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Inklusionssport Eben mal den Ball holen

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Die Idee, Sport zu treiben, in welcher Form auch immer, kann man – sollte man am besten haben. Und an Zugang fehlt es eigentlich auch nicht. In Hamburg bieten überproportional viele Sportvereine, Fitness-Studios etc. Sport von-bis, in Hülle und Fülle. Unsere Lebenswelten sind so aufgestellt, dass wir dann „nur noch“ den Arsch hochkriegen müssen.

Sporting Hamburg

sporting hamburg sporting-Katharina berichtet

Was aber ist, wenn Sport in der eigenen Lebenswelt gar nicht vorkommt, er andererseits aber doppelt wichtig und so gut sein kann? Dazu fragen wir Linda Bull (29). Sie arbeitet, finanziert von der Aktion Mensch, für die Evangelische Stiftung Alsterdorf als Sportlotsin. Mit dabei auch: sporting-Katharina (Pohle), ebenfalls von der Stiftung Alsterdorf: „Lindas Aufgabe ist nicht einfach, und wir sind in Hamburg, also passt die Bezeichnung ‚Lotsin‘ perfekt.“ Linda hat Sportmanagement studiert, u. a. für große Ferienresort-/Club-Brands gearbeitet und sich dann entschieden, noch mehr und vor allen Dingen noch Sinnvolleres aus ihrem Job zu machen. Sie ist echte Überzeugungstäterin und kümmert sich seitdem um die – wir sagen jetzt mal – Eingliederung von Menschen mit geistiger Behinderung in den Hamburger Sport. 

Weil es nur eine von ihr gibt, man möchte sie am liebsten gleich mehrfach klonen und den Etat wenn’s geht auch, muss sie sich auf die Bezirke/Stadtteile Wandsbek, Altona und Alsterdorf beschränken. Ihr Antrieb: Möglichst vielen der in
Hamburg lebenden 30.000 Menschen mit geistiger Behinderung die Botschaft vermitteln: „Du kannst.“ „Ich bin den ganzen Tag unterwegs, mich darum zu kümmern, Wege zu ebnen, Zugänge zu schaffen, damit Menschen mit geistiger Behinderung gemeinsam Sport treiben.“ Und wenn die Mehrheit bei Sport an Gesundheit und Optik und Spaß denkt, sind es in diesen Fällen deutlich viele Aspekte mehr, weswegen Lindas Job so sensationell wichtig ist. 

Sport in der Gruppe bedeutet Mut, Sozialisierung, Selbstvertrauen

Sport in der Gruppe bedeutet dann darüber hinaus nämlich Mut, Sozialisierung, Selbstvertrauen, … Abwechslung in einer ganz anderen Dimension. „Das ist vor allem wichtig bei erwachsenen Menschen mit Behinderung, da gibt’s keinen Schulsport mehr und auch weniger Angebote“, erklärt Katharina. Sie leben in Einrichtungen, ggf. sogar alleine, können sich aber oftmals nicht kümmern, haben keine Idee, wo und wie. Die hat Linda zum Glück. Melden sich einzelne Einrichtungen bei ihr, weil sie ein, zwei Kandidat*innen hätten, nimmt Linda Kontakt auf. „Ich vermittle die Sportler*innen an Vereine, deren Angebot ich kenne, prüfe vorab, ob und wie die Kandidat*innen da hinkommen. Bei größerem Bedarf organisieren wir Sportstunden in den Einrichtungen selbst, oder wir nutzen das Sportangebot in Alsterdorf“, erklärt sie, dort steht eine der inklusivsten Turnhallen überhaupt.

Die Schwierigkeit: „Die Angebote müssen teilweise extrem niedrigschwellig sein.“ Mal geht es nur um Reifen rollen oder Ticken spielen. „Hauptsache regelmäßig, Bewegung, in Gemeinschaft.“ Auch die Hamburger Sportvereine sind im Grunde sehr offen, bei Bedarf Angebote zu entwickeln und mit aufzunehmen. „Nur, dann muss eben auch die Trommel
gerührt werden“, damit möglichst viele Menschen kommen.

"Der Rückhalt ist klasse"

Auch bei der inhaltlichen Ausgestaltung dieser Programme in den Vereinen ist Linda, ist die ESA aktiv und teilweise involviert, da hilft ggf. dann auch der Hamburger Sportbund. Sehr gut aufgestellt im inklusiven Kinderbereich ist immer wieder der SV Eidelstedt, auch der SC Alstertal-Langenhorn baut aktuell sein niedrigschwelliges Angebot weiter aus. „Der Rückhalt ist klasse, wir kriegen fast ausschließlich tolles Feedback für unser Engagement, und die Entscheider sind interessiert und motiviert“, sagt Linda. 

„Im Vergleich zu der Inklusionsthematik in den Schulen ist der Sport einfacher inklusiv“, stellt Katharina fest. Sie haben sich beide zwar an langwierige Prozesse gewöhnt, „da sind wir sehr leidensfähig“, aber „die Freude an der Aufgabe, die positiven Erlebnisse überwiegen“, sagt die Enthusiasmus-Erfinderin Linda. „Ich freue mich, wenn ich erlebe, dass Sportler*innen, neben all den motorischen und physischen Aspekten, ihre Grupp e als Gemeinschaft verstehen.“ Da wird dann auch mal wie selbstverständlich der Ball wiedergeholt, fürs Team.

mach dich stark!
Wer jemanden kennt, der jemanden kennt, der sehr gern inklusiven Sport treiben möchte, wendet sich vertrauensvoll an die liebe Linda und bestellt schöne Grüße.
Telefon: 040/50 77 30 33 oder
E-Mail: linda.bull@alsterdorf.de

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sporting hamburg erscheint monatlich und liegt kostenlos in der gesamten Metropolregion aus. Das Magazin ist zu finden in vielen Vereinen, Studios, REWEs, EDEKAs, ECE-Einkaufszentren, in den UCI-Kinowelten, den Stolle Vitalwelten, in allen Schwimmbädern, bei BUDNI und in vielen Bars und Cafés. 

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