Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Motorsport Hamburgs Schnellster!

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Glaubt man nicht, ist aber so – Hamburgs wohl schnellster Autofahrer hat keinen Führerschein. Krass: Mit bis zu 240 Sachen rast Tim Tramnitz über die Rennstrecken dieser Welt, aber auf die Stresemann- oder die Ost-West-Straße darf er noch nicht.

Sporting Hamburg

sporting hamburg

Rookie of the Year

Tim ist im November nämlich gerade erst 16 geworden, also heißt es warten, mit der Fahrerlaubnis. Dabei gilt der Bergedorfer als eines der größten Motorsporttalente Deutschlands. Seine erste Saison in der Nachwuchsklasse Formel 4 hat er mit einem Rennsieg und vier zweiten Plätzen als Rookie of the Year abgeschlossen, als allerbester Neuling. In der Gesamtwertung belegte er Platz vier. „Ich bin echt happy. Das ist mehr, als ich mir von meiner ersten Saison erhofft hatte“, strahlte er. Da bleibt uns nur zu sagen: Glückwunsch, Hut ab und fetter Respekt, Tim. Der Junge hat es offensichtlich drauf. Schon mit fünf Jahren hat er ein Quad geschenkt bekommen, mit sechs im ADAC Ortsklub Bergedorf seine ersten Runden im Slalomkart gedreht, das Feuer war entzündet. 

„Ich bin dann begeistert um Hütchen Slalom gefahren“, erzählt Tim von seinen Anfängen, „da war mir echt schon klar, dass ich das machen will.“ Seinen ersten eigenen Rundstreckenkart hat er mit acht bekommen und ist damit begeistert über die Kartstrecke bei Lüneburg gekurvt. „Ich glaube, das ist wie in jedem Sport: Je eher man anfängt, desto besser ist das“, meint Tim. Er hatte natürlich das Glück, dass sein Vater Jürgen auch ein Faible für Autos und Motoren hat. Der Bergedorfer Unternehmer hat sich mit einer Werkstatt für „Oldies“ im Sommer einen eigenen Traum verwirklicht, er sammelt selbst besonders schöne, alte Autos. Und er fördert seinen Sohn, ohne das wäre eine Karriere im Rennsport wohl, sagen wir: schwierig.

Kartsport als Einstieg

Karts sind ja der klassische Einstieg in das Rennsportgeschäft. Praktisch alle erfolgreichen Formel-1-Fahrer haben im Kart begonnen. Ob das Lewis Hamilton ist, Sebastian Vettel oder, klar: Michael und Ralf Schumacher auf der berühmten Kartbahn in Kerpen. Apropos Ralf Schumacher: Den kennt Tim schon aus dem Kartsport. Vor dieser Saison stieg er für dessen Team „US Racing“ in die Formel 4 ein, die Nachwuchsrennklasse. „Ich habe mich immer wohl gefühlt, super professionell ist es da“, schwärmt er, „ich habe wahnsinnig viel gelernt.“ Ralf gibt das Kompliment zurück: „Er ist sehr motiviert und hat einen guten Speed.“

Nun ist es in diesen Nachwuchsklassen nicht so, dass die Fahrer schon wer weiß wie viel Kohle einfahren. Eher das Gegenteil ist der Fall: Du musst Dich für die Leistungen bei einem Rennteam quasi einkaufen. So ein Formel-4-Auto kostet etwa 55.000 Euro. Tim hat zwar Sponsoren und er wird von der ADAC Stiftung Motorsport gefördert, dennoch sagt er: „Man selbst verdient praktisch nichts daran.“ Das kommt erst später, wenn der Erfolg so weitergeht. Immerhin hat er durch die erfolgreiche Saison in diesem Jahr seine Verhandlungsposition gegenüber dem Team schon verbessert, er wird weniger eigene Kohle mitbringen müssen. Man redet, aber die Entscheidung auch im nächsten Jahr wieder für US Racing an den Start zu gehen, scheint schon gefallen. Dann soll es um den Gesamtsieg gehen, „das ist klar unser Ziel.“

Unterstützung von der Schule

Das alles geht natürlich nur, wenn die Schule mitmacht. Da hat er offenbar Glück, das Luisen-Gymnasium unterstützt ihn mit Freistellungen, „wichtig ist am Ende, dass meine Noten stimmen“, sagt er. Tun sie aber, auch wenn es hart ist: „Ich habe viel gefehlt, musste viel nacharbeiten.“ Als Norddeutscher im Rennzirkus merkst Du eben auch: „Hamburg liegt nicht gerade zentral.“ Es ist immer ein Akt, zu den Rennstrecken wie Lausitzring, Nürburgring oder Hockenheimring zu kommen, nicht nur zum Rennen am Wochenende, sondern auch zu Tests. Wenn er zu Hause ist, steht neben Schule weiter Sport auf dem Zettel. Logisch, Motorsport ist nicht nur im Auto sitzen und Gas geben. Da musst Du rundum fit sein. „Wir haben einen kleinen Raum mit Geräten, da arbeite ich viel. Viermal in der Woche gehe ich laufen, und ich mache Boxtraining“, erzählt Tim, „und einmal in der Woche arbeite ich mit einem Mentaltrainer.“ Der Kopf muss klar sein, wie in jedem Spitzensport. Und ganz besonders auch, wenn du in drei Sekunden von Null auf Hundert beschleunigst. Bisher passt das Paket offenbar gut zusammen und das Ziel ist klar: „Mein Traum ist natürlich die Formel 1. Aber ich muss halt von Jahr zu Jahr gucken.“ Und wir gucken mit, voller Spannung, was da noch passiert. Und spätestens in der Formel 1 hat er dann auch bestimmt seinen Führerschein.

Themenübersicht auf hamburg.de

sporting hamburg ist das Stadtsportmagazin für Hamburg! Das Heft ist voll mit Hamburger Sport-Stories und passt damit perfekt zur Active-City-Idee der Hansestadt. Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Geschichten aus dem Heft.

sporting hamburg erscheint monatlich und liegt kostenlos in der gesamten Metropolregion aus. Das Magazin ist zu finden in vielen Vereinen, Studios, REWEs, EDEKAs, ECE-Einkaufszentren, in den UCI-Kinowelten, den Stolle Vitalwelten, in allen Schwimmbädern, bei BUDNI und in vielen Bars und Cafés. 

Hamburger Sport-Highlights

*Über die Einbindung dieses mit *Sternchen markierten Angebots erhalten wir beim Kauf möglicherweise eine Provision vom Händler. Die gekauften Produkte werden dadurch für Sie als Nutzerinnen und Nutzer nicht teurer.
Anzeige
Branchenbuch