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Arbeitsschutz Sicherer Umgang mit Flurförderzeugen

Flurförderzeuge Gabelstapler Rückhaltesysteme Arbeitsschutz Umkippen

Stapler

In der Vergangenheit sind wiederholt Staplerfahrer beim Umkippen des Gerätes schwer verletzt worden. Sie versuchten, den Stapler während des Kippens zu verlassen und wurden dabei vom Schutzdach oder vom Hubmast erfasst.

Fristen für die Nachrüstung von Flurförderzeugen mit Rückhaltesystemen sind seit Ende 2002 abgelaufen. Die Betriebssicherheitsverordnung fordert, dass sämtliche mobilen Arbeitsmittel bei Gefährdung durch Überrollen oder Kippen zum Schutz der Mitfahrenden mit Rückhalteeinrichtungen ausgerüstet sein müssen.

Im Zuge eines Projektes des Amtes für Arbeitsschutz im Jahr 2003 wurden 60 Hamburger Betriebe aufgesucht und der Stand der Aus- / Umrüstung von ca. 250 Staplern ermittelt. Erfreulicherweise sind inzwischen nahezu alle Fahrzeuge mit Rückhalteeinrichtungen ausgestattet worden, überwiegend mit Beckengurten, lediglich 3 Prozent mit Bügeltüren und 2 Prozent mit Fahrerkabinen.

Schutzbügel: Die sichere Alternative zu Beckengurten
Im Laufe der Überprüfung wurde festgestellt, dass 92 Prozent der vorhandenen Beckengurte nicht angelegt waren. Als Hauptbegründung wurde von den Arbeitnehmern häufiges Auf- und Absteigen im Rahmen von Kommissioniertätigkeiten genannt. Zudem fühlten sich Fahrer beim Rückwärtsfahren in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Ein Beckengurt ist nur dann eine geeignete Schutzmaßnahme, wenn der Arbeitgeber sicherstellt, dass seine Fahrer die Anschnallpflicht einhalten. Kann er das nicht gewährleisten, muss er andere Maßnahmen ergreifen. Dazu ist er durch das Arbeitsschutzgesetz und die Betriebssicherheitsverordnung verpflichtet. In der Gefährdungsbeurteilung seines Betriebes sind die betriebsbedingten Risiken beim Einsatz von Flurförderzeugen zu ermitteln, konkrete Schutzmaßnahmen festzulegen und Wirksamkeitskontrollen durchzuführen.

Bei der Auswahl geeigneter Fahrerrückhaltesysteme müssen die betrieblichen Arbeitsbedingungen berücksichtigt werden.

Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass ausreichend sichere Geräte und qualifizierte Fahrer eingesetzt werden.

Nur wenn der Arbeitgeber sicherstellt, dass in seinem Betrieb die Anschnallpflicht eingehalten wird, ist ein Beckengurt als Rückhaltesystem geeignet. Wenn hingegen zu erwarten ist, dass Gurte nicht genutzt werden, muss schon beim Kauf eines Flurförderzeuges eine andere Fahrerrückhalteeinrichtung (Bügeltüren oder geschlossene Fahrerkabinen) gewählt werden. Auch andere Randbedingungen, wie das Befahren von Containern oder die Verwendung überwiegend im Freien (Kälteschutz) müssen bei der Auswahl berücksichtigt werden.

Kontakt

Arbeitsschutztelefon

Amt für Arbeitsschutz

Postanschrift

Billstraße 80
20539 Hamburg

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