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Vermeidung von Nadelstichverletzungen Information für Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege zur Vermeidung von Nadelstichverletzungen

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Information für Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege zur Vermeidung von Nadelstichverletzungen

Verletzungs- und Infektionsgefährdungen für Beschäftigte (z. B. durch Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Viren sowie HIV) müssen beim Umgang mit benutzten medizinischen Instrumenten und Geräten grundsätzlich vermieden werden.

Seit der Novellierung der Biostoffverordnung 2013 dürfen daher nur noch spitze medizinische Instrumente (wie z. B. Kanülen, Spritzen oder Lanzetten) eingesetzt werden, die über einen Sicherheitsmechanismus zum Schutz vor Stichverletzungen (Sicherheitsgeräte) verfügen, wenn dies technisch möglich und zur Vermeidung einer Infektionsgefährdung erforderlich ist.

Dies gilt grundsätzlich immer bei der Behandlung und Versorgung von Patienten und Patientinnen, die nachgewiesenermaßen durch Erreger der Risikogruppe 3 (einschließlich 3(**) wie HBV, HCV und HIV) oder höher infiziert sind und von fremdgefährdenden Patienten und Patientinnen, sowie bei Blutabnahmen (kapillar und venös) und beim Legen von Gefäßzugängen. Dies gilt auch für Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege. Bei allen sonstigen Tätigkeiten hat der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin in der Gefährdungsbeurteilung das Unfallrisiko und das Infektionsrisiko zu bewerten und angemessene Maßnahmen zu treffen.

Es ist Aufgabe des Arbeitgebers bzw. der Arbeitgeberin, dafür zu sorgen, dass Sicherheitsgeräte zur Verfügung stehen und eingesetzt werden. Was können Sie tun, wenn die Beschaffung der benötigten Sicherheitsgeräte nicht über Ihre Einrichtung erfolgt, sondern diese jeweils vom behandelnden Arzt bzw. von der behandelnden Ärztin der betroffenen Patienten und Patientinnen verschrieben werden? Sprechen Sie die behandelnden Ärzte und Ärztinnen gezielt an, denn es geht um den Schutz Ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen!

Lassen Sie z. B. verschiedene Sicherheitsgeräte durch Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erproben. Treffen Sie mit Ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine entsprechende Auswahl und empfehlen Sie den verschreibenden Ärzten und Ärztinnen die ausgewählten Sicherheitsgeräte.

Sie können diese Information auch an den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin weiterreichen (ausführliche und weitere Information dazu hier). Es besteht seit dem 6. Mai 2019 der rechtliche Anspruch auf Hilfsmittel mit Sicherheitsmechanismen, wenn der oder die Versicherte zur Anwendung einer dritten Person bedarf und eine Infektionsgefahr durch eine Stichverletzung angenommen werden kann (§ 33 SGB V). 

Welche Eigenschaften haben Sicherheitsgeräte? Sie verfügen über eine integrierte Schutzvorrichtung wie z. B. Rückzugsmechanismen, Kanülen-Schutzschilde oder -Schutzhülsen, die direkt nach Verwendung mit einer Hand auszulösen sind. Der Sicherheitsmechanismus muss den weiteren Gebrauch ausschließen. Sicherheitsgeräte zur Vermeidung von Stich- und Schnittverletzungen dürfen den Patienten bzw. die Patientin nicht gefährden. Ihre Auswahl sollte vor allem unter dem Gesichtspunkt der Handhabbarkeit und Akzeptanz erfolgen.

Hinweis: Auch gebrauchte Sicherheitsgeräte sind wie bisher in stichsicheren Abfallbehältern zu sammeln und zu entsorgen, da ihre Stabilität ggf. nicht der mechanischen Beanspruchung bei der Abfallentsorgung standhält. Der Einsatz von Sicherheitsgeräten ersetzt nicht die arbeitsmedizinische Vorsorge und das Angebot einer Hepatitis B-Impfung für die Beschäftigten.

Rechtliche Grundlagen und weitere Informationen

TRBA 250

Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege

http://www.baua.de/TRBA

BGW Themen

Risiko Nadelstich – Infektionen wirksam vorbeugen M612

www.bgw-online.de/risiko-nadelstich

UK NRW / BGW

Liste sicherer Produkte

http://www.sicheres-krankenhaus.de/apps/verzeichnis_sicherer_produkte/

BGW-Fragebogen

Analyse von Unfällen mit Blutkontakt

www.bgw-online.de/goto/blutkontakt


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