislav. Frühzeitig wurden Standorte gesucht, nun wird einer auf Höhe Elbbrücken heiß diskutiert. „Auch ein Brückenschlag zwischen den Elbseiten“ könnte das werden. Aktuell läuft ein Testplanungsverfahren und es gibt Diskussionen, wie man den Stadtteil Rothenburgsort optimal mit einbinden kann. Zusätzliche Sportflächen, Jugendsport, ein weiteres Leuchtturmprojekt für Hamburg als Sportstadt, als Active City à la Towers.

Das Ziel ist amtlich

Der Aufstieg soll es sein. Nicht zwingend, aber irgendwie doch. Als Tabellenzweiter sollte man deswegen natürlich zwingend die Playoffs vor Augen haben, und bei den noch benötigten zwei Siegen in sechs Spielen sollte da schon ein dicker, fetter Teufel am Werk sein, wenn das nicht klappt.

Also derweil sich die Towers durch die letzten Spiele konzentrieren und sich über die fast ausnahmslos ausverkaufte Halle freuen, legen sie personaltechnisch zu, und zwar direkt für die Playoffs. Dann doch einen ganzen Tag vor Ablauf der Transferperiode wurde Max Montana eingeflogen, und zwar aus dem Bundesliga-Kader der Gießener. Kurz vor Weihnachten war bereits Scootie Guyton gekommen. Konsequent, fokussiert, fällt uns dazu nur ein, und dabei irgendwie trotzdem unaufgeregt. Macht ja auch Sinn, denn Aufregung ist das Letzte, was man in einer solchen Phase braucht, denn A, die ist sowieso schon da, und B, die kommt sicher auch noch extra. Und zack, gibt´s dann doch noch mal einen auf den Deckel – und das brauchen wir alle gar nicht. Die dann doch deutliche Niederlage gegen die Playoff-Mitaspiranten-aber-in-der-Tabelle-deutlich-hinter-den-Towers-gerankten Hagener, und zwar zuhause, ist ein Beweis aus der Kategorie: „Unnötig wie ein Loch im Kopf“. Wie dem auch sei. Aufstehen, weitermachen. Das wird schon klappen. Attacke 100.

Und die beiden Last- bzw. Lastlast-Minute-Zugänge punkten richtig, gegen Baunach: Guyton (8 Punkte/5 Assists), Montana (12/7 Rebounds), gegen Hagen: Guyton (3 Punkte), Montana (6).

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