Behörde für Schule und Berufsbildung

Datenbank Nach Personen benannte Straßennamen

In Hamburg gibt es 2523 nach Männern und 415 nach Frauen benannte Verkehrsflächen.

Nach Personen benannte Straßennamen

Hier entsteht eine Datenbank, die Ihnen die Möglichkeit der Recherche über nach Personen benannte Straßen in Hamburg geben wird.

Über 8600 benannte Verkehrsflächen gibt es in Hamburg. Straßennamen sind Teil der persönlichen Adresse jeder Bürgerin und jedes Bürgers. Durch die tägliche Benutzung/Begehung der Straßen sind sie Teil unserer Lebenswelt, dringen ihre Namen in unser Bewusstsein und erlauben und ermöglichen es, „Der Vergangenheit unbewusst im Alltag des Lebens zu begegnen“. 1)

Durch die Benennung von Straßen nach Personen, Orten und Ereignissen sollen bestimmte Erinnerungen wachgehalten werden. Dabei werden z. B. Ereignisse und gesellschaftspolitische Zusammenhänge an einer Person der Zeitgeschichte exemplarisch aufgezeigt und im Gedächtnis bewahrt. So werden Straßennamen zu einem Gedächtnis der Stadt.

Mit Straßennamen, d. h. ihren Benennungen kann auch ein bestimmtes Geschichtsbild vermittelt und damit „Geschichtspolitik“ betrieben werden. Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass Straßennamen immer Orientierung bieten – und zwar nicht nur geographisch, sondern auch kultur- und gesellschaftspolitisch – kommt den nach Personen benannten Straßen eine besondere Bedeutung zu.

Rund 33% aller in Hamburg benannten Straßen, Plätze, Wege und Brücken sind nach Personen benannt. Hinter dieser Prozentzahl verbergen sich 2523 nach Männern und 415 nach Frauen benannte Straßen (Stand: November 2018). 143 Straßen sind nach Familien benannt. (Siehe dazu auch den Artikel auf der rechten Seite der Startseite der Datenbank: Wie wurde gezählt? Kriterien für die Zählung der nach Personen benannten Straßen)

Der Anteil der nach Frauen benannten Straßen ist allerdings zu gering, damit in diesem kollektiven Gedächtnis der Stadt entsprechend dem Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes Geschlechterdemokratie in unserer Gesellschaft verankert werden kann. Doch seit mehreren Jahren ist hierfür schon ein Bewusstsein entwickelt worden, so dass vermehrt Straßen nach Frauen benannt werden. (Siehe zu diesem Thema auch die zwei nebenstehenden Artikel auf der rechten Seite der Startseite der Datenbank: „Straßenbenennungen: Seismographen gesellschafts- und gleichstellungspolitischer Bewegungen“ und „Verschwiegene Frauen: nachträgliche Benennungen von nach den Nachnamen von Männern benannten Straßen nun auch nach den ebenso bedeutenden weiblichen Angehörigen mit selbem Nachnamen)

In der Datenbank werden Sie Kurzprofile von den Personen finden, nach denen Straßen in Hamburg benannt wurden. Nach welchen inhaltlichen Schwerpunkten diese Profile erstellt wurden, können Sie auf der rechten Spalte dieser Seite im Artikel "Schwerpunktsetzungen bei den Kurzprofilen" nachlesen.

In dieser Datenbank werden Sie keine Straßennamen, die nach Pflanzen, Tieren, Orten, Ereignissen und Flurbeschaffenheiten benannt sind, finden.

Dr. Rita Bake

 

1) Günter Riederer: Kollektive Erinnerung in einer Stadt ohne Tradition – die Geschichte der Straßenbenennungen in Wolfsburg nach 1945, in: Janina Fuger, Rainer Hering, Harald Schmid (Hrsg.): Gedächtnisräume, Geschichtsbilder und Erinnerungskulturen in Norddeutschland. Göttingen 2014, S. 310.