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Olympisches Segeln Zu viel Bremse

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Dass Hamburgs Segler aktuell olympiareif sind, auch für 2021, haben wir schon in vergangenen Ausgaben gezeigt. Gab es doch noch kurz vor C. die eine oder andere WM-Medaille, und zwar jeweils für das Olympic Team des NRV.

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Vollbremsung

Dieses wird geführt von Klaus Lahme, dem GF des Norddeutschen Regatta Vereins, und spricht man ihn auf die aktuelle Situation an, sagt er: „Frag mal Luise.“ Gesagt, getan, wir treffen uns mit den beiden. Für alle Athleten ist die Situation gleichermaßen bescheiden: neu planen, neu motivieren, Trainings lange Zeit zu Hause etc. Aber Luise Wanser (22) ist noch bekloppter dran. 

Bis vor kurzem war sie mit ihrer Schwester Helena im 470er unterwegs, sie sind amtierende Juniorenweltmeisterinnen, die Tokio-Quali schien möglich, es liefen Trainings, Regatten auf Malle. Dort legten sie an und mussten wegen der Grenzschließungen und Ausgangssperren schlagartig, innerhalb von ein paar Stunden, die Insel wieder verlassen. Zeitgleich kam dann die Absage aller Regatten sowie die Verschiebung der Olympischen Spiele. „Vollbremsung“ nennt Luise das. 

Nach ein, zwei Wochen Schockstarre dann der nächste fette Dämpfer: Helena, die nach Tokio 2020 für Paris 2024 auf das Surfbrett steigen wollte, was lange vorher entschieden und auch unter den Schwestern geklärt war, entschied wegen der sehr frühzeitigen Qualifizierungen für Paris, sofort auf das IQWindsurfing umzusteigen. Denn die raren Quotenplätze gibt es ab 2022, da bliebe nach Tokio 2021 nur noch ein Jahr Zeit für eine neue Klasse. No way. Helenas Ausstieg also nachvollziehbar, auch für Luise, aber irgendwie auch blöd: „Es gab richtig viele Tränen, aber ich verstehe das“, sagt sie. „Bislang hat Helena eher für mich auf den Umstieg gewartet, sie musste das aber jetzt machen.“

Neue Olympia-Aspirantin 

Tokio für Luise also abgehakt? „Auf keinen Fall", lacht sie. Denn man gut, dass es das Olympic Team gibt: „Mit Anastasiya Winkel haben wir eine weitere Olympia-Aspirantin, die gerade auf der Suche nach einer neuen Partnerin war, in unseren eigenen Reihen.“ Es war wie Schicksal, die beiden mussten sich gar nicht lange suchen. Nach „lass doch mal ausprobieren“ sind sie sogar bereits im April an 26 Tagen auf dem Wasser gewesen. Und es harmoniert richtig gut, „obwohl wir beide sehr ähnliche Typen sind“, erklärt Luise grinsend. „Wir sind beide sehr emotional, reden viel, ich halte jetzt einfach mal öfter meine Klappe“, lacht sie, „geht auch.“ 

Die Idee des NRV und der beiden Ladies: die Quali für Tokio 2021 unter Dach und Fach bringen. Die erste mögliche Regatta, um sich zu beweisen, wäre die Kieler Woche, die ja in den September verlegt wurde. Schade nur, dass der Verband über Luises Moves nicht so happy ist: „Weil es eine Tokio-Quali noch nicht gab, ist sie seit Anfang Mai prompt nicht mehr im Olympia-Kader“, erklärt Klaus. Alle aktuellen Aufwendungen, Boot, Trainer etc. trägt gerade der NRV. Luise erklärt: „Der Verband sieht mich schon jetzt in einem Mixed-Team für Paris 2024 und geht den aktuellen Schritt nicht mit.“ (Anmerkung: In Paris wird der 470er erstmals im Mixed an den Start gehen.) „Vergiss 2021, hieß es“, sagt Luise. „Das ist wirklich schade, zumal der für mich vorgesehene Vorschoter Philipp Autenrieth aus Bayern aktuell auch noch in Vorbereitungen für Tokio steckt.“ 

Dass sich Luise nach der Vollbremsung nun komplett ausgebremst fühlt, kann man glauben. Ein aktuell auch sehr starkes Berliner 470er-Frauenteam könnte Nutznießer sein, denn nur ein Frauenteam kriegt so à la GNTM ein Germany’s-Next-N470-Team-Foto für Tokio, weil interne Konkurrenz wegfiele. „Wir möchten ja nur unsere Chance haben“, sagt Luise, mal ganz abgesehen davon, dass es auch um fi nanzielle Förderung geht. „Man könnte sogar cool miteinander trainieren“, sie weiter und bietet Nastya und sich sozusagen als Sparringspartnerinnen an. „Bislang wird vom Verband gebremst“, so Klaus Lahme. Dennoch scheinen die beiden NRV-Seglerinnen schwer motiviert. Sie haben ihr Boot aktuell in Kiel liegen, dürfen aber eben nicht mit dem Kader, sondern trainieren eine Ecke weiter. Was ja schräg klingt. Also wir so, wären doppelt motiviert. Und so scheint es auch zu sein. Und man gut zu wissen, dass bei so viel Bremserei der NRV Gas gibt. Aber bitte anschnallen.


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