Civitas Digitalis Gemeinsam Ideen für die Stadt entwickeln

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Mit Forschungspartnern aus der Wissenschaft und der Praxis wurden in diesem BMBF Verbundprojekt neue digitale Methoden der Ko-Kreation in Beteiligungsverfahren entwickelt, erprobt und evaluiert.

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Gemeinsam Ideen für die Stadt entwickeln

Mit der Digitalisierung entstehen Chancen für neue Wege der Beteiligung

Hamburg hat eine vielfältige Planungs- und Beteiligungskultur entwickelt, die auf Information, dialogischer Mitwirkung und teilweise sogar Mitentscheidung beruht. Die Hamburger Bürgerinnen und Bürger bringen sich bereits heute offen, konstruktiv und kritisch bei informellen Planungsprozessen ein. Mit der Digitalisierung ergeben sich hier noch mehr Chancen. Deshalb hat die Stadt Hamburg mit der Stadtwerkstatt, dem Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV) und der Universität Hamburg ambitioniert an dem Forschungsprojekt „Civitas Digitalis – Digitale und crowd-basierte Dienstleistungssysteme zur Schaffung zukunftsfähiger und lebenswerter Lebensräume 2020“ mitgearbeitet.

Digitale Ko-Kreation auf Präsenzveranstaltungen

Den Projekthintergrund bildet der vom BMBF initiierte Förderschwerpunkt zur Smart Service Stadt, in dem die Entwicklung nutzstiftender digitaler Dienstleistungen im Mittelpunkt stehen. Neue Tools und Services sollen die agile, ko-kreative Zusammenarbeit fördern und nach Projektabschluss anderen Kommunen als OpenSource-Lösung zur Verfügung stehen. In diesem Kontext arbeitete und forschte das Projekt Civitas Digitalis von 2017 bis 2020 an der Entwicklung neuer, digitaler Tools zur Unterstützung ko-kreativer Prozesse sowohl für den digitalen Raum (online) als auch für den analogen Raum auf Präsenzveranstaltungen (onsite). Die Vorteile der Informations- und Kommunikationstechnologien sollen dabei so genutzt werden, dass die Möglichkeiten der bürgerschaftlichen Teilhabe erhöht und verbessert werden.

Im Teilvorhaben der Freien und Hansestadt Hamburg wurden Methoden, Techniken und Werkzeuge zur optimalen Verknüpfung von Online- und Onsite-Prozessschritten entwickelt und erprobt – mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit und Geschwindigkeit dieser Prozesse zu steigern. Die Stadtwerkstatt als Praxispartner hat in engem Austausch mit dem LGV und der Universität Hamburg die methodischen Grundlagen für die plattformgestützte Zusammenarbeit der Bürgerinnen und Bürger erarbeitet.

Der Chatbot als Beitragsassistent erweitert die digitale Beteiligungslandschaft

Den Ausgangspunkt für diese Vorhaben bildeten das bestehende Online-Be­teiligungstool der Stadt Hamburg sowie der dortige Ablauf informeller Betei­ligungsprozesse. Hierfür wurde ein webbasierter Beitragsassistent, vergleichbar mit Chat-Clients wie WhatsApp, für die digitale Beitragseingabe und auf Präsenzveranstaltungen realisiert. Dadurch ist in Hamburg eine Chatbot Applikation entstanden, die die Bürger dabei unterstützt, eigene Beiträge zu Projekten über eine digitale Eingabemaske intuitiv und unkompliziert abzugeben. Der Chatbot leitet die Bürge­rinnen und Bürger Schritt für Schritt durch die Beitrags­eingabe und stellt ge­gebenenfalls Nachfragen zur Präzisierung des Inhalts. In einem weiteren Entwicklungsschritt ist beabsichtigt, dass der digitale Beitragsassistent unter Einsatz von KI passende Kategorien zur Auswahl vorschlagen oder beispielsweise auch Schlagwörter erkennen kann und auf die­ser Basis ähnliche Beiträge anzeigt. Für die Verfahrens­verantwortlichen bietet die KI-gestützte Strukturierung nach Kategorien und Schlagworten den Vorteil, dass sich verfahrensrelevante Inhalte schneller aufbereiten und auswerten lassen.

Der Chatbot ergänzt die Palette der Partizipationswerkzeuge um eine Kom­ponente, die dabei hilft, den bestehenden Medienbruch in Beteiligungspro­zessen zu verringern. Durch die Schrittweise Eingabeführung des Chatbots ist eine intuitivere Nutzung des bestehenden Online-Beteiligungstools entstanden. Die Beiträge sind dadurch und durch die Funktion der Nachfragemöglichkeit im Chat inhaltlich präziser. Die eingegebenen Beiträge lassen sich direkt auf Präsenzveranstaltungen im Beteiligungstool veröffentlichen und auf der dort eingebundenen Web-Karte visualisieren und die Auswertung wird durch eine höhere Übersichtlichkeit und die integrierte Suchfunktion nach Schlagwörtern und ähnlichen Beiträgen vereinfacht. Der Chatbot kann somit als ein wirksames Instrument für ein Voran­bringen digitaler Beteiligungsmöglichkeiten in der kommunalen Verwaltung gesehen werden. Diese ist für sich jedoch kein Selbstläufer und muss immer im Zusammenhang mit den Bedürfnissen der Nutzergruppen, der zur Verfü­gung stehenden Ressourcen und der Zielsetzung betrachtet werden.

Gemeinsam mit dem DIPAS-Forschungsprojekt entsteht so eine breite digitale Beteiligungslandschaft, die online und onsite einsetzbar und für die Bürgerinnen und Bürger zeitlich und örtlich flexibel nutzbar ist. Die Stadt hofft, durch die Verbreiterung des Partizipationsspektrums, auch weitere Bevölkerungsgruppen zu erreichen.

Ein Werkzeug von den Nutzer*innen für die Nutzer*innen

Besonders hervorzuheben ist neben dem Projektergebnis auch der Entstehungsprozess der digitalen Werkzeuge. Denn diese Tools, die die Ko-Kreation unterstützen und fördern sollen, sind selbst in einem iterativen und ko-kreativen Prozess von Ergründen, Entwickeln, Ausprobieren und Verbessern entstanden und werden ebenso weiterentwickelt. Die entwickelten Beteiligungsangebote wurden und werden in mehreren echten Pilotierungsveranstaltungen und Usability Tests auf ihre Eignung für den Einsatz in künftigen Beteiligungsverfahren überprüft und die Interaktionen der Bürgerinnen und Bürger mit ihnen evaluiert. Die Stadtwerkstatt berät als fachlicher Ansprechpartner bei der Validierung der getroffenen Annahmen und prüft die entwickelten Konzepte auf Plausibilität und Praktikabilität aus beteiligungsfachlicher Sicht.

Zusammenfassend konnte mit der im Projekt Civitas Digitalis erarbeiteten technischen Architektur und der prototypischen Implementierung der fach­lichen Konzepte zur digitalen Bürgerbeteiligung der Grundstein für den Aus­bau im kommunalen Kontext gelegt werden – hin zu einer zukunftsfähigen und lebenswerten Smart Service Stadt.

Weitere Informationen zum Projekt und zum Veranstaltungsprogramm finden Sie auf unserer Webseite, die laufend aktualisiert wird.

Projektpartner: Universität Hamburg; Universität Kassel; Stadt Kassel, fortiss GmbH
Projektträger: Projektträger Karlsruhe (PTKA) vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Projektförderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektlaufzeit: 02.2017 – 04.2020

Weitere Informationen zum Projekt:

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Video | "Eine Stadt für alle – wie wollen wir wohnen, wo können wir bauen?“ – Dreizehnte Stadtwerkstatt vom 17. November 2016.


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