Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Tierseuchengefahr Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine fieberhafte, hoch ansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine) mit seuchenhaftem Verlauf, hoher Krankheitshäufigkeit und hoher Sterblichkeit. Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus (Virus der Afrikanischen Schweinepest, ASP-Virus). Für den Menschen und andere Haustierarten ist die Schweinepest nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko! Eingeschleppt in nicht verseuchte Gebiete verläuft die Erkrankung bei Schweinen verheerend und ist mit enormen wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden.

Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in vielen betroffenen Regionen Osteuropas immer weiter aus (Ungarn, Polen, Baltikum, Moldawien, Rumänien). In Tschechien sind seit einiger Zeit keine neuen Ausbrüche zu verzeichnen. Neben Wildschweinen sind auch Hausschweinebestände von der Tierseuche betroffen. In Europa kommt die Afrikanische Schweinepest auch auf der italienischen Insel Sardinien vor, sowie in zahlreichen Nicht-EU-Ländern, unter anderem Weißrussland, Russische Föderation, Ukraine, Georgien, China, Armenien, Aserbaidschan und verschiedenen afrikanischen Staaten.

Seit kurzem ist auch Belgien betroffen. Hier wurde am 13. September 2018 der erste Fall von ASP bei drei tot aufgefundenen Wildschweinen und einem krank erlegten Wildschwein gemeldet. Es wurde ein Seuchengebiet von ca. 630 Quadratkilometern eingerichtet. In diesem Gebiet wurde zunächst ein Jagd- und Fütterungsverbot für Wildschweine sowie Betretungsverbote für den Wald angeordnet. In der 38. Kalenderwoche wurden weitere drei tot aufgefundene sowie ein erlegtes Wildschwein aus dem betroffenen Waldgebiet positiv auf ASP getestet.
Die Meldungen zeigen, dass das Geschehen nicht zur Ruhe kommt und das Risiko der Einschleppung der Tierseuche nach Deutschland unvermindert hoch ist.

Die Seuche wird nicht nur über direkte Kontakte von Wildschweinen und Hausschweinen weiterverbreitet, sie kann auch durch erregerhaltiges Fleisch infizierter Schweine und daraus hergestellter Erzeugnisse, durch Speiseabfälle und selbst über verunreinigte Gegenstände, Fahrzeuge, Kleider und Schuhe verschleppt werden. Sogar gepökelte und geräucherte Fleischerzeugnisse können noch nach Monaten ansteckungsfähige Erreger enthalten. 

Hinweise für Reisende, Jäger und Landwirte

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz rät davon ab, Jagdreisen in die betroffenen Gebiete Osteuropas zu unternehmen. Schweinehalter und Personen mit Kontakt zu Schweinehaltungen sollten unbedingt auf Jagdreisen in betroffene Regionen verzichten.

Sollten Jagdreisen in Osteuropa dennoch unternommen worden sein, ist höchste Vorsicht geboten. Vor der Rückkehr ist die gesamte Jagdausrüstung gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Das Mitbringen von Jagdtrophäen, Fleisch und Fleischprodukten aus Restriktionsgebieten ist streng verboten.

Landwirte, die Schweine halten, können ihre Bestände schützen, indem sie die grundlegenden Hygieneregeln strikt einhalten. Die Verfütterung von Speiseabfällen an Schweine ist streng verboten! Kontakte zwischen Haus- und Wildschweinen müssen unbedingt unterbunden werden (Aufstallung der Tiere oder bei Freilandhaltung doppelte Umzäunung).

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Der Verdacht auf Schweinepest ist unverzüglich dem zuständigen bezirklichen Verbraucherschutzamt anzuzeigen. Da Wildschweine ebenfalls empfänglich sind und die Krankheit auf Hausschweine übertragen können, werden Jäger gebeten, Auffälligkeiten wie erhöhte Fallzahlen, Verhaltensänderungen und besondere Merkmale an erlegten Tieren unverzüglich der zuständigen Behörde zu melden.

Das Risiko der Einschleppung der Seuche kann durch eine Reduktion des Schwarzwildes verringert werden. Um dies zu erreichen, hat die Jagdbehörde Hamburg eine Allgemeinverfügung erlassen, in welcher die noch bestehenden Einschränkungen zur Bejagung des Schwarzwildes aufgehoben werden: Keine Schonzeit für Schwarzwild und kein Einsatzverbot künstlicher Lichtquellen bei der Jagd auf Wildschweine. Zur Klarstellung des Schutzes der Elterntiere bei der Jagd wird weibliches Schwarzwild als für die Aufzucht notwendig (führend) angesehen, solange die Frischlinge noch gestreift sind. Mit der Aufhebung dieser Einschränkungen soll bis auf Widerruf eine effiziente Bejagung und Reduktion des Schwarzwildes gefördert werden. Die Maßnahmen dienen der Verringerung des Risikos einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest und erfolgen in Abstimmung mit der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz.

Die waffenrechtlichen Bestimmungen bleiben von dieser Allgemeinverfügung unberührt.

Zusätzlich wird im Rahmen des Tiergesundheitsmonitorings die Aufwandsentschädigung für Einsendung oder Anlieferung von Schwarzwildproben aus Hamburg erhöht:

  • Einlieferung von Proben von gesund erlegten Stücken 30,00 Euro
  • Einlieferung von Proben von krank erlegten Stücken oder Falltieren 40,00 Euro
  • Einlieferung von ganzen krank erlegten Stücken oder Falltieren 100,00 Euro

Das erforderliche Probenset kann beim Institut für Hygiene und Umwelt (Marckmannstraße 129a, 20539 Hamburg) 7 Tage die Woche 24 Stunden abgeholt werden. Gleiches gilt für die Abgabe von Proben. Die Zahlung der Aufwandsentschädigung ist im Rahmen dieses Monitorings bis zum 31.05.2019 befristet.

Reisende können ohne ihr Wissen und unbeabsichtigt den Erreger dieser Seuche einschleppen. Aus diesem Grund sollten bei Aufenthalten in Polen, Lettland, Estland, Tschechien, Litauen, Russland, Weißrussland und Ukraine direkte Tierkontakte vermieden werden. Es ist vor der Einreise nach Deutschland darauf zu achten, dass keine Lebensmittel tierischen Ursprungs sowie unbehandelte Jagdtrophäen mitgebracht werden.

Weitere Informationen

Stand: 08. Oktober 2018