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Arbeitsschutz Schimmelpilzbefall in Containern

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Amt für Arbeitsschutz: Schimmelpilzbefall in Containern

Verpackungs- und Stauholz in Containern ist häufig von Schimmelpilzen bewachsen. Auch Waren wie Leder, Textilien, leimhaltige Produkte oder Papier stellen ein geeignetes Substrat für Schimmelpilze dar, wenn geeignete Wachstumsbedingungen vorhanden sind. Dafür genügen oft schon eine gewisse Restfeuchte oder Kondenswasserbildung und moderate Temperaturen. Es ist dabei unerheblich, ob der Container oder das Transportgut zuvor begast wurde oder nicht.

Gesundheitsgefährdung durch Schimmelpilze

Über die Atemluft aufgenommene Schimmelpilzsporen (mikroskopisch kleine Fortpflanzungseinheiten)

oder schimmelpilzhaltige Stäube können bei längerem intensiven Kontakt sensibilisierend wirken und Atemwegsallergien (allergischer Schnupfen, allergischer Husten, allergisches Asthma) oder allergische Augenentzündungen hervorrufen. In einzelnen Fällen können auch sehr schwere Krankheitsbilder entstehen. Weiterhin können Schimmelpilze auch toxisch-reizende Effekte haben.

Wie erkennt man Schimmelpilzbefall?

Schimmelpilze haben häufig einen typischen Geruch  (moderig-muffig, stechend, fruchtig, erdig oder faulig), sie wachsen in schwarzen, weißen, grauen oder farbigen flächigen Kolonien und sie haben häufig eine pelzige Oberfläche oder watteähnliche Struktur.

Was tun, wenn Schimmelpilzbefall auftritt?

Ist mit Schimmelpilzbefall im Container zu rechnen, müssen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung die notwendigen Schutzmaßnahmen festgelegt werden. Hierfür ist der Arbeitgeber verantwortlich.

Dabei sind insbesondere folgende Maßnahmen zu beachten:

  • ein arbeitsmedizinisches Beratungsangebot des Betriebsarztes vor Aufnahme der Tätigkeit
  • eine Betriebsanweisung (siehe Anlage: Musterbetriebsanweisung)
  • und eine regelmäßige dokumentierte Unterweisung aller für den Umgang mit Schimmelpilzen in Containern bestimmten Beschäftigten.
  • Wenn Beschäftigte verschimmelte Waren oder Verpackungsmaterialien handhaben sollen, sind folgende Schutzmaßnahmen einzuhalten:
    • Container mit Schimmelpilz belasteten Waren / Materialien nach Möglichkeit im Freien entladen
    • Staubentwicklung vermeiden
    • Falls Reinigungsarbeiten stattfinden, dann ist Folgendes zu beachten:
      • zum Trockenreinigen Staubsauger der Staubklasse H einsetzen.
      •  zum Feuchtreinigen sanften Wasserstrahl einsetzen (keine Hochdruckreinigung).
      • Waschgelegenheiten und vom Arbeitsplatz getrennte Umkleidemöglichkeiten bereitstellen.
    • Geeignete persönliche Schutzausrüstung tragen
      • Einmalanzüge, optimalerweise mit Kapuze (Kategorie III, Typ 5), gegebenenfalls feuchtigkeitsdicht
      • Schutzhandschuhe, die stabil gegenüber mechanischen  Belastungen sind (zum Beispiel nitrilbeschichtete Baumwollhandschuhe)
      • eine partikelfiltrierende Halbmaske mit Ausatemventil (FFP2)
      • eine Staubschutzbrille
      • abwaschbare Schuhe
    • Hygienemaßnahmen nach TRBA 500 beachten!
      • Straßenkleidung ist von Arbeitskleidung und persönlicher Schutzausrüstung getrennt aufzubewahren
      • Vor den Pausen Hände waschen
      • Im Arbeitsbereich nicht essen, trinken, rauchen
      • Mittel zum hygienischen Reinigen und Trocknen der Hände verwenden
      • gegebenenfalls Hautschutz- und Hautpflegemittel zur Verfügung stellen
      • Arbeitskleidung regelmäßig wechseln und reinigen
      • Persönliche Schutzausrüstung (siehe oben) regelmäßig reinigen beziehungsweise entsorgen (Handschuhe häufig wechseln)
    • Verschimmelte Abfälle sind zu entsorgen, indem sie unter Einsatz der oben genannten persönlichen Schutzausrüstung in geeigneten Behältnissen möglichst im Freien verpackt werden.

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