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Segeln Auf Augenhöhe!

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Wir so: „Was ist da los?“, die so: „Wir sind cool.“, wir so: „Ihr gewinnt jedes Spiel!“, die so: „Vor der Planinsolvenz waren wir auch nicht schlecht unterwegs…“, wir so: „Ok, lass mal schnacken."

Sporting Hamburg

Wir treffen uns am liebsten mit den Crocodiles in ihrer stinkigen Umkleide (das ist wie was rauchen ;-)). Das klappt heute nicht, dafür sind Dominik (Lascheit, „Laschi") und Thomas (Zuravlev, „Zura“), ungeduscht. Immerhin. Tobi Bruns, gleichzeitig Pressesprecher, ist auch dabei. Und tatsächlich wollen wir wissen, was anders ist in dieser Saison, warum Tabellenplatz 3 und nicht zweistellig?

Die drei grinsen, Laschi haut´s raus: „Das Team läuft super!“ Keine Phrase, nicht, dass ES super läuft, es ist die MANNSCHAFT, die super unterwegs ist. Er erklärt: „Es war das erste Treffen zum Trainingsstart vor der Saison, wir haben uns in den ersten 20 Minuten alle in die Augen geschaut und uns auf Anhieb verstanden. Jeder, jedem, keine Ausnahme.“ Die erste Hälfte der Truppe war neu, so auch Thomas, aus Hannover kommend, die andere Hälfte war gebrannt: von der letzten Saison, der Planinsolvenz, von der Angst um die Gehälter, dem Gewissen gegenüber den teils auch verbitterten Fans, … – auch vom eigenen Druck und Frust. „Die Situation hat viel kaputt gemacht, das war ein schlimmes Jahr. Auch wenn die Verantwortlichen das alles richtig gut geregelt haben, spurlos ging das an uns nicht vorüber, wir waren ja schließlich auf dem Eis…“, erklärt Dominik/Laschi extrem ehrlich weiter.

Während damals diverse Spieler kurzfristig das Weite suchten, ist er geblieben: „Ich liebe Hamburg, hatte einen Vertrag unterschrieben, Verantwortung übernommen, fertig.“ Und wahrscheinlich hat dieses Commitment, die Haltung derer, die geblieben sind, was mit dem Team gemacht: Der Zusammenhalt ist riesig, die Sorgen sind (hoffentlich) Vergangenheit. „Die ersten Spiele in dieser Spielzeit waren auch noch nicht so super, eigentlich vergleichbar mit der letzten Saison“, erklärt Tobi, „aber wir sind uns einig.“ Zura grinst: „Wir wollen immer gewinnen, gegen jeden.“ Mit Dominik führt er die Scorerliste der ganzen Liga an, damit hätte auch keiner gerechnet. Dominik erklärt:„In den sozialen Medien, bei Tipp-Runden, waren wir vor der Saison nicht einmal unter den Top 8 gerankt, nun sind wir Tabellendritter.“ Er ergänzt: „Und wir ärgern uns tierisch, gegen den Tabellenführer mit einem Tor verloren zu haben.“ „Früher hätte die Mannschaft gesagt, war eben der Tabellenführer. Heute haben die Gegner UNS gegenüber Respekt“, freut sich Zura,
der sich offensichtlich gern freut, im Team als extremer Spaßvogel gilt.

„Ich mag es, wenn die Menschen lächeln, also trage ich dazu bei, dass sie lächeln.“ Was er mit den Crocodiles offensichtlich auch sportlich auf dem Eis gerade unter Beweis stellt. Eine Wiedergutmachung für alle Beteiligten – in vielen Belangen. Zura (27) lebt mit seiner Frau um die Ecke, hat ihr 2017 auf dem Eis, vor 800 Zuschauern, einen Heiratsantrag gemacht. „Das war eher spontan“, grinst er. Sie hat ja gesagt. Dominik ist ein echter Familienmensch, liebt seine Familie, die ihn schon immer extrem unterstützt, und lebt mit ihr in einem Mehrgenerationenhaus. Derweil Zura eher als Heißdüse daherkommt, erscheint Dominik bedachter. Sie trainieren hart, da sind sie sich einig. „Keine Mannschaft in der Liga trainiert so viel wie wir“, schildert Dominik, wobei weniger die Umfänge den Unterschied machen, denn die Intensitäten.

„Immer am Limit, aber mit Spaß dabei“, sagt Zura, „der Trainer verlangt viel, viel Arbeit“, erklärt Dominik weiter. Jacek Plachta, er kam im Mai 2018, challenged seine Spieler fortwährend. Dienstags ist Battle-Day, Stichwort „zwei Farben“. Tobi erklärt: „Zwei Trikotfarben heißt Eins-gegen-Eins“, Zweikämpfe bis zum Umfallen. Mittwochs dann ein wenig ruhiger, donnerstags: vier Farben … – aber offensichtlich Spaß dabei. Freude, Euphorie, da geht Jacek durchaus mit, holt die Jungs aber schnell wieder auf den Boden, das Eis der Tatsachen zurück. Der Trainer wolle eine homogene, starke Truppe, „keine High-Fly-Superstars“, erklärt Laschi. Er weiter: „Wir haben zwar auch Führungsspieler, das ist auch wichtig, aber die begegnen den Mitspielern immer auf Augenhöhe.“ Bauen die beiden, die aktuellen Goalgetter, im Training aus Jux und Dollerei einen Schlenker too much ein, haut der Coach dazwischen. „Ein-Pass-Schuss-Tor ist angesagt, kein Dipsy-Doodle-Eishockey“, beschreiben sie fast ehrfürchtig des Coaches Auffassung.

Gleichermaßen respektvoll gehen sie auch mit vermeintlichen Zielen um. Fair enough, aktuell sind die Play-offs natürlich erreichbar, „am liebsten Top 4, dann ist das erste Spiel beim Best of Five-Modus ein Heimspiel“, wünscht sich Zura. „Heimspiele liegen uns in dieser Saison extrem gut, machen aber in der Regel keinen so großen Unterschied, abgesehen von den Busbeinen der Gegner.“ Immerhin. (Und wir haben ein neues Wort gelernt.) „Mehr kann man aber nicht planen, wollen wir auch nicht“, sagt Laschi. „Die Playoffs haben ihre ganz eigenen Gesetze, das Hirn wird komplett ausgeschaltet, man will einfach nur jedes Spiel gewinnen“, schildert er abgeklärt, Ausgang in der extremen Situation eher ungewiss. Eines ist aber extrem gewiss: Nach der Saison, nach also 44 Liga-Spielen, dann den vermeintlichen Playoffs, „sind unsere Körper richtig im Arsch“. So viel zu reinhängen.


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