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Szenischer Rundgang „Was glaubt Ihr denn, was wir sind?“

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Stadtrundgang im Jahr 2019 zu 100 Jahren Frauenwahlrecht mit den Schauspielerinnen Herma Koehn und Hanka Schmidt. Konzeption, Text und Moderation Dr. Rita Bake.

Cover „Was glaubt Ihr denn, was wir sind?“

„Was glaubt Ihr denn, was wir sind?“

Route Rundgang: „Was glaubt Ihr denn, was wir sind?“ Route des Rundgangs

„Was glaubt Ihr denn, was wir sind? – Her mit dem Frauenwahlrecht“ ist der Titel des szenischen Rundgangs der Landeszentrale für politische Bildung, der von Dr. Rita Bake konzipiert und getextet wurde und die Teilnehmenden durch Hamburgs Stadtteil Harvestehude führt. An 10 Stationen werden 100 Jahre Frauenwahlrechtsgeschichte zu neuem Leben erweckt.

Audiodateien zum Anhören

Emma Ender Johanne Reitze links Emma Ender, rechts Johanne Reitze

Station 1 / Moorweide, Ecke Heimhuder Straße / Tesdorpfstraße

Station 1 - Moorweide, Ecke Heimhuder Straße / Tesdorpfstraße (Audiodatei, 6MB)

»Her mit dem Frauenwahlrecht!«

6. März 1919: Hamburgs Frauen wählen erstmals die Hamburgische Bürgerschaft
Auftretende:

  • Moderation Dr. Rita Bake
  • Herma Koehn als Emma Ender (1875 – 1954), Kandidatin der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) für die Hamburgische Bürgerschaft
  • Hanka Schmidt als Johanne Reitze (1878 – 1949), Kandidatin der SPD für die Hamburgische Bürgerschaft

Gespielte Zeit: 16. März 1919

Station 2 / Moorweidenstraße 5, Wohnhaus

Station 2 - Moorweidenstraße 5 (Audiodatei, 5,7MB)

»Da ist zunächst die unglückliche, seelisch gebrochene Ehefrau, die keinen Rechtsgrund zur Ehescheidung hat; das verlassene Mädchen; die leichtgläubige Borgerin; die Mieterin, die sich die Uebergriffe des Hauswirts nicht erklären kann, die Geschäftsfrau, die den an sie gestellten Anforderungen nicht gewachsen ist, Kinderfräulein, Stütze, Dienstmädchen (…).«

Auftretende:

  • Moderation Dr. Rita Bake
  • Herma Koehn als Laura Bromberg (1852 – 1927), 2. Vorsitzende des Rechtsschutzvereins für Frauen
  • Hanka Schmidt als ratsuchende Frau

Gespielte Zeit: Dienstag, 18. März 1919, zwei Tage nach der Bürgerschaftswahl

 

Karla Fricke Klara Fricke (1871 – 1951), 1916 bis 1934 Vorsitzende der Hamburger Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF)

Station 3 / Moorweidenstraße 4, Wohnhaus

Station 3 - Moorweidenstraße 4 (Audiodatei, 3,5MB)

»Wenn der Staat und seine gesetzmäßig geregelte Regierung deswegen vorhanden ist, um Personen und Eigenthum zu schützen und zu sichern, so liegt es auf der Hand, daß Person und Eigenthum der Frauen dauernd nicht auf den indirekten Schutz mittels der Betheiligung der Männer am Staatswesen beschränkt sein dürfen.«

Auftretende:

  • Moderation Dr. Rita Bake
  • Hanka Schmidt als Olga Lichtenberger, Freundin von Klara Fricke (1871 – 1951), die mit ihr gemeinsam im Haus Moorweidenstr. 4 lebte

Gespielte Zeit: 1924

 

Helene Bonfort Helene Bonfort, Vertreterin der gemäßigten bürgerlichen Frauenbewegung
Lida Gustava Heymann Lida Gustava Heymann, Vertreterin der radikalen bürgerlichen Frauenbewegung

Station 4 - Mittelweg 173 (Audiodatei, 5,9MB)

»Ja zur vollen staatsbürgerlichen Gleichstellung der Frau. Denn erst wenn die Frauen die volle staatsbürgerlichen Rechte erkämpft haben, können sie auf eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft hinwirken, indem sie in Parlamenten etc. Mitspracherecht haben.« – Vertreterin der radikalen bürgerlichen Frauenbewegung

»Ja zum Frauenstimmrecht, aber erst nachdem Frauen mit ihren Vereinen gezeigt haben, das sie dieses Recht auch verdienen.« – Vertreterin der gemäßigten bürgerlichen Frauenbewegung

Auftretende:

  • Moderation Dr. Rita Bake
  • Herma Koehn als Lida Gustava Heymann (1868 – 1943)
  • Hanka Schmidt als Helene Bonfort (1854 – 1940)

Gespielte Zeit: 1898

 

Postkarte Hamburg Pöseldorf Mittelweg um 1900 Postkarte Hamburg Pöseldorf Mittelweg um 1900; Bei der Hausnummer 157 befand sich die Praxis der Kinderärztin Dr. Lilly Meyer-Wedell

Station 5 / Mittelweg 157, Adresse der Praxis der Kinderärztin Dr. Lilli Meyer-Wedell

Station 5 - Mittelweg 157 (Audiodatei, 5,8MB)

»Universitäten: ein Hort der Männlichkeit«

»Jeder Mann ist einem Weibe gegenüber ein technisches Genie« Vorbehalte von Männern gegen Medizinstudentinnen

Auftretende:

  • Moderation Dr. Rita Bake
  • Herma Koehn als Lilli Meyer-Wedell (1880 – 1944), Kinderärztin, promovierte 1905 als zweite Frau an der Münchner Universität, Mitbegründerin des Bundes deutscher Ärztinnen (1923), engagiert im Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, maßgeblich an der Entstehung des Landjugendheims Wilhelminenhöhe beteiligt, setzte sich für eine liberal-progressive Jugendpolitik ein, Vorsitzende der Ortsgruppe Hamburg des Reichsbundes für jüdische Siedlung, initiierte die Siedlerschule im Landjugendheim Wilhelminenhöhe, setzte in der jüdischen Gemeinde die Einführung eines 9. Schuljahres in den jüdischen Schule durch.

Gespielte Zeit: 1931

 

Helene Lange Helene Lange (DDP), Alterspräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Lehrerin an der Sozialen Frauenschule bis 1920
Emmy beckmann Emmy Beckmann, Lehrerin, Abgeordnete (DDP) der Hamburgischen Bürgerschaft

Station 6 / Mittelweg 35a, ab 1927 Sitz des Sozialpädagogischen Instituts und der Sozialen Frauenschule, vorher seit 1917 Sitz in der Moorweidenstraße 24

Station 6 - Mittelweg 35a (Audiodatei, 6,2MB)

»In der Einführung in die Geschichte und das Leben des Staates, seine wirtschaftlichen Bedingungen, seine politischen Schicksale, das Zusammenwirken seiner verschiedenen Kräfte, seiner sozialen Gestaltungen gewährt die soziale Berufsbildung zugleich die Erziehung zur Tat.« – Marie Baum, neben Gertrud Bäumer Leiterin der Sozialen Frauenschule bis 1920

Auftretende:

  • Moderation Dr. Rita Bake
  • Herma Koehn als Helene Lange (1848 – 1930)
  • Hanka Schmidt als Emmy Beckmann (1880 – 1967)

Gespielte Zeit: 1927

 

 

Station 7 / Mittelweg 42: heutige Jugendmusikschule

Station 7 - Mittelweg 42 (Audiodatei, 2,5MB)

» Es ist ein Stück naiver männlicher Eitelkeit, ihre Welt für die beste der Welten, für die einzig mögliche Welt zu halten. Frauen, die daran zu rütteln wagen, die insbesondere die Herrenstellung und Herrenmoral des Mannes anzugreifen wagen, erscheinen ihm als persönliche Feinde.« – aus Helene Langes Lebenserinnerung, Kapitel 26. Berlin 1928

Am 9. Mai 1914 sangen 5000 Frauen das Lied »Der Marsch der Frauen« auf der Osttreppe des Kapitols in Washington. Das von Ethel Smyth 1911 komponierte Lied wurde zur Hymne der Frauenwahlrechte in England und anderen Ländern.

Demonstration Gegen Gewalt an Frauen (v. l. n. r.) Annika Huisinga und Sabine Ziercke vom Landesfrauenrat Hamburg auf einer Demonstration in Hamburg gegen Gewalt an Frauen 2018

»Ich kann nicht mehr schweigen!« – Die Sängerin MILCK 2017 auf dem Marsch der Frauen in Washington u. a. für Frauenrechte, gegen häusliche und sexualisierte Gewalt

Auf dem March der Frauen in Washington am 21. Januar 2017 trugen vielen Frauen pinkfarbene Pussyhats. Sie sind ein Symbol der Unterstützung für die Rechte der Frauen und Ausdruck politischen Widerstands. Das auf diesem Marsch der Frauen gesungene Lied der Sängerin MILCK »I can’t keep quiet« (ich kann nicht mehr schweigen) wurde zur Hymne des Frauenmarsches.

Auftretende: 

  • Moderation Dr. Rita Bake
  • Herma Koehn und Hanka Schmidt

Gespielte Zeit: heute

 

Gebäude Moorweidenstraße 40 Eingang zum alten Wilhelm-Gymnasium an seinem damaligen Standort Moorweidenstraße 40 / Ecke Grindelallee, als Charlotte Engel-Reimers dort 1901 als erste Frau in Hamburg als Externe Abitur machte: Heute ein Gebäude der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Station 8 / Klosterstieg 17: Wilhelm-Gymnasium

Station 8 - Klosterstieg 17 (Audiodatei, 6,5MB)

»Wir wollen gleiches Recht für’s weibliche Geschlecht. Wir woll’n nicht länger dienen als des Mannes Knecht! Hurrah, Hurrah, die Frauen sind da.« – Weckruf der Frauen, ca. 1896

Auftretende:

  • Erzählerin Dr. Rita Bake

Gespielte Zeit: Heute

 

Laura Beit Laura Beit, geborene Hahn. Gemälde von Leopold von Kalckreuth

Station 9 / Mittelweg 113: Villa Beit

Station 9 - Mittelweg 113 (Audiodatei, 2,3MB)

1890/91 ließ Alfred Beit (1853 – 1906) von dem Architekten Martin Haller diese Villa für seine Mutter Laura Beit bauen. Alfred Beit war einer der reichsten Männer seiner Zeit. Er hatte sein Vermögen mit Anteilen an Diamantenminen und mit Diamantenhandel gemacht und unterstützte Cecil Rhodes und dessen Ideen eines englischen Imperialismus

»Was wir nicht wollen und niemals, auch nicht in noch so fernen Jahrhunderten wünschen und bezwecken, ist die politische Emanzipation und Gleichberechtigung der Frauen. [...] Der alte Satz der christlichen Kirche ,mulier taceat in ecclesia‘ (die Frau schweige in der Gemeinde) gilt für alle Zeit, nicht bloß für die kirchliche, sondern auch für die politische Gemeinde.« – Adolf Lette (1799 – 1868), Sozialpolitiker und Präsident des »Vereins zur Förderung der Erwerbsfähigkeit des weiblichen Geschlechts«

Auftretende:

  • Moderation Dr. Rita Bake
  • Herma Koehn als Laura Beit (1824 – 1918)
  • Hanka Schmidt als Dienstmädchen

Gespielte Zeit: 1918, kurz vor dem Tod von Laura Beit

 

 

Titelblatt Broschüre "Gleiches Recht, Frauenstimmrecht" Titelblatt der von Lida Gustava Heymann 1907 verfassten Broschüre: »Gleiches Recht, Frauen stimmrecht. Wacht auf Ihr deutschen Frauen aller Stände, aller Parteien!«

Station 10 / Sophienterrasse 11: ehemaliger Standort der elterlichen Villa von Lida Gustava Heymann

Station 10 - Sophientertasse 11 (Audiodatei, 6,7MB)

»Brotneid, nackter Egoismus der Männer innerhalb der Parteien. Abgeordneter zu sein, ist heute ein Geschäft, man wird bezahlt (…). An solche Futterkrippe lässt man die Frauen nicht heran und die Männer brauchen hier wie überall, wo es sich um Einkommen handelt, ihre Ellbogen.« – Lida Gustava Heymann, 1924

Auftretende:

  • Moderation Dr. Rita Bake
  • Herma Koehn als Lida Gustava Heymann

Gespielte Zeit: heute

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