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Bezirk Bergedorf Der grünste Bezirk Hamburgs

Ackerbau, Tradition und jede Menge Natur – die Bewohner des südöstlichsten der sieben Bezirke haben die Naherholung direkt vor der Haustür. Zum Beispiel in den Vier- und Marschlanden oder zahlreichen Naturschutzgebieten, die ein grünes Paradies für Mensch und Tier bilden.

Das Wappen des Hamburger Bezirks Bergedorf

Bezirk Hamburg-Bergedorf

Bezirk Bergedorf

Einwohner124.998*
Einwohner pro km²808*
Fläche154,8 km²*

Hamburgs grüner Osten

Die Natur hatte im Hamburger Osten schon immer das Sagen. Dort, wo in Hamburg die Sonne aufgeht, erstreckt sich ein grünes Paradies, unter anderem mit dem größten Naturschutzgebiet Hamburgs, mit Landwirtschaft und viel Wasser. Vor allem für seine Blumen ist das Gebiet bekannt und versorgt die Hansestadt mit blühenden Farben und wohligem Duft. Seit jeher müssen sich die Bewohner des Gebiets auch mit der Natur arrangieren und ihr Land vor dem Wasser schützen. Vielleicht ist Bergedorf auch deshalb der bevölkerungsärmste der Hamburger Bezirke, obwohl er flächenmäßig der größte ist.

Der Bezirk Bergedorf wird oft mit den Vier- und Marschlanden gleichgesetzt – fälschlicherweise allerdings. Die Vier- und Marschlande gehören zwar zu Bergedorf, der Stadtteil Bergedorf selbst sowie Lohbrügge gehören jedoch nicht dazu. Zu den Vierlanden gehören die vier Stadtteile Altengamme, Curslack, Kirchwerder und Neuengamme, die Marschlande setzen sich aus AllermöheBillwerderMoorfleetNeuallermöheOchsenwerderReitbrook sowie Spadenland und Tatenberg zusammen. Zu den Vier- und Marschlanden gehören also nur zwölf der 14 Stadtteile des Bezirks Bergedorf.

Schloss, Komet und Blumenmeer

Der namensgebende Stadtteil des Bezirks ist auch der urbanste. Dennoch merkt man Bergedorf seine ländliche Vergangenheit und die Umgebung an. Von der charmanten Fußgängerzone mit alten Fachwerkhäusern ist man schnell am Bergedorfer Schloss, der Heimat des Museums für Bergedorf und die Vierlande. Ebenfalls sehenswert sind die Bergedorfer Mühle sowie die Sternwarte, von der 1973 der bekannte Komet Kohoutek entdeckt wurde.

Im Kontrast dazu steht beispielsweise Curslack. Der Stadtteil gilt als Hamburgs Blumengarten. Die Landschaft ist gesäumt von unzähligen Gewächshäusern und die Curslacker Blumen werden in ganz Deutschland vertrieben. 

Im Bezirk Bergedorf hat sich jedoch auch das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte abgespielt. In Neuengamme wurde unter den Nationalsozialisten eines der größten Konzentrationslager in Deutschland geführt. Heute erinnert eine Gedenkstätte an die dort verübten Verbrechen.

Natur und Strandfeeling

Der Bezirk Bergedorf ist eines der grünsten Gebiete in Hamburg und besitzt mit den Kirchwerder Wiesen das größte Naturschutzgebiet der Hansestadt. Daneben gibt es zahlreiche weitere Schutzgebiete, wie zum Beispiel Die Reit, der Zollenspieker, das Kiebitzbrack, die Borghorster Elblandschaft oder die Auenlandschaft Norderelbe. Ein ganz besonderes Naturschutzgebiet ist die Boberger Niederung. Dort gibt es die Boberger Düne, die einzige Wanderdüne Hamburgs – Strandfeeling inklusive.

Dazu passt der Wasserreichtum des Bezirks, der im Süden von Norderelbe und Elbe eingerahmt wird. Inmitten Bergedorfs verlaufen mit der Dove-Elbe und der Gose-Elbe zwei kleinere Seitenarme der großen Elbe, die wahre Naturparadiese in die Landschaft zaubern. In Allermöhe wird das Wasser auch zum Zwecke des Sports genutzt. Dort befindet sich im Wasserpark Dove-Elbe eine professionelle Regattastrecke.

Die Kirchen der Vier- und Marschlande

Eine Besonderheit im Bezirk sind die Kirchen der Vier- und Marschlande. Die barocken Gotteshäuser erzählen jeweils eine lange Geschichte und gehören zu den ältesten Kirchen Hamburgs. Die St. Nicolai-Kirche in Altengamme zum Beispiel wurde schon im Jahr 1247 urkundlich erwähnt. Die Kirchen sind jeweils reich verziert und weisen mit den sogenannten Brauthäusern ein für die Vier- und Marschlande typisches Merkmal auf.

Weniger besinnlich geht es beim Wutzrock-Festival zu, das seit 1979 am Eichbaumsee stattfindet. Das Festival steht unter dem Motto "Umsont & Draußen" und bietet im Line-Up regelmäßig namhafte Bands wie Turbostaat, die Antilopengang oder Slime. Wer es wiederum gemächlicher mag, der hat mit dem Freilichtmuseum Rieck Haus in Curslack und der dortigen Kokerwindmühle, dem historischen Glockenhaus in Billwerder, der Riepenburger Mühle oder dem denkmalgeschützten Hof Eggers in Kirchwerder weitere sehenswerte Anlaufstellen.

Geschichte des Bezirks

Die Geschichte des Bezirks Bergedorf ist eng verknüpft mit der Historie der Vier- und Marschlande. Doch während die Marschlande bereits seit 1395 zu Hamburg gehören, kamen die Vierlande erst 1868 dazu. 1951 wurde Bergedorf um Reitbrook und Lohbrügge ergänzt. Das Gebiet des Bezirks liegt auf den Flussinseln im Elbe Urstromtal. Um das Land zu bewohn- und nutzbar zu machen, wurden bereits im 12. Jahrhundert erste Eindeichungen vorgenommen. Die Stadt Hamburg begann schließlich im 14. Jahrhundert mit der Eindeichung der Süderelbe und der Abdeichung der Dove-und der Gose-Elbe.

Das Gebiet wurde maßgeblich von dern Vierländer Bauern geprägt, die zunächst hauptsächlich Getreide anbauten und mit ihrer Braugerste und Hopfen die Hamburger Brauereien versorgten. Ab dem 18. Jahrhundert spezialisierten sich die Vierländer auf Blumen, Obst und Gemüse und boten diese Waren auf den Hamburger Märkten an. Dazu handelten sie mit exotischen Waren wie Aprikosen oder Erdbeeren – ein Alleinstellungsmerkmal. 

Vierländer Tracht

Ebenso wie die Tracht, die die Vierländer Bauern und Bäuerinnen auftrugen und die schnell zum Qualitätssiegel auf den Märkten wurde. Daran erinnert der Vierländerin-Brunnen, der auf dem Hopfenmarkt gleich neben dem Mahnmal St. Nikolai in der Hamburger Altstadt steht. Die Tracht entwickelte sich zwischen 1750 und 1770 und war durch ihre bunte Gestaltung nicht nur auffallend, sondern gab auch Auskunft über ihren Träger.

Die Vierländer konnten an der Tracht persönliche Details wie Familienstand, Wohnort und die finanzielle Situation ablesen. Zum Beispiel an den Silberknöpfen, die die Tracht der Männer zieren: Je größer der Knopf, desto wohlhabender der Mann. Die Tracht ist heute keineswegs ausgestorben. Bei besonderen Anlässen wie dem Erntedankfest halten die Vierländer ihre Traditionen weiter hoch und kleiden sich, wie es in den Vierlanden seit jeher üblich ist.

Bergedorfer Eisenbahn

Die Bergedorfer waren in der Vergangenheit auch technisch weit vorne. Im Jahr 1842 fuhr zum ersten Mal die Hamburg-Bergedorfer Eisenbahn zwischen dem Deichtor in Hamburg und dem alten Bergedorfer Bahnhof. Damit war die Linie eine der ersten Eisenbahnstrecken in Norddeutschland. Überschattet wurde die Eröffnung der Bahnstrecke jedoch vom Großen Brand, der zwei Tage vor der geplanten Einweihung in der Hamburger Innenstadt ausbrach. Dennoch wurde die Bahnlinie ein Erfolg und wurde vier Jahre später weiter ausgebaut und führte bis nach Berlin. 

Zudem gab es in Bergedorf weitere Linien wie die Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn und die Vierländer Bahn, die bis zum Zollenspieker führte. Die Vierländer Bahn stellte 1961 ihren Betrieb ein. Wo einst das Dampfross unterwegs war, ist heute nur noch der Drahtesel zu sehen. Auf dem ehemaligen Bahndamm entstand in der Folge ein schöne Radwanderweg, der schöne Ausflüge durch die Bergedorfer Natur ermöglicht.

Karte

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*Quelle: Statistische Daten zu den Stadtteilen Hamburgs, Statistikamt Nord (Stand: Nov 2016)

Veranstaltungen im Bezirk Bergedorf

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