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Tierschutz

Tierschutz ist: Tauben nicht füttern

Es ist verboten, in der Freien und Hansestadt Hamburg auf öffentlichem Grund verwilderte Tauben zu füttern. Dieses Verbot erfasst auch das Auslegen von Futter- und Lebensmitteln, die erfahrungsgemäß von Tauben aufgenommen werden. Hier erfahren Sie warum dies so ist.

vergrößern Foto: Taubenfütterung in der Stadt Warum leben so viele Tauben in der Stadt?

Vor 100 Jahren waren Stadttauben noch selten. Ihre starke Vermehrung begann bei uns erst ab den 60er Jahren parallel mit dem drastischen Rückgang ihrer natürlichen Feinde (zum Beispiel Wanderfalken, Uhu, Wiesel, Steinmarder) und mit dem beginnenden Wohlstand der Bevölkerung, der Taubenfüttern erst erlaubte.

Die Stadttaube stammt ursprünglich von der Felsentaube ab, die zerklüftete Felswände mit Höhlen und Vorsprüngen im Gestein bewohnt. Die hohen Häuserschluchten in unseren Städten mit ihren Vorsprüngen, Nischen und steinigen Gebäudeoberflächen sind dem natürlichen Lebensraum sehr ähnlich und werden aus diesem Grund bevorzugt. In großflächigen Park- und Grünanlagen sowie auf Feldern wird die Stadttaube nicht dauerhaft ansässig, da dort hochgelegene Vorsprünge für die Nistplätze fehlen.

Stadttauben brüten nämlich nicht auf Bäumen, sondern bauen ihr spärliches Nest auf Mauervorsprüngen, Eisenträgern, in Gebäudenischen und auf Dachböden (siehe auch Gebäudeschutz), die in der Stadt reichlich vorhanden sind.

Was fressen Tauben eigentlich?

Eine Taube benötigt lediglich 20 Gramm Futter am Tag. Die natürliche Nahrung besteht aus verschiedenen jungen Pflanzensprossen, vielen Samen von Kultur- und Wildpflanzen, aber auch aus Schnecken, Würmern, Insekten, sowie Steinchen und Mineralien. Die Steinchen dienen der Verdauung der Nahrung im Magen. Im Gegensatz zu den meisten Vögeln können Tauben Wasser mit eingetauchtem Schnabel einsaugen. Die in der Innenstadt vornehmliche Kost in Form von Weizenkörnern oder altem Brot, die als Futter ausgestreut werden, sowie von Essensresten (zum Beispiel Pommes frites) führen zu einer Mangelernährung; dies führt wiederum zur Schwächung des Abwehrsystems, so dass sie leicht erkranken. Ist das Futter bereits verdorben, bedeutet das für viele Tauben das Todesurteil. Von den herumliegenden Essensresten profitieren vor allem Mäuse und Ratten.

Probleme für und mit Tauben

Die Größe einer Taubenpopulation hängt ganz entscheidend vom Nahrungsangebot ab.

Die hohe Ausgangszahl an Tauben führt zu ständigen Streitereien um Nistplätze. Letztere liegen sehr eng beieinander, so dass sich Krankheiten und blutsaugende Parasiten, wie Milben und Zecken, rasch ausbreiten können. Nur wenige Jungtiere überleben das erste Jahr. Und trotzdem vermehren sich Tauben, da sie bis zu sieben mal im Jahr brüten. Jedes Elternpaar bringt jährlich durchschnittlich fünf Junge durch.

Eine Taube produziert 10-12 kg Kot im Jahr. Die darin enthaltene Harnsäure zerfrisst Steine und korrodiert Metalle. Balkone und Fassaden werden verdreckt. Geruchsbelästigung tritt auf. Auch durch getrockneten Kot können (z. B. bei Marktständen und Straßencafés) Erreger der Pageienkrankheit, der Salmonellose, Kryptokokkose sowie Campylobacter auf den Menschen übertragen werden. Gefährdet sind vor allem Allergiker, ältere und immungeschwächte Menschen sowie Kinder.

Wildtauben haben eine Lebenserwartung von ca. 12-15 Jahren, unsere Stadttauben dagegen nur von 2-3 Jahren.

Viele kranke und verletzte Tiere sind das Ergebnis nicht artgerechter Lebensbedingungen in der Stadt.

Stadttauben finden auch ohne Zufütterung, selbst im Winter, ausreichend Nahrung und müssen nicht verhungern. Sie können problemlos mehrere Kilometer weit fliegen, um Futter zu suchen. Solange es aber in unmittelbarer Nähe ausgestreut ist, nutzen sie diese bequeme Futterquelle. Wenn Tauben viel Zeit mit der Futtersuche verbringen, haben sie weniger Zeit zum Brüten. Die Tauben legen dann nur - wie es natürlich ist - ein- oder zweimal im Frühjahr und im Sommer Eier und beschäftigen sich intensiv mit der Aufzucht der Jungtiere, die auch durch das abwechslungsreiche Futterangebot größere Lebenschancen haben. Es wächst somit eine gesunde Population von Stadttauben auf.

Daher ist es verboten, in der Freien und Hansestadt Hamburg auf öffentlichem Grund verwilderte Tauben zu füttern. Dieses Verbot erfasst auch das Auslegen von Futter- und Lebensmitteln, die erfahrungsgemäß von Tauben aufgenommen werden.

Siehe Taubenfütterungsverbotsverordnung

Das Merkblatt "Tierschutz ist: Tauben nicht füttern" finden Sie unten als Download.

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