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Vereinbarkeit Familie und Beruf Familienfreundliche Schichtarbeit – geht das?

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Schichtarbeit ist eine große Herausforderung für das betriebliche und persönliche Zeitmanagement und für die Gesundheit der Beschäftigten.

Tischkalender mit der Aufschrift 24 Stunden

Familienfreundliche Schichtarbeit – geht das?

Schichtarbeit ist kompliziert

Bei der Arbeitsorganisation in Schichtbetrieben müssen viele Bedürfnisse miteinander vereinbart werden: Der Arbeitgeber hat das Interesse, dass zu allen erforderlichen Betriebszeiten kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stehen, die Kunden wollen optimal bedient werden und die Beschäftigten wollen ihr Privatleben mit den Schichtzeiten vereinbaren und dabei auch noch gesund bleiben.

Bei einer modernen Schichtplanung muss der Arbeitgeber darauf achten, dass die Arbeitsgestaltung arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen gerecht wird.

Individuelle Lösungen sind gefragt

Schichtmodelle sind sehr unterschiedlich. Wechselschicht, Dreischicht, Bereitschaftsdienste, Frühschicht, Spätschicht, Nachtschicht, Schichtbetrieb an fünf oder sechs Tagen pro Woche oder rund um die Uhr: Jedes Modell hat andere Rahmenbedingungen und bietet entsprechend andere Möglichkeiten der familienfreundlichen Ausgestaltung.

Manche Aspekte von Schichtarbeit können sich dabei auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben durchaus positiv auswirken. Wer arbeitet, wenn andere frei haben, hat frei, wenn andere arbeiten. Einkäufe oder Behördengänge können außerhalb der Rush-Hour erledigt werden. Größere Freizeitblöcke bei Schichtarbeit bieten manchmal mehr Möglichkeiten für private Aktivitäten als eine Tätigkeit in normaler Arbeitszeit.

Die Bedürfnisse der Teammitglieder sind so unterschiedlich wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst. Manche haben kleine Kinder und sind alleinerziehend, andere haben pflegebedürftige Angehörige zu Hause, wieder andere teilen sich Erziehung- oder Pflegeaufgaben mit anderen, die selbst mit engen Zeitvorgaben im Job umgehen müssen. 

Was ist zu beachten? 

Auch wenn die Bedürfnisse und Problemlagen individuell sind, gibt es eine Reihe von allgemeinen Tipps für die Gestaltung von Schichtarbeit, etwa dass der Schichtplan überschaubar und planbar sein und für alle Beschäftigten zusammenhängende Freizeitblöcke enthalten sollte. 

Das Wochenende spielt im sozialen Kontext eine besondere Rolle. Zusammenhängende Freizeitblöcke sollten also so häufig wie möglich Wochenenden einschließen. Freie Abende sind wichtig für die Pflege sozialer Kontakte und die Mitgliedschaft in Vereinen etc.

Wie eine möglichst optimale, alle Interessen berücksichtigende Ausgestaltung der Schichtpläne im einzelnen Unternehmen aussehen kann, muss individuell erarbeitet werden. 

Ein Rat ist aber für alle zielführend: Die Betroffenen sollten beteiligt werden. Sie kennen ihre Bedürfnisse am besten und wissen auch, worauf es im Betrieb ankommt. Sinnvoll ist außerdem, den Beschäftigten möglichst viel Autonomie zu geben, so weit wie möglich auf Freiwilligkeit zu setzen und Tauschmöglichkeiten anzubieten.

Die Mühe lohnt sich – es gibt immer individuelle Lösungen, von denen dann alle profitieren können. 

Was meinen Sie?

Für Rückmeldungen und Anregungen sind wir dankbar und freuen uns auf eine E-Mail an familiensiegel@systemenergie.net

Autorin: Dr. Judith Beile

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