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Leichtathletik Zu gefährlich für Bergedorf!

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Wie schick ist eigentlich immer wieder die Jahnkampfbahn im Stadtpark?! Wir treffen uns da bei strahlendem Sonnenschein mit Mika Sosna und seinem Trainer Juri Minor von der TSG Bergedorf.

Sporting Hamburg

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"Da steckt noch viel drin"

Wir schnacken darüber, was einen noch 16 Jährigen dazu bewegt, Leichtathletik zu machen und sich schon eine so spezielle Disziplin wie Diskuswerfen auszusuchen, wo er seine Schuhe kauft (Schuhgröße 51,5!) und was er sonst so auf dem Zettel hat. (Derweil die versammelte Hamburger Leichtathletik Spitze Corona-konform um uns herum flitzt, springt und offensichtlich viel Spaß hat.) Anlass für unser Gespräch ist die Jahresweltbestleistung (U18), die Mika kurz zuvor auf einem, Coronabedingt kurzfristig organisierten, Wurf-Meeting in Neubrandenburg geworfen hat. By the way: Juri, ehemaliger russischer Zehnkampfmeister und seit 2005 Leichtathletik-Trainer bei der TSG, ist mehr als ein Original und noch mehr einen Artikel wert, der kommt auch noch. Zurück zu Mika, knapp 2 Meter, 102 Kilo, immer gut gelaunt, immer hungrig. Aber von vorn: „Ich hab’s früher auch mal mit dem Rudern probiert“, sagt er, „aber dafür war ich zu pummelig“, und: „Ausdauer? No!“, grinst er. Was nicht mit Faulheit gleichzusetzen ist. Er trainiert nämlich schon jetzt 8-mal die Woche, guckt abends auf YouTube Diskus-Filme alter Meister (Schult, Riedel, Harting), geht auf die Eliteschule des Sports, ist sehr konzentriert und hat deswegen sogar sein Abi, wie viele Hamburger Spitzensportler dort, auf 14 Jahre getaktet. „Wir sind die Strecker-Klasse“, erklärt er. So richtig intensiv ist er mit dem Diskus tatsächlich erst seit knapp 2 Jahren unterwegs: „Ich habe lange überlegt, was machen“, erklärt er, denn Mika ist auch Hamburger Meister im Kugelstoßen, selbst Weitsprung hat er mal probiert. Wahrscheinlich waren es die Gene, denn sowohl Mikas Mutter als auch sein Großvater können bzw. konnten ebenfalls mehr als ordentlich und erfolgreich mit der Scheibe umgehen. Mika und Juri trainieren am Stadtpark, weil die Anlage in Bergedorf zu klein ist, und weil Mika sowieso zu weit wirft. „Das ist zu gefährlich für Bergedorf“, lachen beide, und wir haben Kopfkino und freuen uns, wie rücksichtsvoll man sein kann. Also Jahnkampfbahn. Außerdem trainiert Mika in der Leichtathletik-Trainingshalle und am OSP. Die Tatsache, dass er erst seit zwei Jahren mit der Diskusscheibe unterwegs ist, impliziert offensichtlich auch noch einiges an Potenzial, Juri zwinkert: „Da steckt noch viel drin“, freut er sich, „körperlich und technisch.“ Die beiden zusammen fühlen sich super an. Zwei Riesentypen, große Herzen, Grinse-Mimik, ein gutes Team, sie haben gemeinsam viel vor: Der Wurf in Neubrandenburg (64,05 m) war nicht wirklich geplant, aber hat beide auch nicht überrascht. „Das war ohne Wettkampfvorbereitung, einfach nur so“, sagt Mika, der vergleichbare Weiten nämlich auch schon im Training abgeliefert hat. Was natürlich umso mehr befl ügelt. In Neubrandenburg (U18) wurde nämlich mit der 1,5 kg-Scheibe geworfen. Mika trainiert aber schon mit der 1,75-Variante, für den älteren Jahrgang. Denn 2021 stehen die U20-Europa- und Weltmeisterschaften (EM in Tallin, WM in Nairobi) an. „Die 1,75 kg-Scheibe fliegt sowieso besser“, findet Mika, was ja schon mal hoffen lässt, dass das bei den beiden großen Männern so erfolgreich weitergeht. Als Diskuswerfer konnten sie während der ersten C.-Phase nämlich zwar nicht im Stadion, aber umzu wunderbar alternativ trainieren. Diskuswürfe im Vorgarten des Stadtparkkindergartens, und für die Beine: Treppensprünge am Planetarium-Portal, bis zum Abwinken. „Seine Beine waren einfach zu schwach“, kommentiert Juri knapp und seeeehr bestimmt. „Juri ist streng, er fordert viel“, bestätigt Mika, der jetzt also keine Spargelbeine mehr hat, trotzdem lächelnd und absolut überzeugt. Denn auch Mika hat seinen Plan: „Olympia ist das Größte, das ist mein Langfristziel“, ohne eine Jahreszahl zu nennen. Er will sich die Zeit nehmen, in kleinen Schritten aber mit großen Würfen vorankommen, da sind sie sich einig. „Ich muss tatsächlich auch noch zunehmen“, sagt Mika, er braucht NOCH mehr Masse. „Die Weltspitze wiegt über 120 kg“, erklärt Juri, heißt: Mika muss noch so 20 Kilöchen draufpacken. Und auf den kommenden Deutschen Meisterschaften, wo er in seiner Altersklasse startet, wollen sie jetzt erst mal „ein paar Leute (mit Leistung) beleidigen“, grinsen beide. So aus Spaß. Und wir lachen uns schlapp, weil man das ja eigentlich so nicht sagt, sich ggf. höchstens denkt. Und dass sie beim Training Malle-Mucke hören, muss ja eigentlich auch nicht jeder wissen. Kann aber, alles gut.


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