Gängeviertel Alternative Stadtentwicklung

"Komm in die Gänge!", fordern plakative rote Aufkleber am Valentinskamp in der Neustadt kurz und bündig. Wer dem Aufruf folgt, betritt das Gängeviertel: historischer Teil der Innenstadt, Kunstobjekt und Sozialprojekt. 

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10 Jahre Gängeviertel: 22. bis 25. August 2019

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10 Jahre Gängeviertel

Der 10. Geburtstag des Gängeviertels wird vom 22. bis 25. August 2019 gefeiert. Das Gängeviertel ist selbstverständlich wesentlich älter, die Ursprünge des ehemaligen Arbeiterviertels liegen im 18. Jahrhundert. Doch neun Jahre sind nun vergangen seit eine Gruppe aus Kunstschaffenden und politisch Aktiven die Gebäude am Valentinskamp besetzt und damit vor dem Abriss bewahrt hat. Zum zehnjährigen Jubiläum ist das ein Grund zum Feiern.

Von Donnerstag bis Sonntag werden Konzerte, Perfomances, Lesungen, Vorträge und ein Kinderprogramm im Rahmen des Geburtstags veranstaltet. Fotografien von Carsten Rabe zeigen beispielsweise, vergessene Winkel einer durch Mobilität geprägten Umgebung in Hamburg. In Der Fabrique gibt es Workshops und Podiumsdiskussionen zu Minecraft, städtischen Räumen aus digitalem Blickwinkel oder Gespräche über die Freiheit der Kunst im öffentlichen Raum. 

Mehr zum Geburtstagsprogramm: 10 Jahre Gängeviertel

Das vollständige und ständig aktualisierte Programm gibt es auf der Facebook-Seite des Gängeviertels.  

Geschichte des Gängeviertels

Die Anfänge reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Ursprünglich zog sich das enge Arbeiterviertel vom Hafen über die Neustadt bis zur Innenstadt. Über die Zeit verschwanden durch Abriss oder Zerstörung jedoch immer mehr der historischen Gebäude. Am 22. August 2009 besetzte eine Gruppe Kunstschaffender und Aktivisten die zum Abriss geplanten Häuser am Valentinskamp. Was anfangs verfallener Raum im schlechten Zustand war, entwickelte sich über die Monate zu Wohnungen, Ateliers, Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen. Heute präsentiert sich das Gängeviertel als außergewöhnliches Viertel in der Neustadt, in dem Raum für Kunst und soziale Projekte geschaffen wurde.

Mit der Initiative "Komm in die Gänge" und der Genossenschaft Gängeviertel eG gibt es zwei Träger, die sich für die Belange des Viertels im Dialog mit der Stadt Hamburg einsetzen. Derzeit läuft eine großangelegte Sanierung der Gebäude und mit dem Kupferdiebhaus war im Februar 2015 bereits das erste Objekt bezugsfertig. Im Herbst 2015 wird mit dem Jupihaus das zweite Gebäude fertiggestellt und Ende 2015 soll dann auch die Fabrique, das kulturelle Zentrum des Viertels, in neuem Glanz erstrahlen. Das Bild im Gängeviertel prägt seit kurzem ein riesiges Wandgemälde am Kupferdiebhaus, das vom Berliner Künstlerduo Low Bros, das eine Vergangenheit im Gängeviertel hat, verwirklicht wurde.

Mehr als nur ein Viertel

Zum dreijährigen Bestehen des Gängeviertels erschien mit der Veröffentlichung "Mehr als ein Viertel" ein autobiografisches Buch über das Viertel. Das Buch illustriert den Werdegang eines ehemaligen Arbeiterviertels, in dem 1833 der Komponist Johannes Brahms zur Welt kam. Ein Viertel, das sich ursprünglich vom Hafen bis zur Innenstadt erstreckte, das nach der Cholera-Epedemie 1892 fast komplett abgerissen sowie im Zweiten Weltkrieg zerbombt wurde und im Zuge des Wiederaufbaus und späterer Modernisierung größtenteils neuen Bürogebäuden weichen musste. Übrig sind nun eine Handvoll Häuser zwischen Bäckerbreitergang, Caffamacherreihe, Valentinskamp und Speckstraße. Wer mehr über die Geschichte des Gängeviertels und die Hintergründe zum Projekt lesen möchte, kann das Buch bei Amazon bestellen.

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