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Radsport Wer im Rund am Rad dreht

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Leon Rohde (25), gebürtiger Hamburger, ist Bahnradfahrer für Deutschland. Er vertritt die deutschen Farben in der Mannschaftsverfolgung, also dem Bahnrad-Vierer. Das ist dieses faszinierende Geschoss, bestehend aus vier Superhelden.

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Olympia-Ticket in greifbarer Nähe

Genau hier ist Leon seit gut zwei Jahren fester Bestandteil. In diesem Jahr hat er vielen anderen Leistungssportler*innen mit Olympia-Ambitionen etwas Wesentliches voraus: Er ist kurz vor der Corona-Krise Anfang März in Berlin die Bahnrad-WM mitgefahren. Mit einem siebten Platz hatte sich der deutsche Bahn-Vierer nämlich bereits für die Olympischen Spiele in Tokio qualifiziert. Das Ticket  Richtung Olympische Spiele, für ihn so greifbar wie noch nie – und dann kam alles anders: LOCKDOWN. 

Leon war fast nur noch auf der Straße unterwegs und drehte lange Touren. Spezifisch auf der Bahn ging wenig, die hatte wie so vieles geschlossen. „Das Schlimmste war aber die Perspektivlosigkeit. Es ist öde, zu trainieren, ohne eine Ziel vor Augen zu haben“, sagt er. Die gesamte Lockdownzeit hat Leon dennoch irgendwie ganz gut weggesteckt. Aktuell ist er so fit wie noch nie, konnte Umfänge trainieren, die in Wettkampfphasen nicht möglich sind. 

Und wenn er nicht auf dem Rad saß, widmete er sich seinem Fernstudium der Wirtschaftsinformatik. „Durch die wettkampffreie Zeit konnte ich mich deutlich nachhaltiger meinem Studium widmen als ursprünglich mal geplant, konnte den gesamten Umfang des Studiums für das Semester steigern, es hielt sich mit meinem Training fast die Waage. Und ehrlich gesagt hatte ich auch das Glück, dass es sowieso ein Fernstudium ist, so gab es da keine Komplikationen im Semester wie an den normalen Unis“, erklärt Leon.

Auflagen für das Training in Stellingen

Das spezifische Bahntraining geht gerade langsam wieder los, für die Radrennbahn in Stellingen gab es wie überall etliche Auflagen, was das Training auf der Bahn nicht leichter gemacht hat. Anfang Oktober trifft sich die  Nationalmannschaft in Frankfurt (Oder) zum Bahntraining am Bundesstützpunkt. In drei Blöcken à acht Tagen wird vor Ort gemeinsam trainiert. Der Druck, sich durchzusetzen, bleibt, es sind sechs bis acht Sportler, die für den Bahn-Vierer in Frage kommen. Ein Jüngerer kommt vielleicht sogar noch dazu, für den Tokio dieses Jahr zu früh gewesen wäre, der nun aber für das nächste Jahr auf jeden Fall den Druck auf die Mannschaft erhöht. Keine leichte Situation, wenn man das Ticket eigentlich schon fast in der Tasche hatte.

Die Ungewissheit bleibt! Ob man Bestandteil des Teams ist und ob die Olympischen Spiele 2021 in Tokio überhaupt stattfinden. Auf Grund der aktuellen Pandemielage ist das auf jeden Fall nicht sicher und überhaupt, wie der Fahrplan für die Bahnradsportler aussieht, das steht auch noch komplett in den Sternen. Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen sollen zwar noch zwei Europameisterschaften ausgetragen werden. Die erste im November, dafür gibt es aktuell allerdings noch keinen Ausrichter, die zweite EM soll im Februar in Minsk starten, und da stellt nicht nur Corona ein großes Fragezeichen in den Raum, sondern auch die politische Lage dort ist aktuell ein Thema, das die Planungen nicht gerade einfacher macht. Somit steht auch Leon wieder da und muss ins Blaue trainieren. 

„Man bereitet sich laut Trainingsplan vor, als stünde ein Wettkampf an, und dann muss man sehen.“ Da viel auf dem Spiel steht, halten sich natürlich alle daran, so auch Leon: „Es ist keine leichte Aufgabe, sich in der Mannschaft immer wieder durchzusetzen, vom Mindset immer perfekt am Start zu sein, und das vor dem Hintergrund dieser Unwägbarkeiten und der Unsicherheit.“

Nominierung im Mai

Die Nominierung des Bahn-Vierers soll, das steht fest, im Mai stattfinden. Wie dort entschieden wird, wenn es bis dahin keinen Wettkampf gab? Die Antwort kennt niemand. Aktuell hangeln sich die Sportler von Training zu Training und müssen gefühlt irgendwie immer bereit sein. „Und das werde ich, ich bin da, wenn es drauf ankommt“, sagt Leon  selbstbewusst. Momentan macht er jetzt aber erst mal Urlaub, einfach mal Zeit mit der Freundin genießen, Dinge tun, die sonst in den normalen Trainingsphasen nicht möglich sind. 

Auf meine Frage, ob er sich komplett rausnimmt, so ganz ohne Training, ohne alles, bevor er sich in Frankfurt mit der Mannschaft trifft, antwortet Leon lachend: „Ich habe mein Fahrrad natürlich mit, spule jeden Tag nur eben meine 3 bis 4 Stunden ab, Richtung Mittag bin ich dann fertig und kann den ganzen Tag mit meiner Freundin verbringen. Und manchmal geht es auch gemeinsam in den Kraftraum.“ Auf Deinem weiteren Weg, der nicht so glatt ist, wie Du es von der Bahn gewöhnt bist, drücken wir Dir die Daumen, dass es am Ende für den Platz in der Mannschaft und dann auch bei den Olympischen Spielen reicht. *Faust*

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