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Rahmenplan Stadteingang Elbbrücken

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Nach mehr als zwei Jahren intensiver Planung und öffentlicher Diskussion ist das zukünftige Bild des Stadteingangs rund um die Elbbrücken konkret geworden: Am 19.10.2021 hat der Senat den Rahmenplan Stadteingang Elbbrücken angenommen und wichtige Weichen für dessen Umsetzung gestellt. Der Rahmenplan enthält erstmals eine übergreifende Zukunftsperspektive für das rund 80 Hektar umfassende Gebiet, das sich von der nördlichen Veddel über das westliche Rothenburgsort bis ins südliche Hammerbrook erstreckt.

Stadteingang Elbbrücken, Variante A Blick auf den Stadteingang Elbbrücken (3D-Visualisierung).

Stadteingang Elbbrücken

Der Rahmenplan (steht weiter unten als Download bereit) bildet die Basis für alle weiteren Schritte der Stadtentwicklung in diesem Gebiet. Unter anderem schafft er die Grundlagen für eine moderne, urbane Entwicklung dieses bislang eher stark zerschnittenen Stadtraums, für ein grünes Band von der Elbe bis zur Bille inklusive eines neuen Parks sowie für zusätzliche Wegeverbindungen, neue Zugänge zum Wasser, nachhaltige Mobilität und breite Nutzungsvielfalt. Moderne Arbeitsplätze in Büro, Dienstleistung und urbaner Produktion sind ebenso vorgesehen wie Orte für die Kreativwirtschaft und – an geeigneten, lärmgeschützten Lagen – auch dringend benötigte neue Wohnungen.

Umnutzung überdimensionierter Verkehrsflächen der 1960er Jahre

Ein zentrales Anliegen des Rahmenplans ist es, aus dem Gebiet einen schlüssigen, zusammenhängenden Stadtraum zu schaffen. Aktuell prägen massive Bahntrassen und eine der am stärksten befahrenen Hauptstraßen Hamburgs das Bild eines Transitraums. Künftig sollen unter anderem durch den Rückbau überdimensionierter Verkehrsflächen neue Grundstücksflächen geschaffen werden. Rund um die Billhorner Brückenstraße sieht der Rahmenplan auf den Flächen eines untergenutzten Autobahnkleeblatts aus den 1960er Jahren neue Quartiere vor, die vor allem von innovativem Gewerbe sowie von Kultur- und Kreativwirtschaft geprägt werden, in lärmabgewandten Bereichen aber auch Wohnen ermöglichen können. Die künftige Bebauung soll an die innerstädtische Dichte anknüpfen, die insbesondere Rothenburgsort vor dem Zweiten Weltkrieg auszeichnete, und weist unter anderem ein Hochhaus von 90 Metern sowie mehrere Stadtplätze auf. Der Billhafen bleibt frei.

Parklandschaft von der Norderelbe bis zur Bille

Der Rahmenplan sieht zudem eine Parklandschaft vor, die sich schrittweise von der Norderelbe bis zur Bille in Hammerbrook entwickelt. Bisher sind die Ufer an vielen Stellen unzugänglich. Öffentliche Wege am Wasser und Grünräume mit unterschiedlichen Freizeitangeboten sollen Abhilfe schaffen. So ist etwa ein durchgehender Weg vom Hochwasserbassin in Hammerbrook bis zur Brandshofer Schleuse im südlichen Rothenburgsort vorgesehen, der teilweise auch über Stege auf dem Wasser geführt wird. Den neuen Billepark charakterisiert eine raue Idylle: Wasser- und Grünflächen werden aktiv erlebbar, bleiben allerdings weiterhin gerahmt von Industrieanlagen sowie mächtigen Straßen- und Bahnbrücken.

Varianten für den Veddeler Marktplatz

Auf der nördlichen Veddel stehen die Weiterentwicklung des Veddeler Marktplatzes mit einem denkmalgeschützten Zollhallen-Ensemble sowie des Elbufers im Fokus. Für die Zollhallen wurden zwei Varianten ausgearbeitet: Eine vollständige Umbauung der alten Gebäude (Variante A) würde eine lärmgeschützte Insel schaffen, die neben Gewerbe, Gastronomie, Einzelhandel und soziokulturellen Nutzungen auch Wohnen erlauben würde. Eine offene Einfassung der Hallen mit neuen Gebäuden zu beiden Seiten (Variante B) würde Nutzungsvielfalt ohne Wohnen erlauben und zugleich den Bezug zur Elbe stärken. In jedem Fall soll der neue Park „Veddeler Balkon“ einen grünen Treffpunkt für die Nachbarschaften von Veddel und Grasbrook nahe der Elbe schaffen.

Brücken und Verknüpfungen

Eine entscheidende Rolle spielt die künftige Verknüpfung der verschiedenen Orte. Dazu werden Wegebezüge systematisch ausgebaut und gestärkt: Dazu gehören verbesserte Unterquerungen der Elbbrücken ebenso wie neue Fuß- und Radwegbrücken etwa über den Billhafen, über die Bille am südlichen Ende des Hochwasserbassins, vom HafenCity-Quartier Elbbrücken zum Entenwerder-Park sowie über die Bahntrasse zwischen Veddel und Grasbrook. Auf diese Weise entsteht ein kleinteiliges lokales Wegenetz, das den Barrieren durch die übergeordneten Verkehrstrassen entgegenwirkt und die Entwicklung vom Transitraum zu lebendigen Nachbarschaften mit hohen Aufenthaltsqualitäten stärkt.

Auch der Zugang zum ÖPNV wird damit erheblich verbessert: So eröffnet die Brücke vom Entenwerder-Park die erste direkte Verbindung zwischen Rothenburgsort und dem Verkehrsknotenpunkt Elbbrücken mit seiner kombinierten U- und S-Bahnstation sowie mehreren Buslinien. Diese Brücke soll bereits 2023/24 fertig gestellt werden. Die geplante Überquerung des Billhafens erschließt den Verkehrsknotenpunkt Elbbrücken zusätzlich für Rothenburgsort und Hammerbrook. Die Brücke von der Nördlichen Veddel zum Stadtteil Grasbrook macht das Hamburger U-Bahnnetz erstmals direkt für die  Menschen auf der Veddel erreichbar, denn sie führt zu der neuen U-Bahnstation Grasbrook.

Entwicklung seit 2019

Die Erarbeitung des Rahmenplans war 2019 mit einem Städtebaulichen Testplanungsverfahren mit sechs europäische Planungsteams angestoßen worden. Unter anderem in zwei Stadtwerkstätten im November 2019 und im Oktober 2020 konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Anregungen einbringen. Final verfasst wurde der Rahmenplan schließlich vom Hamburger Architektenbüro gmp International GmbH in Zusammenarbeit mit dem  Freiraumbüros WES Landschaftsarchitektur GmbH (Hamburg) und Büro Hager AG (Zürich).

Gemeinschaftliche Umsetzung mit Bürgerbeteiligung

Die Umsetzung des Stadteingangs Elbbrücken wird von der Billebogen Entwicklungsgesellschaft (BBEG), einer hundertprozentigen Tochter der HafenCity Hamburg GmbH, in Kooperation mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und dem Bezirksamt Hamburg-Mitte verantwortet. Auch die Bürgerinnen und Bürger werden sich noch an vielen Punkten in den Prozess einbringen können. Den Auftakt dazu macht eine digitale, öffentliche Informationsveranstaltung zum neuen Rahmenplan am Montag, 22. November.

Weitere Informationen zum zurückliegenden Beteiligungsprozess sowie Dokumentationen finden Sie hier.

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