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Datenbank Nach Personen benannte Straßennamen

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In Hamburg gibt es 2867 nach Männern und 483 nach Frauen benannte Verkehrsflächen.

Zwei Straßenschilder

Nach Personen benannte Straßennamen

Hier entsteht eine Datenbank, die Ihnen die Möglichkeit der Recherche über nach Personen benannte Straßen in Hamburg geben wird.

Wie bei vielen Baustellen gibt es noch Herausforderungen in der Umsetzung. Die Datenbank wird Mitte September 2024 online gehen.

Knapp 8800 benannte Verkehrsflächen gibt es in Hamburg. Straßennamen sind Teil der persönlichen Adresse jeder Bürgerin und jedes Bürgers. Durch die tägliche Benutzung/Begehung der Straßen sind sie Teil unserer Lebenswelt, dringen ihre Namen in unser Bewusstsein und erlauben und ermöglichen es, „Der Vergangenheit unbewusst im Alltag des Lebens zu begegnen“. 1)

Durch die Benennung von Straßen nach Personen, Orten und Ereignissen sollen bestimmte Erinnerungen wachgehalten werden. Dabei werden z. B. Ereignisse und gesellschaftspolitische Zusammenhänge an einer Person der Zeitgeschichte exemplarisch aufgezeigt und im Gedächtnis bewahrt. So werden Straßennamen zu einem kollektiven Gedächtnis der Stadt.

Mit Straßennamen, d. h. ihren Benennungen, kann auch ein bestimmtes Geschichtsbild vermittelt und damit „Geschichtspolitik“ betrieben werden. Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass Straßennamen immer Orientierung bieten – und zwar nicht nur geographisch, sondern auch kultur- und gesellschaftspolitisch – kommt den nach Personen benannten Straßen eine besondere Bedeutung zu.

Rund 37% aller in Hamburg benannten Straßen, Plätze, Wege und Brücken sind nach Personen benannt. Hinter dieser Prozentzahl verbergen sich: 2867 nach Männern und Jungen (8) benannte Verkehrsflächen. (Das sind rund 86% der nach Personen benannten Straßen. Darin enthalten sind: Literarische Gestalten (86), frei gewählte männliche Vornamen (12)  sowie nach Familien benannte Straßen (198). Letztere wurden zu den Männerstraßennamen zugezählt, weil hier in erster Linie die männlichen Familienangehörigen gemeint sind, die in vielen Fällen mit Namen genannt werden bzw. ihre Berufe aufgezählt werden.)

Ebenso gehören dazu Berufsgruppen wie zum Beispiel Butterbauerstieg, Druckerstraße, Brennerstraße, Brauerknechtgraben, Knochernhauertwiete, Kornträgergang, Leyendeckerweg, Kesselflickerweg u. a. (rund 160). Auch sie sind zu den Männerstraßennamen gezählt worden, weil es sich hier in erster Linie um sogenannte Männerberufe handelt.

Nur 483 Straßen sind nach Frauen benannt, darunter sind 9 Mädchen. (Das sind 14% der nach Personen benannten Straßen. Darin enthalten sind: Literarische Gestalten (39), frei gewählte weibliche Vornamen (21) sowie nach Frauen und Männern benannte Straßen (73). Bei Letzteren handelt es sich in erster Linie um nachträglich nach Frauen mitbenannte Straßen, die ehemals nur nach den Nachnamen von bedeutenden männlichen Familienangehörigen benannt worden waren.) (Stand: Mai 2024).

Der Anteil der nach Frauen benannten Straßen ist allerdings nach wie vor zu gering, um in diesem kollektiven Gedächtnis der Stadt Geschlechterdemokratie zu verankern. In den letzten Jahren werden aber zunehmend mehr neue Straßen nach Frauen benannt.

In diese Datenbank aufgenommen wurden alle nach

  • Einzelpersonen (auch nach literarischen Gestalten wie zum Beispiel Roman,- Märchen- und Sagenfiguren),
  • Familien,
  • Völkern (Volksstämme) (z. B. Germanenweg) und
  • Berufsangehörigen (wenn die Berufe Bestandteil des Straßennamens sind, wie z. B. Rademachergang, Jägerholz, Dragonerstall)

benannten Verkehrsflächen.

Außerdem wurden

  • nach Flur- und Ortsnamen benannte Verkehrsflächen berücksichtigt, wenn diese sich auf eine Person/Familie beziehen (z. B. Witts Weide) beziehen.
  • Ebenso werden Straßennamen aufgeführt, aus deren Namen zwar keine Person erkennbar wird, die Erklärung des Namens aber auf eine Person hinweist (zum Beispiel: Bohlenweg: in Erinnerung an Ludwig Frahm oder Herrlichkeit, benannt nach den dort gelegenen Gärten, die nur die Herren des Rats nutzen durften).

In der Datenbank aufgeführt sind alle Verkehrsflächen, die im Straßen- und Gebietsverzeichnis der Freien und Hansestadt Hamburg (Amtlich benannte Verkehrsflächen ohne Grün- und Erholungsanlagen) von 2011 mit Nachträgen aufgelistet sind und seit den letzten Jahren auch im Amtlichen Anzeiger. Eine weitere Grundlage für die Recherche war das Buch von Horst Beckershaus: Die Hamburger Straßennamen. 6. Aufl. Hamburg 2011.

Die Fragen, nach welchen inhaltlichen Schwerpunkten die Kurzprofile für die Personen verfasst wurden, nach denen Straßen benannt sind und welche Straßennamen aufgenommen wurden, werden Ihnen in den folgenden Artikeln „Inhaltliche Schwerpunktsetzungen bei den Kurzprofilen“; und „Welche Straßennamen wurden in der Datenbank berücksichtigt?“ beantwortet.

Über die Bedeutung von nach Personen benannten Straßennamen lesen Sie in dem Artikel „Straßenbenennungen: Seismographen gesellschafts- und gleichstellungspolitischer Bewegungen.“

Über eine Möglichkeit, mehr Straßen nach Frauen zu benennen, erfahren Sie in dem Artikel „Verschwiegene Frauen - oder wie noch mehr Frauen durch einen Straßenamen gewürdigt werden können“.  

Und auch über „Literarische Figuren als Straßennamen“ werden Sie informiert.

Zu all diesen Beiträgen scrollen Sie bitte weiter nach unten.

Die Datenbank ist ein „laufendes Projekt“. Sie wird ständig aktualisiert und erweitert.  

Gerne nehmen wir Ihre Anregungen und Hinweise auf!

Dr. Rita Bake

1) Günter Riederer: Kollektive Erinnerung in einer Stadt ohne Tradition – die Geschichte der Straßenbenennungen in Wolfsburg nach 1945, in: Janina Fuger, Rainer Hering, Harald Schmid (Hrsg.): Gedächtnisräume, Geschichtsbilder und Erinnerungskulturen in Norddeutschland. Göttingen 2014, S. 310.

Wir danken Herrn René Waldeck vom Staatsarchiv Hamburg für einen Großteil der Bebilderung der Straßennamendatenbank.
Ebenso danken wir Herrn Günter Stello für weitere viele Fotografien, die er direkt vor Ort gemacht hat.

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