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CUT Connected Urban Twins

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Hamburg entwickelt zusammen mit München und Leipzig einen Digitalen Zwilling. Ziel ist die Nutzung digitaler Daten zur innovativen und integrierten Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung.

Logo des Projektes CUT

Connected Urban Twins

In den Jahren 2021 bis 2025 entstehen in Hamburg, München und Leipzig digitale Zwillinge der Städte. Der stetig wachsende Pool an digitalen urbanen Daten soll im Hinblick auf zukünftige Planungsvorhaben für unterschiedliche Fachanwendungen in der Stadtentwicklung genutzt werden und für eine transparente, innovative und inklusive Bürgerbeteiligung zur Verfügung stehen. Der digitale Zwilling erweitert dabei die bereits bestehende komplexe Hamburger Dateninfrastruktur.

Was ist ein digitaler Zwilling?

Vereinfacht ausgedrückt ist der digitale Zwilling einer Stadt die virtuelle Darstellung der echten Welt. Durch die Verknüpfung mit bereits bestehenden städtischen Modellen, Prozessen und Daten(plattformen) sollen digitale Zwilling das Durchspielen unterschiedlicher Szenarien und Simulationen, also ein „Was wäre, wenn…?“ ermöglichen.

Eine Darstellung der städtebaulichen Simulation Hamburg Abb. 1: Städtebauliche Simulation Hamburg

In der industriellen Produktion werden digitale Zwillinge schon seit einigen Jahren genutzt. Hier wird zum Beispiel ein digitales Modell von einem Auto gebaut, bevor es in die tatsächliche Produktion geht. An dem Modell können dann unterschiedliche Alternativen zur Größe, Form, zum Material und den einzelnen Bauteilen erprobt und simulativ dargestellt werden. Dieses Vorgehen lässt sich auch auf die Stadt übertragen. Städte sind pulsierende und lebendige Räume, die sich stetig verändern und weiterentwickeln. Somit ist es eine besondere Herausforderung, einen digitalen Zwilling der Stadt Hamburg zu schaffen, denn er muss eben diese Dynamiken und Veränderungsprozesse abbilden und sich gemeinsam mit der Stadt weiterentwickeln und wachsen können.

Ein bekanntes Beispiel für den Nutzen der Verbindung von Karten und Daten ist Google Maps, eine Anwendung, die die Nutzer*innen durch den Verkehr einer Stadt navigiert und dabei nicht nur aktuelle Gegebenheiten mit einbezieht (Verkehrsaufkommen, Baustellen, Erreichung des Zielorts zu Öffnungszeiten etc.), sondern sogar die Dauer geplanter Strecken zu einer bestimmten Uhrzeit auf der Grundlage gesammelter Daten prognostizieren kann.

Was ist der Nutzen für die Stadt?

Die Stadt (Verwaltung, Einrichtungen, Initiativen…) und die Stadtgesellschaft sollen durch den digitalen Zwilling Zugang zu verständlich visualisierten städtischen Daten und Simulationen erhalten. In unterschiedlichen Anwendungsfällen kann auf den Zwilling zurückgegriffen werden, um sich z.B. unterschiedliche Planungsvarianten ansehen zu können und dadurch einfacher in einen gemeinsamen Dialog mit Fachplaner*innen, Bürger*innen und anderen Stakeholdern einzusteigen. Der digitale Hamburger Zwilling soll darüber hinaus als Grundlage für die Entwicklung neuer und die Ergänzung bestehender Beteiligungswerkzeuge dienen und bekannte und bewährte digitale und analoge Formate sinnvoll ergänzen. Im Zuge dessen werden auch Funktionen des in Hamburg entstandenen Digitalen Partizipationssystems (DIPAS) weiterentwickelt.

Ziel des Projekts

Die Projekt-Partnerstädte Hamburg, München und Leipzig werden ihre Zwillinge im Verbund entwickeln. Der Austausch unter den Städten zu technischen und inhaltlichen Themen ist ein zentraler Aspekt des Vorhabens und spiegelt sich in den Connected Urban Twins (CUT) wider.

Vision der Vernetzung und Verbreitung des CUT-Modells Abb. 2: Vision der Vernetzung und Verbreitung des CUT-Modells

Das Projektvolumen ist mit rund 33 Mio. € beachtlich, verteilt sich aber auf drei Städte, fünf Jahre und fünf Handlungsfelder. Trotzdem birgt das CUT-Projekt große Chancen und das Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat als Fördergeber verbindet einige Hoffnungen mit diesem „Eisbrecher Projekt“. Denn die im CUT erarbeiteten Lösungen sollen nicht nur von den drei Projektstädten genutzt werden sondern so replizierbar und transferierbar aufgebaut sein, dass sie von anderen Städten, Kommunen und Gebietskörperschaften übernommen werden können. Um das zu erreichen, sollen die digitalen Komponenten des CUT als Open Source Software hergestellt werden, so wie dies bei Hamburger Anwendungen (Masterportal, CoSI, DIPAS etc.) schon der Fall ist.

Die fünf Handlungsfelder (Maßnahmen), aus denen sich Synergien ergeben, an denen alle drei Städte gemeinsam arbeiten und die inhaltlich miteinander stark vernetzt sind sind:

  1. Technische Entwicklung: Die Schaffung der technischen Grundvoraussetzungen und Weiterentwicklungen bestehender und neuer digitaler Umgebungen, sowie die Entwicklung und Implementierung der digitalen urbanen Zwillinge.
  2. Fachplanung und -beteiligung: Die Entwicklung neuer innovativer Anwendungsfälle für die Stadtentwicklung auf Ebene der Fachplanung. Hier findet der Digitale Zwilling in den unterschiedlichsten Themenstellungen Anwendungen, bereichert den fachlichen Diskurs und unterstützt die Arbeitsprozesse.
  3. Bürger*innenbeteiligung: Die Entwicklung, Verbreitung und Verbesserung von co-kreativen digitalen Beteiligungswerkzeugen in der Stadtentwicklung als Ergänzung zu analogen Methoden und Formaten. Dabei wird der digitale Zwilling Hamburgs mit dem hier entwickelten und bereits breit angewandten Digitalen Partizipationssystem (DIPAS) stark vernetzt sein.
  4. Wissenschaft: Die wissenschaftliche Begleitforschung in der Entwicklung der drei vernetzen digitalen Zwillinge.
  5. Übertragung von Wissen und Produkten: Die Replikation und der Transfer der Projektergebnisse zur Nachnutzung für andere Städte und Kommunen.

In den fünf Jahren der Projektlaufzeit werden sich die Möglichkeiten und die Themen der Digitalisierung noch ein erhebliches Stück weiterentwickeln. Dennoch ist sicher richtig, was der Erste Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher anlässlich der Bewilligung des Vorhabens sagte: „Die Digitalisierung ist ein zentrales Thema der Zukunftsstadt Hamburg. Das Fundament einer digitalen Stadt sind informative Daten, die für die Entwicklung und den Einsatz neuer digitaler Verfahren genutzt werden können. Ein digitales Abbild Hamburgs, das in einem gemeinsamen Projekt mit Leipzig und München geschaffen werden soll, bietet Politik, Verwaltung, Unternehmen und Entwicklern dafür eine hervorragende Grundlage“.

Hamburgs Rolle im Projekt

Hamburg übernimmt die Gesamtprojektleitung im Projekt „Connected Urban Twin“. Die Steuerung und Koordination erfolgt im Amt für IT und Digitalisierung (ITD) in der Senatskanzlei.

Projektpartner in Hamburg sind der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LVG) als technischer Entwicklungspartner, das CityScienceLab der HafenCity Universität (HCU) als wissenschaftliche Begleitung im Projekt, und die Stabsstelle Stadtwerkstatt und Partizipation der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) mit Fokus auf die Fach- und Bürger*innenbeteiligung.

Was macht die BSW/Stadtwerkstatt?

Hamburgs vielfältige Planungs- und Beteiligungskultur spiegelt sich in der Vielfalt der Methoden und Tools wider, die in der dialogischen Mitwirkung der Stadtgesellschaft zur Anwendung kommen. Gerade das letzte Jahr, unter Einfluss der Pandemie, hat die Bandbreite und den Einsatz digitaler Planungs- und Beteiligungswerkzeuge noch einmal stark erweitert. Die Stadt entwickelt sich auch zu Pandemiezeiten weiter und der Dialog und die Mitwirkungsmöglichkeiten sollen auch zu Zeiten physischer Distanzierung bestehen bleiben, beziehungsweise gerade dann besonders befördert werden. Die Hamburger Bürgerinnen und Bürger bringen sich bereits heute offen, konstruktiv und kritisch bei informellen Planungsprozessen ein. Mit der Digitalisierung ergeben sich hier noch weitere Chancen vor allem bezüglich der Skalierung von Verfahren, der Erreichbarkeit und der Visualisierungsmöglichkeiten.

In der Stadtwerkstatt werden in agilen Prozessen innovative Anwendungsfälle identifiziert und der Einsatz neuer digitaler Methoden, Werkzeuge und Formate erprobt. Ziel ist, dass der digitale urbane Zwilling sich stark an den Anforderungen der Praxis orientiert und sowohl in der fachlichen Beteiligung und Planung als auch in der co-kreativen Bürgerbeteiligung von Nutzen sein wird. Dabei soll auch hier keineswegs das analoge Angebot ersetzt, sondern vielmehr sinnvoll ergänzt werden.

Projektdaten:

Projektförderung:Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat (BMI)
Projektlaufzeit:fünf Jahre (Januar 2021 bis Dezember 2025)
Projektvolumen:32,4 Mio. € insgesamt
Anzahl der Mitarbeiter*innen:ca. 45-50 insgesamt
Projektwebsites:Hamburg
München
Leipzig: tba

Stadtwerkstatt Mitarbeiter*innen im CUT:

Claudius Lieven: Hamburger Maßnahmenleitung M2 und M3
Mateusz Lendzinski: Entwicklungskoordination M2 und M3
Helen Winter: Projektsteuerung M2
Antonie Casper: Projektsteuerung M3

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