Strahlenschutz FAQ-Liste

Antworten auf häufige Fragen zum Strahlenschutz in Hamburg

FAQ-Liste

Kapitelübersicht

1. Was benötige ich, um die Fachkunde im Strahlenschutz zu erwerben?

Die Fachkunde im Strahlenschutz setzt sich aus einer geeigneten Ausbildung, praktischer Erfahrung und erfolgreicher Teilnahme an einem anerkannten Kurs zusammen. Die Detailregelungen zur geeigneten Ausbildung, praktischen Erfahrung und erforderlichen Kursen finden Sie in den entsprechenden Fachkunde-Richtlinien.

  • Fachkunde-Richtlinie Technik nach Strahlenschutzverordnung
  • Fachkunde-Richtlinie Technik nach der Röntgenverordnung
  • Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin (Anwendungen nach Strahlenverordnung)
  • Richtlinie Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz bei dem Betrieb von Röntgeneinrichtungen in der Medizin oder Zahnmedizin
  • Richtlinie Tierheilkunde

Eine Übersicht über anerkannte Kursveranstalter finden Sie auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz.

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2. Wer prüft und bescheinigt meine Fachkunde im Strahlenschutz? (siehe § 18a RöV und § 30 StrlSchV)

Die Fachkunde im Strahlenschutz wird von den zuständigen Stellen auf Antrag bescheinigt. Wer in Ihrem Bundesland als zuständige Stelle benannt ist, teilt Ihnen Ihre zuständige Aufsichtsbehörde mit.

In Hamburg übernimmt diese Aufgabe:

  • für Ärzte die Ärztekammer Hamburg,
  • für Zahnärzte die Zahnärztekammer Hamburg,
  • für Tierärzte die Tierärztekammer,
  • für Medizinphysikexperten, ermächtigte Ärzte und
  • für den gesamten technischen Bereich das Amt für Arbeitsschutz.

Achten Sie bitte darauf, dass bei Antragsstellung die letzte Kursteilnahme nicht älter als 5 Jahre ist.

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3. Müssen meine Kenntnisse im Strahlenschutz auch bescheinigt werden?

Kenntnisse im medizinischen, zahnmedizinischen und tiermedizinischen Bereich müssen ebenfalls durch die zuständige Stelle auf Antrag bescheinigt werden. In Hamburg übernimmt diese Aufgabe:

  • für Medizinische Fachangestellte und Operationstechnische Fachangestellte die Ärztekammer
  • für Zahnmedizinische Fachangestellte die Zahnärztekammer und
  • für Tiermedizinische Fachangestellte die Tierärztekammer.
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4. Wann muss ich meine Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz aktualisieren?

Die Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz muss innerhalb einer Fünfjahresfrist ab dem Erwerb der Fachkunde, beziehungsweise ab der letzten Aktualisierung durchgeführt werden. Dies ist eine Stichtagsregelung. Beim Versäumen der rechtzeitigen Aktualisierung wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Aufsichtsbehörde (in Hamburg: das Amt für Arbeitsschutz), um das weitere Vorgehen abzustimmen.

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5. Was muss ich beachten, wenn Personen außerhalb meines Betriebsgeländes in einem fremden Strahlenschutzbereich (zum Beispiel zu Reinigungsarbeiten) tätig werden?

Besteht für diese Beschäftigten die Möglichkeit, dass in einem Kalenderjahr 1 Millisievert überschritten werden können, muss eine Genehmigung nach § 15 Strahlenschutzverordnung beantragt werden. Sind Tätigkeiten nach der Röntgenverordnung geplant, ist eine Anzeige nach § 6 Röntgenverordnung erforderlich.
Im Rahmen eines solchen Verfahrens müssen unter anderem fachkundige Strahlenschutzbeauftragte bestellt werden.

Folgendes müssen Sie sicherstellen:

  • Mit den Einrichtungen und Betrieben, für die Sie tätig werden, müssen Abgrenzungsverträge zur Aufgabenwahrnehmung im Strahlenschutz abgeschlossen werden.
  • Es muss eine Personendatei geführt werden.
  • Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen Strahlenpässe geführt werden.
  • Es müssen jährliche Unterweisungen durchgeführt werden.
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6. Wo bekomme ich einen Strahlenpass?

Der Strahlenpass muss bei der zuständigen Behörde registriert werden. Für Hamburg erfolgt die Registrierung im Amt für Arbeitsschutz. Der Strahlenpass muss vor der Registrierung käuflich erworben werden, zum Beispiel beim Deutschen Gemeindeverlag. Achten Sie bitte vor der Registrierung darauf, dass der Strahlenpass vollständig ausgefüllt ist und mit den erforderlichen Unterschriften versehen ist.

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7. Was muss ich bei der Beförderung von radioaktiven Stoffen beachten?

Bei sogenannten Großquellen (das sind radioaktive Stoffe mit Aktivitäten von mehr als 1000 Terabecquerel je Versandstück) und bei Kernbrennstoffen ist das Bundesamt für Strahlenschutz die zuständige Genehmigungsbehörde. Wer sonstige radioaktive Stoffe befördert, muss eine Genehmigung für Beförderungen nach § 16 Strahlenschutzverordnung bei der zuständigen Behörde beantragen. Dies ist für Hamburg das Amt für Arbeitsschutz. Ausgenommen von einer Genehmigung sind Versandstücke, die nach den Vorschriften zur Beförderung von gefährlichen Gütern als freigestellte Versandstücke eingestuft sind.

Neben den atomrechtlichen und strahlenschutzrechtlichen Vorschriften müssen im Rahmen der Beförderung auch die gefahrgutrechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Dies sind zum Beispiel alle Regelungen zum Versandstück, zur Kennzeichnung, zum Begleitpapier oder zu Kontaminationsgrenzwerten am Versandstück. Zuständige Behörde für die gefahrgutrechtlichen Vorschriften ist in Hamburg die Behörde für Inneres und Sport, hier insbesondere die Wasserschutzpolizei. Sie überwacht Beförderungsvorgänge mit radioaktiven Stoffen, erteilt aber auch Ausnahmegenehmigungen nach den gefahrgutrechtlichen Vorschriften.

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8. Wo finde ich die Genehmigungsanträge für den Umgang mit radioaktiven Stoffen und die Anzeigeformulare für den Betrieb einer Röntgeneinrichtung?

Anträge und Anzeigeformulare finden Sie bei uns unter der Rubrik Formulare. Sie können die Formulare direkt am Computer ausfüllen. Die Anträge und Anzeigeformulare müssen vom Strahlenschutzverantwortlichen unterschrieben werden.

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9. Welche Sachverständigen können meine Röntgeneinrichtung in Hamburg überprüfen?

Für die Stadt Hamburg sind verschiedene Sachverständige nach § 4a Röntgenverordnung für die Durchführung von technischen Prüfungen bestimmt. Die Gesamtliste der für die Stadt Hamburg bestimmten Sachverständigen finden Sie in einem Infoblatt unter der Rubrik Formulare.

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10. Wie kann ich radioaktive Abfälle entsorgen?

Radioaktive Abfälle müssen nach § 76 Strahlenschutzverordnung an eine Landessammelstelle abgeliefert werden. Landessammelstelle in Hamburg:

Helmholtz-Zentrum Geesthacht
Zentrum für Material- und Küstenforschung GmbH
Landessammelstelle
Max-Planck-Straße
21502 Geesthacht

Die Nutzungsbedingen und die Einlieferungsanträge finden Sie unter der Rubrik Formulare. Beachten Sie bitte, dass die Anlieferung durch den Ablieferer unter Beachtung der gefahrgutrechtlichen Vorschriften in eigener Zuständigkeit erfolgen muss. Bauartzugelassene Vorrichtungen können auch über die Hersteller entsorgt werden.

Bei der Abgabe von radioaktiven Stoffen oder radioaktiven Reststoffen ist zu beachten, dass diese nur an Einrichtungen abgegeben werden dürfen, die eine Genehmigung nach § 7 Strahlenschutzverordnung haben. Bei Rückfragen hierzu hilft Ihnen das Amt für Arbeitsschutz gerne weiter.

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11. Was muss ich tun, wenn ich einen radioaktiven Stoff finde?

Nach § 71 Strahlenschutzverordnung muss der Fund von radioaktiven Stoffen unverzüglich beim Amt für Arbeitsschutz (unter Kontakt) oder bei einer Polizeidienststelle angezeigt werden, damit die notwendigen Schutzmaßnahmen getroffen werden können.

Kontakt

Amt für Arbeitsschutz

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