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1957: Erste Kontakte

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Die erste Kontaktaufnahme ging von Leningrad aus. Die Reaktionen in Hamburg fielen gemischt aus.

St. Petersburg (c) kohlsprossen / flickr St. Petersburg

1957: Erste Kontakte

Wappen von St. Petersburg Wappen von St. Petersburg

Im März 1957 erhielt der Hamburger Bürgermeister Dr. Kurt Sieveking einen für damalige Zeiten sehr ungewöhnlichen Brief: Das Exekutivkomitee des Stadtsowjets von Leningrad lud - unter Berufung auf die Völkerverständigung und die Gemeinsamkeiten Hamburgs und Leningrads - den Hamburger Senat zu einem Besuch ein. Die Reaktionen in Hamburg waren geprägt von hanseatischem Understatement. Es gäbe zugegebenermaßen einige Gemeinsamkeiten der beiden Städte und ein Besuch Leningrads und ein Studium der Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen könnten von Interesse sein, formulierte Sieveking sein Antwortschreiben zurückhaltend. Deutlich abweisender fielen die Reaktionen des Auswärtigen Amtes aus, das gemäß der damaligen Bundespolitik vorschrieb, gesellschaftliche Beziehungen zu Russland kurz zu halten und Besuche in diese Region zu unterlassen.

Die Einladung wurde jedoch - ohne Billigung des Auswärtigen Amtes in Bonn - angenommen und bereits im Juni 1957 reiste eine Senatsdelegation in die sowjetische Hafenstadt. Die politischen Vorzeichen standen denkbar schlecht, die Atmosphäre des Treffens entpuppte sich aber als entspannt und freundlich. Das Ziel der Senatsdelegation, die Kontaktaufnahme zwischen Hamburgern und Leningradern, war mit Erfolg erreicht worden, wie es der Abschlussbericht an Bürgermeister Sieveking formulierte. Zum Abschied signalisierten die Gesandten der Hansestadt die Bereitschaft, mit den sowjetischen Partnern ins Gespräch zu kommen. Die Hansestadt Hamburg besitze den Ruf, Tor zu Welt zu sein und hoffe, dass auch die Sowjetunion durch dieses Tor gehe und mit der Welt Kontakt erhalte. Und so besiegelten zum ersten Mal in der deutschen Geschichte eine deutsche und eine sowjetische Stadt einen Freundschaftsvertrag, dessen mündlicher Abschluss bis heute Garant dafür ist, dass sich die Beziehungen zwischen den beiden Städten im Laufe von fünf Jahrzehnten stetig verbessert haben.

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