Viruserkrankung Amselsterben durch Usutu-Virus in Hamburg

Das Usutu-Virus (USUV) wird von Stechmücken übertragen, wobei Vögel als Hauptwirt fungieren. Ursprünglich stammt das Virus aus Afrika und wurde vermutlich durch  Zugvögel vor langer Zeit nach Europa eingeschleppt. Spätestens seit Mitte der neunziger Jahre sorgt das Virus für kleinere, wiederkehrende Ausbrüche unter Vögeln in Europa, die oft mit einem Amselsterben einhergehen. 2018 wurde das Virus durch das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg (BNITM) erstmals im Raum Hamburg nachgewiesen. 

Amsel

Amselsterben durch Usutu-Virus in Hamburg

Die Übertragung von Usutu-Viren auf den Menschen ist sehr selten und erfolgt eher zufällig (ebenfalls über Stechmücken), sie kann zum Usutu-Fieber führen. Zu den Symptomen gehören Fieber, Kopfschmerzen und Hautausschläge; in seltenen Fällen kann es zu einer Gehirnentzündung kommen. 

Nach dem ersten Nachweis des durch Stechmücken übertragenen Usutu-Virus in Deutschland im Jahr 2010 kam es in den Jahren 2011/2012 zu einem großräumigen Ausbruch des Virus, welches ein Massensterben von Amseln in Südwestdeutschland verursachte. In den darauffolgenden Jahren zirkulierte das Virus weiterhin in der Region, ein auffälliges Amselsterben wurde jedoch erst wieder in den Jahren 2016/2017 beobachtet. Im Jahr 2018 wird wieder ein Massensterben festgestellt, was nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg (BNITM) wahrscheinlich durch die lange anhaltenden hohen Temperaturen auch in Norddeutschland begünstigt wird.

Der virologische Nachweis von Usutu-Viren in tot aufgefundenen Amseln und anderen Vögeln hilft der Forschung, mehr über die Erkrankung zu erfahren. Diese Untersuchungen nimmt in Hamburg ausschließlich das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin  (BNITM) vor. Das Institut hat detaillierte Hinweise zum Umgang mit toten Vögeln und der Einsendung von Funden zur Untersuchung veröffentlicht. Tote Vögel sollten nur mit Schutzhandschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte gegriffen werden, anschließend wird eine Händereinigung empfohlen.

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