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Hockey Wachablösung??!!

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Wir schielen ja auch immer mit Argusaugen in die Hockey-Szene und freuen uns, wenn wilde Dinge passieren. Aktuell fällt das natürlich einerseits schwer, andererseits aber eigentlich doch nicht, denn Ergebnisse gibt es ja, wenn auch eben ohne Zuschauer.

Sporting Hamburg

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"Das Team ist King"

Und da stolperten wir zuletzt über den Hamburger Polo Club, vielmehr über das Resultat Polo gegen den UHC (5:0), über Polos Sieg gegen den aktuellen Tabellenführer RW Köln und über das Unentschieden beim amtierenden Meister Uhlenhorst Mülheim. Wir führten ein paar Gespräche, und weil wir immer wieder so etwas hörten wie „das Team ist King“, treffen wir uns nun also mit dem Team – mit drei Spielern, wegen Corona und Anzahl Haushalte und so, bei Indian Summer auf dem Altonaer Balkon. Ganz in der Nähe wohnen nämlich Krümel (25) und Luca Müller (26), „in einer der legendären Hockey-WGs“, sagt Billy (Julian Hofmann-Jeckel, 32), der dritte Spieler im Bunde. Interessant der Mix: Erst kurz da (Luca), bisschen länger da (Billy), schon immer da (Krümel). Krümel heißt Krümel, auch schon immer, im Pass steht Jan-Hendrik Bartels. Er hat mit 5 angefangen, Hockey zu spielen, kam über die Eltern dazu, kann auch Tennis, aber offensichtlich besser Hockey. 

Vorprescher, Initiator, Head of … in Sachen Hockey bei Polo ist Frank Schmidt (53), er beerbte Jost Hartmann als Hockeyvorstand und machte 2014 Ernst, spätestens mit der Verpflichtung von Rekord-Nationalspieler und zweimaligem Olympiasieger Witti (Matthias Witthaus, 38) als Chefcoach bzw. Spielertrainer. „Da ging das bei Polo richtig los“, sagt Billy. Anfangs waren die Ambitionen des Clubs im Hamburger Westen wahrscheinlich nicht wirklich für voll genommen worden, inzwischen munkelt man von Wachablösung, sind doch die Jungs und Männer aus dem Westen aktuell der beste Hamburger Verein (von fünf) in der 1. Bundesliga. „Könnte sein“, sagen die drei einhellig, denn letztlich will man wohl mit bestem Hamburger Hockey national auftrumpfen. „Das klingt besser“, verwerfen die Jungs alternative  Formulierungen und haben gut lachen. 

Investition in den Nachwuchs

„Einerseits geht es bei uns sicher um Professionalisierung im Hockey-Sport“, sagt Billy, „andererseits gibt es bei uns sehr viel Leidenschaft“, was den Polos gern auch mal abgesprochen wird. Frank Schmidt nebst Mitstreitern haben inzwischen im „Club 100“ reichlich enthusiastische Partner versammelt, die viel mehr tun als nur Geld rauszutun. „Da geht es um Ausbildungs- und Praktikumsplätze, die Vermittlung von Wohnungen, vielfältige Hilfestellung für die 1. Herren“, Stichwort Spitzensport. Aber auch Hausaufgaben wurden möglich, sprich in den letzten Jahren wurde die Jugend- und Nachwuchsarbeit extrem intensiviert, Frauenteams wurden gebildet, die ganze Hockeyabteilung wurde aufgemöbelt. Selbst mit 4 Jahren können Zwerge bei Polo inzwischen schon Hockey spielen.

„Viele der ‚Club 100‘-Partner sind Mitglieder, die selber auch noch den Schläger in die Hand nehmen“, erklärt Krümel, wohlwissend, dass die Dietmar-Hopp-Gesänge bei Lokal-Derbys noch nicht soooo lange verhallt sind. 2017 wurde die 1. Herren ausgegründet, im deutschen Hockey auch eher ungewöhnlich, aber et löppt. Und die Ambitionen, sicher auch der Ausbildungsaspekt nebst Aussicht auf langfristigen Erfolg, ziehen Talente, junge Talente. „Insgesamt sind wir eigentlich ein sehr junges Team, der Jüngste bei uns ist 18, 8 Spieler der Jahrgänge 1994–97, der älteste Spieler ist dafür aber auch 36.“ Luca erklärt: „Im Hockey kennen sich alle irgendwie.“ 

Empfang mit offenen Armen

Er kam 2019 aus Mannheim zu Polo, folgte Krümel, der zwischenzeitlich in Mannheim BWL studiert und natürlich auch dort Hockey gespielt hatte. Und dann kannte er selbstverständlich Billy aus seiner Heimat Wiesbaden, Billy war nämlich mal sein Trainer und eigentlich der Grund, aus dem er zum Hockey kam. Klüngel? „Neeee, nett“, sagen die Jungs. „Wir sind total offen, fast jeder kommt aus einem anderen Verein, und genau das macht uns aus, keine Sippschaften, absolute Offenheit, Kollegialität, Professionalität.“ Und viel Spaß. Die gerade nach Hamburg gewechselten Spieler aus Neuseeland haben sie gleich unter ihre Fittiche genommen. „Nach zwei Wochen waren die voll integriert.“ 

Auch mit dem entstehenden Druck, ein neuer Spieler könnte den eigenen Stammplatz gefährden, gehen sie nicht um, weil keiner da ist, sagen sie: „Das ist gar kein Thema, wir brauchen ein Team in der Stärke und Größe.“ Denn letztlich wollen sie in der aktuellen Saison, sie geht im kommenden Frühjahr weiter, unter die Top 4 der Liga, haben ihr Spiel umgestellt: „Wir spielen jetzt Manndeckung, sind wendiger, flexibler – richtig geil.“ In der letzten Saison als Aufsteiger konnten sie nur Raum, „da wären wir mit Manndeckung untergegangen“, stellt Krümel fest. Nun Fokus auf das (wohl geflügelte Wort - weil alle drei lachen) „individuelle Abwehrverhalten“. 

„Wir sind insgesamt deutlich fitter“, erklärt Billy weiter, „haben richtig flinke Jungs, mit und ohne Ball“: Constantin Staib, Max Silanoglu, Leon Thörnblom und Krümel eben, „die kaufen sich die Top-Leute, jagen ihnen heftig den Ball ab.“ Top-Schützen sind Kane Russell, Ecken-Kracher Tomas Procházka oder Jojo Fröschle. Nationalspieler gibt es auch inzwischen: Constantin Staib, Mathias Müller und Niklas Garst. „Und sowieso sind wir die beste deutsche Mannschaft der letzten 11 Spiele“, flachsen sie rum, wohlwissend, dass jede Stimme gezählt wird. Nun steht erst mal die Hallensaison an: „Wir wissen noch gar nicht wirklich, ob die losgeht“, sagen die drei. Um dann auf ihrem Hartplatz im Frühjahr die Top 4 klarzumachen, oder den einen oder anderen Grottenschluck. Das ist ein wahrscheinlich isotonisches Getränk, das bei Siegen aus dem Bauwagen am Platz, genannt Grüne Grotte, gereicht wird, nebst Currywurst. Das werden wir zwingend testen.

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