Spaziergang Außenalster

Naherholung im Herzen Hamburgs

Die Außenalster im Hamburger Zentrum ist der wohl beliebteste Ort in der Hansestadt für Spaziergänger und Jogger. Der Rundgang am Ufer entlang ist sehr abwechslungsreich und bietet viel Grün, stilvolle Villen, schöne Ausblicke und sogar einen Besuch am Weißen Haus. Und vor allem eines: Erholung vom Großstadttrubel.

Andres Lehmann, www.andreslehmann.de

Startpunkt Dammtor

Der Spaziergang beginnt am Bahnhof Dammtor. Von dort läuft man über die große Kreuzung, wo sich mit Dammtordamm, Alsterglacis, Mittelweg und Edmund-Siemers-Allee gleich vier Straßen treffen, in Richtung Außenalster. Am Wasser angekommen, geht es nach links, vorbei an den Bootshäusern des Ruder-Clubs Favorite Hammonia und des Hamburger und Germania Ruder Clubs. Dieser wurde 1836 gegründet und ist damit der älteste Ruderclub Deutschlands. Kurz dahinter wähnt man sich plötzlich vor dem Weißen Haus in Washington. Im schmuckvollen Gebäude mit den vier Säulen vor dem Eingang und der US-Flagge auf dem Dach, befindet sich das Generalkonsulat der Vereinigten Staaten. Vorbei an den Wachhäuschen und dem massiven Zaun geht es weiter am Ufer entlang.

Viel Grün im Alsterpark

Hat man den Fähranleger Alte Rabenstraße passiert, befindet man sich im Alsterpark. Grüne Wiesen, alter Baumbestand, Kunstobjekte am Wegesrand und der Blick auf die weitläufige Außenalster lassen einen den Großstadttrubel vergessen. Zudem stehen im Alsterpark die Geräte eines neuartigen Trimm-Dich-Pfades. Wer noch einen Abstecher zum letzten nahezu vollständig erhaltenen Schutzbunker der hamburgischen NS-Führung machen möchte, geht in Richtung Milchstraße. Der Verein "unter hamburg e.V." bietet im Kaufmann-Bunker regelmäßige Rundgänge an, die allerdings eine Anmeldung voraussetzen.

Am Ende des Alsterparks trifft man linker Hand auf eine stilvolle Villa, in welcher der erlauchte Anglo-German Club sein Zuhause hat. Dort gehen Größen der internationalen Wirtschaft, Politik und Kultur ein und aus. Hinter dem Villengrundstück biegt man rechts ab auf die Krugkoppelbrücke, die einen über die Alster und auf die Straße Fernsicht führt. Diese trägt ihren Namen nicht zu Unrecht, denn von dort aus bietet sich ein fantastischer Blick über die Außenalster auf die Kirchtürme der Hansestadt.

Wer mag, kann nun einen kurzen Abstecher zu einer Kultstätte deutscher Musik machen. Biegt man in die Straße Bellevue nach links ein, erreicht man bald den Rondeelteich, um den sich schicke Wohnhäuser scharen. In der Nummer 29 befand sich in den 1970er-Jahren die "Villa Kunterbunt", in der unter anderem Udo Lindenberg, Otto Waalkes, Marius Müller-Westernhagen, Gottfried Böttger oder Eppendorfs Teufelsgeiger Lonzo Westphal eine Wohngemeinschaft bildeten.

Wahrzeichen aus der Ferne

Der Weg führt dann weiter über die Straße Bellevue, entlang des Ufers. Von dort eröffnet sich der freie Blick über die Alster auf den Michel, den Heinrich-Hertz-Turm an den Messehallen und das markante Hochhaus des Radisson Blu. Am Ende der Straße geht es nach rechts über die Langenzugbrücke und danach rechts in die Fährhausstraße, die einen wieder an die Außenalster führt.

Über die Straße Schöne Aussicht geht es weiter am Wasser entlang. Der Blick auf die Wahrzeichen der Hansestadt bleibt die ganze Zeit über erhalten. Segelfreunde werden sich an den Anlegestellen samt zahlreicher Segelboote erfreuen. Unter anderem hat der Norddeutsche Regatta Verein seinen Sitz an der Außenalster. Vorbei am Feenteich, ein kleines Sumpfgebiet, das auf der linken Seite liegt, trifft man schließlich auf die Alsterperle – ein schöner Ort für einen kleinen Imbiss oder ein kühles Getränk mit entspanntem Blick aufs Wasser.

Gruß an Udo

Es geht weiter über die Wandse und vorbei an der Alsterwiese Schwanenwik – im Sommer ein belebter Treffpunkt und beliebter Platz zum Grillen – und das Zentrum rückt Schritt für Schritt näher. Kurz hinter Schwanenwik beginnt die Straße An der Alster. Der Sitz des Hamburger Segel-Clubs auf der Gurlitt-Insel wird ebenso passiert wie das Hotel Atlantic Kempinski, das mit seiner weißen Fassade und der Weltkugel auf dem Dach schon von weitem zu sehen ist. Und wenn man in Richtung der Fenster winkt, grüßt Atlantic-Bewohner Udo Lindenberg vielleicht aus seiner Hotelsuite zurück. Nun ist man auch schon bald am Ende des Spaziergangs angelangt. Über die Kennedy-Brücke geht es wieder ans Westufer der Außenalster und zurück zum Dammtor. Oder man biegt noch einmal scharf links ab und schaut sich noch ein bisschen an der Binnenalster um. Diese ist nur einen Katzensprung entfernt.

Dauer: circa zwei Stunden

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